Fasching in Bad Steben Die Prinzessin war zuerst nicht so begeistert

Sandra Hüttner
Das Bad Stebener Prinzenpaar Barbara I. und Markus II. Foto: Hüttner

Barbara I. und Markus II. sind das Bad Stebener Prinzenpaar. Mittlerweile hat auch sie sich mit ihrer neuen Rolle angefreundet.

„Es war nicht mein heißester Wunsch, einmal Prinzessin sein zu dürfen“, gesteht Barbara Richter – doch nun ist es so weit: Sie und ihr Ehemann Markus sind das neue Prinzenpaar der Karnevalsgemeinschaft 1968 Bad Steben. Nach dem erfolgreichen Rathaussturm am 11. November erfolgte zur Überraschung der Gäste gleich die Inthronisation. Die offizielle Bekanntgabe der Namen folgt bei der ersten Prunksitzung am 21. Januar.

Doch zurück zur Prinzessin, die eigentlich keine sein wollte und als Kind gerne auf Bäume kletterte. Ganz im Gegensatz zu den Töchtern Luisa, sieben Jahre, und Angelina, 17 Jahre. „Ich will auch einmal Prinzessin sein, wenn ich groß bin, das finde ich cool“, erklärt Luisa entschieden. Die Töchter sind auch in der KG als Tänzerinnen aktiv, während die Mama bisher im Hintergrund werkelte und mithalf.

Den Prinz hingegen kennt man bereits aus dem Männerballett. Zudem agiert er als „Ersatz-Elferrat“. „Faschingsfans sind wir beide“, erzählt er, „und zwar schon immer.“ „Wir haben vier wirklich große Umzugskartons voller Kostüme für jedes Alter auf dem Dachboden stehen“, ergänzt Barbara Richter. Schon früher haben sie die Faschingsveranstaltungen im Umkreis besucht. „Die Veranstaltung der Narhalla Hof war früher Pflichttermin.“

In Aktion war das Prinzenpaar schon auf dem 50. Prinzentreffen bei der Faschingsgilde Marktredwitz-Dörflas. Am Samstag steht der Besuch der Karnevalsgemeinschaft Töpen auf dem Programm, „und dann unsere eigene Prunksitzung am 21. Januar“. Mit dem Töpener Prinzenpaar Jaqueline II. und Steffen II. sind die beiden privat befreundet.

Das vorherige „pandemische Sonderprinzenpaar“ von Bad Steben, Christine I. und Martin I., sind Schwester und Bruder; das neue Prinzenpaar ist im echten Leben verheiratet. Die Initiative, in hohe karnevalistische Würden einzusteigen, kam vom Ehemann – schon vor Corona. „Wir waren auf dem Faschingsumzug im thüringischen Hirschberg, haben im Anschluss Hausfasching bei der Frankenwaldvereinsortsgruppe Steinbach gefeiert, den ich als damaliger Obmann initiiert hatte – und zu späterer feucht-fröhlichen Stunde sagte ich spaßeshalber zu einigen Mitgliedern der Karnevalsgemeinschaft, dass ich auch mal Prinz sein möchte“, erzählt Markus Richter. Es kam zum „sofortigen Vertragsabschluss auf einem Bierfilz“. Die Gattin erfuhr erst später davon – „du bist nächstes Jahr Prinzessin“.

Doch durch Corona kam alles anders, es hieß zwei Jahre warten. „Dafür ist und wird es jetzt umso schöner“, versichern beide, denn auch die Prinzessin hat sich mit ihrer neuen Rolle angefreundet. „Aber stressig wird’s schon, vor allem wegen der kurzen Sessionszeit – schon am 22. Februar ist Aschermittwoch“.

Das Prinzenpaar wird bei den Umzügen im thüringischen Hirschberg und in Steinwiesen mitlaufen, am Rosenmontag auch beim internen Faschingszug in Bad Steben mit Besuch der verschiedenen Geschäfte. „Prinzenpaar heißt auch: dem Alltag entfliehen“, versichern beide; sie arbeitet als hauswirtschaftliche Pflegeassistentin und er als Kfz-Meister und als Geschäftsführer der Hofer-Land-Festwirte. Eigentlich wollten beide ein Outfit der 1950er-Jahre tragen, was aber beim Prinzenpaartreffen gründlich schief ging – „wir kamen uns underdressed vor“, erzählt Prinzessin Barbara I. „Also: Einkauf, und jetzt glitzert und blinkt es“, sagt die Prinzessin lachend. „Jetzt sind wir als Prinzenpaar in der Spur.“ Die Insignien sind Krone und Umhang für die Prinzessin, Kette, Mütze, Prinzenstab und Umhang für den Prinzen – „dabei war ich während der Faschingszeit immer als Clown unterwegs“

Restkarten für die Prunksitzungen an den Samstagen 21. und 28. Januar gibt es bei Ordenskanzlerin Marion Holfeld, Am Landeshügel 7 in Bad Steben, Telefon 09288/7793, täglich ab 15 Uhr (außer Montag, 16. Januar).

 

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