Bissiges von Tissot
Wie gewohnt, teilte der bissig und scharfzüngig aus und schonte auch das Publikum nicht: „Einige im Saal sehen so aus, als wären sie bereits vor 66 Jahren dabei gewesen.“ Dem Vorsitzenden der Turnerschaft Marktredwitz-Dörflas (TSMD), Martin Kollaschinski, attestierte Tissot, dass sich sein Name anhört wie ein tschechischer Schutzgeldeintreiber. Aber vor allem auf Oberbürgermeister Oliver Weigel und die Große Kreisstadt hatte er sich so richtig eingeschossen. Zur Tatsache, dass das Stadtoberhaupt zum Zeitpunkt des Faschingsstarts am Marktplatz doch lieber eine Metzgerei eröffnete, fand er deutliche Worte: „Warum war der Bürgermeister heute nicht am Marktplatz, sondern bei der Neueröffnung der Metzgerei? Weil es ihm Wurst ist.“ Außerdem passten der Rathauschef und das Ozonhallenbad gut zusammen: „Immer flüssig, auch wenn einem das Wasser bis zum Halse steht.“ Oliver Tissot hatte auch eine besondere Erklärung für das Marktredwitzer Stadtwappen: „Unten ein Rad, oben der Adler, das bedeutet: Wir bringen etwas ins Rollen und es hat etwas mit Vögeln zu tun.“ Nach seinen Worten hält sich Marktredwitz für den Nabel der Welt. „Es ist ungefähr auf der gleichen Höhe, aber auf der anderen Seite. Der Stadtrat hat hier keine Ahnung, er muss raten, deshalb heißt er Stadtrat, ansonsten würde er Stadtwissen heißen“, lautete seine Korrektur dazu. Aber am Ende seines viel umjubelten Auftritts fand der Kabarettist lobende Worte: „Ich glaube, dass ich die eine oder andere Tänzerin wieder bei Fastnacht in Franken sehen werde. Hier wird einfach geile Arbeit gemacht – seit 66 Jahren.“