Fast 200 freie Stellen im Raum Kulmbach: Arbeitsmarkt trotzt der Pandemie

Auch wenn in der Region derzeit mehr Menschen arbeitslos sind als noch vor zwei Jahren; Fachkräfte im Gesundheitswesen werden weiter in allen Landkreisen, die zur Arbeitsagentur Hof gehören, gesucht. Foto: dpa/Christoph Schmidt

Die Firmen aus der Region Kulmbach meldeten 177 freie Arbeitsplätze. Sie wurden aus den Bereich des verarbeitenden Gewerbes, dem Handel, dem Gesundheitswesen und der Zeitarbeitsbranche gemeldet

Kulmbach/Hof - Die Arbeitslosenquote in den Regionen Hof, Bayreuth und Kulmbach ist im April auf 4,2 Prozent gesunken. Einen Monat zuvor war sie noch bei 4,5 gelegen. Aufwärts geht es auch in Kulmbach. Hier ging die Quote binnen eines Monats von 4,0 auf 3,8 Prozent zurück. Das klingt auf den ersten Blick gut. Allerdings sind momentan im Landkreis Kulmbach, wie aus dem aktuellen Arbeitsmarktbericht der Agentur für Arbeit in Hof hervorgeht, trotzdem noch 14 Prozent mehr Menschen ohne Beschäftigung als das im April des Jahres 2019 der Fall gewesen ist.

Die Zahl der Arbeitslosen sank nach den Osterferien agenturweit um 734 auf 10 718. „Die meisten Arbeitnehmer, die über die Wintermonate witterungsbedingt entlassen wurden, sind an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt. Das Handwerk hat überwiegend gefüllte Auftragsbücher. Die Arbeitskräfte aus der Gastronomie und der Tourismusbranche hingegen warten weiterhin darauf, ihre Arbeit wieder aufnehmen zu können. Einige davon weichen bereits auf Arbeitsstellen in berufsfremden Bereichen aus“, fasst Agentur-Chef Sebastian Peine die aktuelle Lage zusammen.

Im Landkreis Kulmbach ging die Zahl der Arbeitslosen saisonal bedingt und auch im Vergleich zum Vorjahr zurück. Die Nachfrage nach Arbeitskräften zog in Kulmbach im Berichtsmonat wieder an.

Die Firmen aus der Region Kulmbach meldeten 177 freie Arbeitsplätze. Sie wurden aus den Bereich des verarbeitenden Gewerbes, dem Handel, dem Gesundheitswesen und der Zeitarbeitsbranche gemeldet. „Bei der Interpretation der Vorjahresvergleiche ist zu beachten, dass mit dem April 2020 und dem April 2021 nun zwei Monate innerhalb der Corona-Krise miteinander verglichen werden.

So zeigte sich zu Beginn der Corona-Krise im April 2020 in der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof ein starker Einbruch auf dem Arbeitsmarkt mit einem ungewöhnlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit von März auf April. Bei der Bewertung der aktuellen Zahlen ist ein Blick auf das Vorkrisenjahr 2019 sinnvoll“, gab Sebastian Peine zu bedenken. „Der Abbau der Arbeitslosigkeit im vergangenen Monat ist erfreulich, dennoch sind in der Region aktuell 22 Prozent mehr Menschen arbeitslos als im April 2019.“

Im April nahm die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen im gesamten Agenturbereich wieder kräftig zu. Im vergangenen Monat wurden deutlich mehr Stellen gemeldet als vor einem Jahr. So wurden im April 1833 neue Stellen gemeldet, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften erfolgte vor allem aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem Handel, dem Bereich Erziehung und Unterricht und aus dem Gesundheitswesen. Zusätzlich nutzten die Unternehmen verstärkt die Möglichkeit, Mitarbeiter über Zeitarbeitsunternehmen zu gewinnen. Der Stellenbestand lag insgesamt bei 6270.

Der Großteil der Arbeitsstellen war für Fachkräfte ausgeschrieben. „Der Fachkräftemangel in der Region schreitet auch während der Pandemie voran. Die Arbeitsagentur fördert Weiterqualifizierung nicht nur während der Arbeitslosigkeit, sondern auch wenn der Arbeitnehmer sich noch in einem Beschäftigungsverhältnis befindet. Dies ist auch während Kurzarbeit möglich. Lebenslanges Lernen wird für ungelernte, aber auch für gut ausgebildete Arbeitskräfte immer wichtiger. Unternehmen sollten diese Chance nutzen, um ihre Belegschaft zukunftssicher aufzustellen. Sind die Voraussetzungen erfüllt, reicht die Förderung von einer Kostenbeteiligung bis hin zu einer vollständigen Kostenübernahme.

Ein Beratungsgespräch mit der Agentur für Arbeit vor Ort lohnt sich in jedem Fall“, empfiehlt Sebastian Peine den Unternehmern in der Region. red

 

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