FC Bayern Hof Klassentreffen der Legenden

Wie groß die Hofer Fußballtradition ist, zeigt ein Nachmittag auf der Grünen Au: Viele ehemalige Spieler des FC Bayern Hof kommen nach Hof, um sich an die glorreichen Zeiten­ zu erinnern. Überraschende Aufnahmen treiben vielen den Glanz in die Augen.

Dort, wo die jungen Talente der SpVgg Bayern Hof jeden Tag trainieren und ihre Fähigkeiten schärfen, haben sich ihre Vor-Vorgänger zu einem Blick zurück getroffen. Zu einem Blick zurück auf die Zeiten, als die Marke „Bayern Hof“ noch überregional eine höhere Bedeutung hatte als heutzutage. „Die Marke Bayern Hof wertete die Bedeutung der Stadt an der damaligen Zonengrenze auf. In der Schule war am Montagmorgen immer das Spiel der Hofer Bayern Gesprächsthema Nummer eins, im Urlaub wurde man auch in Österreich oder der Schweiz auf Bayern Hof angesprochen, wenn man sagte, aus welcher Stadt man denn sei“, erinnerte Jürgen Stader an diese Zeiten.

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Die Erinnerungen wurden wieder wach, als in der „Kerng“ der Grünen Au viele Fans der Hofer Bayern auf ein Dutzend langjähriger Spieler aus der erfolgreichen Epoche der 1960er- und 1970er-Jahre zu einem Erinnerungsnachmittag trafen.

Jürgen Stader von der Stadt Hof hatte diese Veranstaltung, die von über 80 interessierten Fußballfans besucht wurde, organisiert. Der Sportjournalist Dieter Bracke moderierte mit launigen Worten und einer Prise Humor verschiedene Talkrunden mit den damaligen Bayern-Stars. Bracke fühlte in den Interviews den Alt-Stars auf den Zahn.

Und die Bayern-Legenden zeigten, dass sie nicht nur auf dem Spielfeld gut im Kontern waren, sondern auch schlagfertig und humorvoll antworten konnten: „Warum bist du damals aus Wattenscheid nach Hof gewechselt?“, fragte Bracke den früheren Hofer Spieler Hartmut Werner. Seine Antwort: „Ich wollte endlich mal auf Schneeboden spielen!“

So wurde aus dem Klassentreffen ein klasse Treffen mit vielen Anekdoten und Erinnerungen. Anlass für diesen Nachmittag war die Tatsache, dass Jürgen Stader bei einem Besuch im Schallarchiv des Bayerischen Rundfunks auf alte Filmschnipsel mit Spielbeiträgen des FC Bayern Hof gestoßen war. Bislang wurde der Stadt Hof immer mitgeteilt, dass es keine archivierten Beiträge über Bayern Hof geben würde, da diese durch einen Wasserschaden vernichtet worden seien. Doch nach intensiver Recherche konnte Stader für die Stadt Hof vier Spielberichte – meist in Schwarz-Weiß – aus den 60er- und 70er-Jahren retten und diese digitalisiert über einen Beamer den Interessierten zeigen. Eine besondere Rarität war auch ein fast fünfminütiges Vereinsporträt, das das Bayerische Fernsehen 1968 über den FC Bayern Hof erstellt hatte.

Wehmütig und mit Glanz in den Augen betrachteten die Anwesenden die Aufnahmen der proppenvollen Grünen Au bei den Spielen gegen den 1. FC Nürnberg, den TSV 1860 München oder den VfB Stuttgart.

Der Erinnerungsnachmittag war kurzweilig und abwechslungsreich gestaltet, denn nach jedem Filmchen mit Spielberichten folgte eine kleine Talkrunde mit den ehemaligen Spielern Bemerkenswert war auch, dass sich mancher Besucher noch Autogramme von den Lieblingen der damaligen Zeit geben ließ.

Erinnerungen wurden auch wieder wach, weil Hofs Teammanager Waldemar Bärwald mit viel Liebe zum Detail den VIP-Raum mit Devotionalien und alten Wimpeln dekoriert und dafür gesorgt hatte, dass sich die Legenden wohlfühlten. Wie viel den Hofer Oldies diese Tradition noch am Herzen liegt, zeigt eine Tatsache, die Stader berichtete: Als er sich für die Bereitschaft der Spieler bedankte, erwähnte er auch, dass die Spieler ohne Honorar und Fahrtkostenersatz nach Hof gekommen waren. Den Erinnerungen und dem Treffen mit alten Weggefährten zuliebe, waren sie dorthin zurückgekehrt, wo ihre Nachfolger sich darum bemühen, an die alten Erfolge anzuknüpfen.