Fehlender Wohnraum Mehr als 1000 Geflüchtete in Hof

red
Für die ukrainischen Flüchtlinge in der Stadt Hof, ein Drittel sind Kinder und Jugendliche, werden noch Wohnungen gesucht. Foto: picture alliance/dpa/Robert Michael

Die Stadt muss den Zuwachs bürokratisch bewältigen. Das größte Problem ist aber der Mangel an Wohnungen.

Der Strom von Flüchtenden aus der Ukraine fordert die Behörden auf allen Ebenen. Fehlender Wohnraum gilt laut der Stadt Hof als größte Herausforderung. Wie alle Kommunen in ganz Deutschland müsse auch Hof die Aufnahme und Versorgung der Geflüchteten koordinieren, teilt die Pressestelle der Stadt Hof mit. Demnach sind laut Ausländeramt aktuell 1023 Ukrainerinnen und Ukrainer in der Stadt erfasst. Über ein Drittel davon sind Kinder und Jugendliche. Mehrere Fachbereiche der Stadtverwaltung seien im Einsatz, um diese Ausnahmesituation bestmöglich aufzufangen.

Die Zahlen steigen – vorwiegend durch Zuzüge aus dem Landkreis. Oberbürgermeisterin Eva Döhla: „Ich appelliere an alle Hoferinnen und Hofer, die eine Wohnung vermieten können. Insgesamt werden bis zu 30 Wohnungen benötigt.“ Wer da helfen könne, der melde sich unter soziales@stadt-hof.de oder nutze die Integreat-App für das Smartphone.

Der Appell der Oberbürgermeisterin kommt nicht von ungefähr. Auf dem Markt gebe es kaum noch Wohnungen. Vermittlungen kämen meist über private Kontakte zustande. Viele Geflüchtete lebten in der Jugendherberge (siehe Artikel oben), alle anderen in Hof gemeldeten Ukrainer hätten in Hof eine Unterkunft gefunden oder können bei Verwandten oder Bekannten wohnen.

Zwei hauptamtliche Mitarbeiterinnen kümmern sich in enger Zusammenarbeit mit der Integrationslotsin der Stadt Hof, Bärbel Uschold, um die Koordination der Hilfen. Die Integrationslotsin hat laut Stadt die Aufgabe der Ehrenamtskoordination inne und stellt eine Schnittstelle zwischen Ehrenamt, Hauptamtlichen und Einrichtungen dar. Ehrenamtliche Mitarbeitende seien seit Beginn der Krise eingebunden. Unter anderem koordiniert eine Mitarbeiterin aus dem Fachbereich Demografie und Migration einen ehrenamtlichen Übersetzerpool, der in den Ämtern wie Asylstelle, Ausländeramt, Einwohnermeldeamt und Sozialhilfe Unterstützung bietet. Vermieter können frühzeitig ihre Wohnungen und Zimmer telefonisch und per Mail an die Stadt Hof melden. Zusätzlich stehe die Integreat-App als Gemeinschaftsprojekt von Stadt Hof, Landkreis Hof sowie der Diakonie Hochfranken den Geflüchteten mit Informationen – gleichfalls in Landessprache – und einer Wohnungsbörse zur Verfügung. Ebenso werden Informationen auf der Homepage der Stadt Hof zur Verfügung gestellt. Mit dem Rechtskreiswechsel zum 1. Juni wechseln die Geflüchteten bis spätestens 31. August in die Grundsicherung, etwa 100 Menschen, Tendenz steigend, werden weiterhin Sozialleistungen durch die Stadt Hof erhalten, da sie bereits in der Ukraine Rentner sind, das deutsche Rentenalter bereits erreicht haben oder als unter 15-Jährige nicht in Begleitung der Eltern, sondern zum Beispiel in Begleitung der Großeltern oder Tante hier sind. Asylbewerberleistungen würden nur noch in Einzelfällen gezahlt. Die Hauptarbeit bei der Verwaltung liege in Absprachen mit den neu zuständigen Leistungsträgern, zudem sei stets zu klären, welche verwaltungsinternen Erstattungsansprüche bestehen.

 

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