Feste Kraft? Jugendarbeit in Regnitzlosau soll wieder auf stabilen Beinen stehen

Uwe Faerber
In der „Grotte“ trifft sich die Jugend. Foto: Faerber

Im Moment gibt es kein festes Angebot für junge Leute im Ort. Das könnte sich demnächst ändern. Wenn auch in sehr begrenztem Umfang.

Der Regnitzlosauer Bürgermeister Jürgen Schnabel (FWR) gibt sich zuversichtlich, dass die Jugendarbeit in der Gemeinde bald wieder planmäßig läuft – wenigstens an einem Tag pro Woche. Das hat er in der Ratssitzung mitgeteilt. Auf Antrag von Jennifer Bernreuther (SPD) behandelte das Gremium den Punkt öffentlich.

Wegen der Nazi-Umtriebe im Ortsteil Oberprex hatten die Verantwortlichen vor knapp zehn Jahren eine „Projektstelle für Jugendarbeit und Extremismusprävention“ in der Gemeinde geschaffen, um Kindern und Jugendlichen eine demokratische Freizeitalternative zu bieten. Das Dekanat stellte die Stelle und war Co-Finanzier genau wie örtliche Kirchgemeinde, Landratsamt und Gemeinde. Die Fachkräfte wechselten, auch Jennifer Bernreuther arbeitete anderthalb Jahre dort: Im „Grotte“ genannten Jugendraum gibt es Workshops und Anregungen, Spielenachmittage und Diskussionen, Projekte und Planungen für Ausflüge. Teil des Programms ist auch die Vermittlung christlicher Werte – für Konfirmanden und alle anderen.

Doch momentan wird der Ausfall beklagt: Krankheit, Schwangerschaft und Babypause; Bernreuther und Ratskollege Manuel Sörgel (FWR) sind deshalb zeitweise eingesprungen. Eine Dauerlösung ist das nicht.

Die aber scheint jetzt nach den Worten von Bürgermeister Schnabel möglich: „Im Jugendzentrum Rehau beginnt am 1. November eine gelernte Erzieherin als 20-Stunden-Kraft, angestellt bei der Diakonie Hochfranken. Sie würde gern mehr arbeiten und bei uns wäre das möglich, wenigstens einen Tag pro Woche“, berichtete er. Über den Umfang müsste man reden – eventuell in Zusammenarbeit mit anderen Kommunen. Die Kirche werde sich jedoch nicht mehr an der Finanzierung beteiligen: Die Kirchgemeinde favorisiere die Arbeit mit Kindergartenkindern.

Jennifer Bernreuther freute sich über die Aussichten und lobte die Diakonie als Arbeitgeber – im Gegensatz zum Dekanat. Dort habe man nicht mit offenen Karten gespielt. Schon lange sei klar gewesen, dass die Finanzierung wegfalle, dass aufgrund der Landesstellenplanung auch zunehmend Sozialpädagogen eingespart würden. „Aber mitgeteilt wurde es nicht. Das ist keine gute Kooperation“, sagte die 35-Jährige.

Wie sie hinzufügte, bietet sich mit dem Neuanfang eine Chance auf Kontinuität. „Diakonie und Gemeinde – zwei Arbeitgeber sind günstiger als vier. Aber zwei oder drei Tage Jugendarbeit wären auch besser als nur einer.“

 

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