NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) betonte im WDR: "Wir befassen uns nachhaltig mit dem Waldumbau, um da auch wirklich mehr Bäume im Wald zu haben, die nicht so schnell Feuer fangen und die auch an das Klima besser angepasst sind." Sobald die aktuellen Großbrände gelöscht und wieder etwas Ruhe eingekehrt sei, werde man prüfen müssen, was man vorbeugend verbessern könne. Zu 99 Prozent seien Waldbrände "menschengemacht."
Aus Sicht der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft muss die Waldbrandbekämpfung angesichts der Klimaveränderungen dauerhaft einen höheren Stellenwert bekommen. Es gebe Verbesserungsbedarf in vielen Punkten, ein Gesamtkonzept sei nötig, mahnte die Gewerkschaft. Dazu gehörten bedarfsgerechte Ausstattung, verbindliche Waldbrandmodule, verpflichtende Aus- und Fortbildung oder auch geeignete Schutzausrüstung.
Im Hürtgenwald ist die Lage unter Kontrolle
Im Hürtgenwald in der Eifel, wo Ende vergangener Woche der größte Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens entstanden war, stehen die Zeichen weiter auf Entspannung. "Die Lage im Hürtgenwald ist weiter unter Kontrolle", sagte eine Sprecherin des Kreises Düren. Es gebe aber zahlreiche Glutnester.
Etwa 400 Einsatzkräfte seien in der Nacht im Hürtgenwald vor Ort gewesen. Tagsüber würden es voraussichtlich wieder doppelt so viele. Der Regen sei leider nur "ein Tropfen auf den heißen Stein", sagte die Sprecherin. "Aber wir nehmen alles, was wir kriegen können."
Das Wetter und der Klimawandel
Infolge des Klimawandels haben die Tage mit hoher Waldbrandgefahr laut Deutschem Wetterdienst (DWD) erheblich zugenommen. Die Zahl der Tage mit Gefahrenstufe vier - hohe Gefahr - sei vor allem über die letzten zwei bis drei Jahrzehnte hinweg deutlich gestiegen, schilderte der DWD-Agrarmeteorologe Andreas Brömser. Zu den Ursachen gehören hohe Temperaturen, längere Trockenheit und weniger anhaltender, moderater Regen, der dann auch tiefer, nachhaltig in die Böden einsickern könne.
Experte Brömser sagte, der auch für die nächsten Tage vorhergesagte eher moderate Regen dort könnte zumindest ausreichen, um die Waldbrandgefahr zunächst zu senken. Denn die Streuschicht auf den Böden sei mit der mäßigen Nässe erst mal nicht mehr "zündfähig". Das löse aber nicht das Problem der extrem trockenen Böden, denen zum Teil bis in größeren Tiefen das Wasser fehle. Es brauche viel mehr Niederschlag, damit die Böden richtig durchfeuchten können und gegen Waldbrände besser gewappnet werden.