Feuerwehr Issigau-Reitzenstein Neues Fahrzeug nach 50 Jahren

Sandra Hüttner
Das alt und das neue Fahrzeug nebeneinander Foto: /Hüttner

Due Freiwillige Feuerwehr Reitzenstein hat ihr neues Fahrzeug in Dienst genommen. Der Festakt zur Übergabe fand auf dem Gutshof der Familie von Reitzenstein statt.

Ein großer Tag für die Freiwillige Feuerwehr Reitzenstein: Sie hat nach 50 Jahren ein neues Einsatzfahrzeug erhalten. Ein Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser (TSF-W) ersetzt nun das LF 8. Zum Festakt zur Fahrzeugübergabe auf dem Gutshof der Familie von Reitzenstein kamen zahlreiche geladene Gäste aus der Politik, Feuerwehrführungsdienstgrade und Abordnungen von Nachbarwehren.

Stellvertretender Kommandant Kevin Wilfert gab Auskunft über das neue Fahrzeug, dessen Fahrgestell auf 7,5 Tonnen abgelastet ist, sodass es auch mit dem Feuerwehrführerschein gefahren werden kann. Er erklärte: „Wir haben 500 Liter Wasser an Bord, die Normbeladung, und zusätzlich einen Lichtmast mit vier Scheinwerfern, der über Fahrzeugelektronik betrieben wird, ein Notstromaggregat, eine Tauchpumpe mit einer Förderleistung von 670 Litern pro Minute, einen Löschrucksack mit 19 Liter Fassungsvermögen, ein Akku-Kombigerät mit Schneidkraft und Spreizkraft“. Nun stehe viel Üben an, um sich mit der neuen Technik vertraut zu machen.

Kommandant Max Günther konnte wegen Erkrankung nicht am Festakt teilnehmen, den Bericht verlas Stellvertreter Wilfert. „Seit 28 Jahren führe ich als Kommandant die Reitzensteiner Wehr; damals war das Fahrzeug bereits 20 Jahre im Dienst, nun 50 Jahre, und hat immer treue Dienste geleistet. Aber in jüngster Vergangenheit war es immer schwieriger mit Ersatzteilbeschaffungen, sodass wir 2017 den Antrag auf Ersatzbeschaffung bei der Gemeinde stellten.“ Mit der Feuerwehr aus Neuhausen bei Bamberg erfolgte die Doppelbeschaffung in einer europaweiten Ausschreibung. Die Kommandantur dankte Bürgermeister Gemeinhardt, den Gemeinderat, dem Landratsamt Hof und dem Freistaat Bayern für die Unterstützung. Einen besonderen Dank richtete Günther an seinen Stellvertreter. „Ohne dich gäbe es vielleicht kein neues Fahrzeug“, bilanzierte er und erinnerte an viele Stunden, E-Mails, Schriftverkehr, Besprechungen und Telefonate.

Großereignis

Vorsitzender Thomas Wilfert sprach von einem Großereignis für die Reitzensteiner Wehr, führte durchs Programm mit zahlreichen Grußwortrednern und lud später zum Festbetrieb mit Trio Akustika ein. Bürgermeister Dieter Gemeinhardt bezifferte die Kosten für das neue Fahrzeug auf 200 000 Euro; der Zuschuss vom Freistaat Bayern betrug 50 000 Euro. Landrat Oliver Bär betonte die Wichtigkeit der Festveranstaltung. „In unserem Flächenlandkreis wird der Brandschutz durch Ehrenamtliche gewährleistet. Deshalb ist jede Fahrzeugübergabe auch eine Würdigung des Ehrenamtes, vor dem es den Hut zu ziehen gilt.“

Kreisbrandrat Reiner Hoffmann bilanzierte die Beschaffung eines modernen, gut ausgestatteten Einsatzfahrzeugs, das sich in das gemeinsame Konzept der drei Ortswehren Issigau, Kemlas und Reitzenstein einfüge. „Ihr habt die Weichen für die Zukunft gestellt und sichert in der Gemeinde die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr.“

Kreisbrandmeister Thomas Dick sprach vom Einleiten eines Umschwungs. „Ihr seid nun für alle Einsätze bestens gewappnet. Das neue Fahrzeug und neue Technik könnten zugleich ein Garant für neue Mitglieder sein.“

Macken

Einen Blick in die Geschichte gab der frühere Reitzensteiner Manfred Heinrich, der jetzt in Lippertsgrün zu Hause ist. „Der bisherige Mercedes Benz LP 608 mit Metz-Aufbau und 80 Diesel-PS löste damals einen Opel Blitz mit Holzaufbau aus dem Jahr 1943 ab.“ Heinrich erinnerte an die Macken des alten Fahrzeugs, dessen Starterbatterie sich öfters entlud und man die geografische Lage des Gerätehauses nutzte – gemeinsam rausschieben, Aufsetzen der Mannschaft, und den Rest erledigte die abschüssige Straße. „1972 musste es ein neues Fahrzeug sein. Wegen der großen Waldflächen ringsum sollte es ein Unimog S404 mit Allrad sein, aber der bot zu wenig Platz. Ähnliche Fahrzeuge passten nichts in Feuerwehrhaus“, erzählte Heinrich. So kam es zum nun außer Dienst gestellten Fahrzeug mit damaligen Kosten von 90 000 D-Mark. Sandra Hüttner

 

Bilder