Fichtelberg Skisaison am Ochsenkopf und Kornberg beginnt

Tamara Pohl

Skifahren, Winterwandern und vieles mehr kann man in der Region Fichtelgebirge sehr gut. Das wissen auch Besucher und kommen deshalb immer zahlreicher auf die Pisten und Loipen.

Heute beginnt die Skisaison am Ochsenkopf - das Bild zeigt die Abfahrt am Nordhang - mit einer großen Party. Foto: pr

Fichtelberg - Seit Mittwoch weht sie wieder am Nürnberger Hauptbahnhof, die Ochsenkopf-Winterflagge. Das hat eine lange Tradition: Seit dem Jahr 1908 fuhren nämlich regelmäßig "Skizüge" ins Fichtelgebirge. Damit Reisende wussten, dass auf der Strecke Schnee liegt, hisste man in Nürnberg jedes Jahr eine weiße Winterflagge.

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Ein Blick auf die Skipisten

Auf unserer Webcam-Seite kann man schon aus der Ferne einen Blick auf die Schneeverhältnisse am Kornberg, Ochsenkopf, Bleaml-Alm, Mehlmeisel, Hempelsberg, Asch oder Schöneck werfen

Skisaison am Ochsenkopf und Kornberg beginnt

Am Ochsenkopf beginnt die Skisaison heute mit einer großen Party. Diesen Freitag dürfen alle Skifahrer von Jung bis Alt zum Kindertarif fahren. Bis einschließlich Sonntag locken auch mehrere Après-Ski-Partys und am Sonntag selbst heißt es an den Klausenliften "freie Fahrt für Kinder bis 17 Jahre" - zumindest in Begleitung eines zahlenden Elternteils. "Das fränkische Wintersportgebiet lockt Skianfänger und Familien auf Nordbayerns längste Skipisten, lädt auf leisen Routen zum Schneeschuhwandern ein, bietet viel Spaß auf den Rodelbahnen und verspricht Snowboardfahrern Action pur", wirbt die Tourismuszentrale Fichtelgebirge. Das Angebot ist groß: zehn Pistenkilometer, 80 Kilometer präparierte Loipen, zahlreiche Winterwanderwege, zwei Rodelbahnen, ein Snowboardpark sowie zwei Skischulen. Die Seilbahnen auf den Ochsenkopfgipfel sind während der Skisaison täglich von 9 bis 16 Uhr in Betrieb. Rodelspaß verspricht der Alpine Coaster, der im Winter von 11 bis 16 Uhr geöffnet ist.

Auch am Kornberg hat es genügend geschneit, weshalb ab morgen der Lift läuft - sofern sich die Schneeverhältnisse nicht dramatisch verändern. Der Skilift ist am Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 22 Uhr für die Skifahrer geöffnet. Täglich aktualisierte Informationen zur Wetterlage am Kornberg und zum Liftbetrieb gibt es im Internet unter www.skilift-kornberg.de. Über den Loipenparc können sich die Wintersportler unter www.nordic-parc.de informieren oder man lässt sich ganz einfach Auskunft über das "Schneetelefon" unter 09287/2225 geben.

Bis heute kommen aus dem Nürnberger Land zahlreiche Besucher zum Skifahren ins Fichtelgebirge. Das sagt Ferdinand Reb, Leiter der Tourismuszentrale Fichtelgebirge mit Sitz in Fichtelberg. "Exakte Daten, woher unsere Gäste kommen, gibt es nicht. Aber es gibt Erfahrungswerte, die zum Beispiel aus Parkplatzbeobachtungen resultieren." Wer sich die Kennzeichen ansieht, entdeckt auch viele Fahrzeuge aus Erlangen und Fürth, aus Bamberg und Würzburg, aber auch aus der Tschechischen Republik und vielen anderen Teilen Deutschlands. Und natürlich aus der Region. "Ich bin selbst alpin und beim Langlauf unterwegs und unterhalte mich mit den Besuchern", schildert Ferdinand Reb. Deshalb weiß er um die vielen Gäste aus der Region, die etwa an freien Nachmittagen das winterliche Angebot nutzen. "Manche kommen auch zum Feierabend und fahren noch zwei oder drei Stunden im Flutlicht; das sind dann aber eher die Leute aus den Landkreisen Wunsiedel, Hof und Bayreuth." Der Löwenanteil der Besucher kommt aus einem Umkreis von etwa 150 Kilometern.

Ein bisschen anders stelle sich die Situation in den Ferien dar. "Dann spielen besonders die Skikurse eine große Rolle. Familien buchen einige Tage bei uns und üben beispielsweise für den großen Skiurlaub in Österreich." Dass das Skigebiet vor der Haustüre nicht alle Wintersportler in der Region hält, merken die Fachleute wie Jochen Gassenmeyer vom Selber DER-Reisebüro: "Wer zum Skifahren will, bucht bei uns überwiegend Reisen nach Österreich." Besonders beliebt seien Ziele in Tirol wie das Stubai- und das Ötztal, aber auch das Salzburger Land. Das bestätigt auch Cornelia Hillgruber vom Selber Reisebüro Schmidt: "Die Tiroler Ecke ist einfach der Klassiker, auch der Raum Innsbruck und die Dachsteinregion." Jochen Gassenmeyer vermutet, dass viele Menschen die verhältnismäßig kurze Anreise nach Österreich überzeugt. "Weniger gebucht werden Skiurlaube in Frankreich oder in der Schweiz, was vielleicht an den Preisen liegt." Und obwohl das benachbarte Tschechien einige herrliche Skigebiete hat - darunter den Klinovec (Keilberg) bei Karlovy Vary (Karlsbad) oder Bublava im westlichen Erzgebirge -, buchen nur wenige dort. "Womöglich besuchen die Skifahrer aus dem Landkreis diese Pisten einfach auf eigene Faust", tippt Jochen Gassenmeyer.

Zurück ins Fichtelgebirge: Wer dorthin kommt, bleibt zunehmend länger. Das Landesamt für Statistik hat kürzlich die Fremdenverkehrszahlen von Januar bis Oktober 2017 veröffentlicht. In den 53 Gemeinden, die zum Fichtelgebirge gehören, kamen in dieser Zeit 429 186 Gäste aus dem Inland an (0,4 Prozent mehr als 2016), 59 084 weitere aus dem Ausland (4,1 Prozent mehr). Durchschnittlich zweieinhalb Tage blieben die Besucher in der Region - damit stieg die Zahl der Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent auf 1 162 363. "Von 2009 bis 2016 registrieren wir 27 Prozent mehr Gästeankünfte und ein Plus von 17 Prozent bei den Übernachtungen", schildert Ferdinand Reb den positiven Trend in der Langzeitbetrachtung. Allerdings kommen etwa zwei Drittel der Gäste im Sommerhalbjahr. Der Wintertourismus ist also ausbaufähig. "Im alpinen Bereich müssen wir uns nicht mit dem Alpenraum messen", räumt Ferdinand Reb ein, "aber in Sachen Langlauf und Winterwandern müssen wir uns verglichen mit der deutschen Konkurrenz nicht schämen. Unsere vom Deutschen Skiverband zertifizierten Loipen an Kornberg, Kösseine und Ochsenkopf sind ein Top-Angebot. Dafür kommen Gäste bewusst zu uns und bleiben auch mal fünf Tage."

In dieser Zeit frönen die Besucher aber nicht nur dem Wintersport: Das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliches Institut für Fremdenverkehr (DWIF) hat ermittelt, dass sie durchschnittlich 26 Euro am Tag ausgeben. "Wenn man die 20 Euro für den Skipass abzieht, bleiben sechs Euro übrig, die unsere Gäste hier ausgeben. Da gehen sie ins Lokal, trinken vielleicht einen Glühwein an der Talstation oder gehen einkaufen."

Eine zunehmend größere Rolle spielten auch die zusätzlichen Gesundheits- und Wellnessangebote durch die Thermen in Weißenstadt und Bad Alexandersbad. "Aber die Einrichtungen sind noch zu jung, um wirkliche Erfahrungswerte zu haben."