Fichtelgebirge Holger Grießhammer will Landrat werden

Alle Verantwortlichen der SPD im Kreis Wunsiedel stehen hinter dem Kandidaten. Bei der Wahl 2020 will er gegen Peter Berek antreten, der für die CSU ins Rennen geht.

Schönlind/Weißenstadt - Ein eiskalter Auftakt - bei minus zwölf Grad hat Weißenstadts zweiter Bürgermeister Holger Grießhammer am Dienstagmorgen offiziell bestätigt: "Ich will der neue Landrat werden." Abzuwarten bleibt, ob bis Frühjahr 2020 ein heißer Wahlkampf folgen wird. Nachdem der Bad Alexandersbader Bürgermeister Peter Berek bereits Ende 2018 seine Bereitschaft bekundet hatte, für die CSU ins Rennen zu gehen, legte nun die zweite Partei im Kreis Wunsiedel ihre Karten auf den Tisch - garniert mit ersten Wahlkampf-Sprüchen: "Holger - einer von uns, einer für uns" skandierte SPD-Landtagsabgeordnete Inge Aures. "Der Holger, der kann es, der macht es" betonte SPD-Kreisvorsitzender Jörg Nürnberger mehrfach.

Welche Ziele der Kandidat selbst formuliert

"Ich brenne für den Landkreis, ich möchte meine Energie hier voll und ganz einsetzen", sagte Holger Grießhammer, als er seine Kandidatur bekannt gab. Ziel sei, den Kreis wettbewerbsfähig aufzustellen. "Ich sehe das Amt des Landrats als überparteiliches", sagte der 36-Jährige: "Es wird mit mir kein Rechts, kein Links geben." Klar - im Herzen bleibe er Sozialdemokrat; für das Miteinander wirke sich das positiv aus.

Rüstzeug für das Amt des Landrates bekam Grießhammer in Weißenstadt: Seit 2008 wirke er hier als zweiter Bürgermeister an der positiven Entwicklung mit. Die erweiterte Imagekampagne "Freiraum für Macher" solle künftig den "Geist von Weißenstadt in den Kreis tragen".

Weiterer Kernpunkt sei die Entwicklung der Marke Fichtelgebirge für Tourismus, Industrie, Handwerk und Gewerbe. Die Gründung zweier erfolgreicher Betriebe bewiesen seine eigene wirtschaftliche Kompetenz, erklärte Grießhammer. Für den Wirtschaftsstandort Fichtelgebirge brauche es neben Fachkräften neue Gewerbeflächen - mit Maß und Ziel, im Dialog mit den Landwirten. Sehr wichtig findet Grießhammer die Energiewende. "Der grüne Landkreis muss das Ziel sein."

Bevölkerungsrückgang wie Pflegenotstand möchte der Kandidat bekämpfen, das Klinikum Fichtelgebirge in kommunaler Hand lassen. Ein Bonus-System soll Ehrenamtlichen "geldwerte Vorteile" verschaffen. Familien, Bildung und Kultur will Grießhammer weiter stärken.

Für Holger Grießhammer selbst war der gestrige Vorstellungstermin im wahrsten Sinne des Wortes ein Heimspiel. Im Schönlinder Gasthof "Birkenhof", nur einen Steinwurf vom Wohn- und Firmensitz des Maler- und Lackierermeisters entfernt, gab der SPD-Kreisverband Fichtelgebirge grünes Licht für die Kandidatur des 36 Jahre alten Familienvaters. Auch seine Frau Nicole, mit der er fünf Kinder großzieht, signalisierte Unterstützung.

"Wir stellen unsere Empfehlung für Holger Grießhammer auf eine breite Basis", sagte Jörg Nürnberger: Neben den Verantwortlichen des Kreisverbands stünden Landtagsabgeordnete, Kreistagsmitglieder, Bürgermeister, Ortsvereinsvorsitzende sowie ehemalige Mandatsträger der Sozialdemokraten im Kreis Wunsiedel ebenfalls hinter Grießhammer. Die offizielle Nominierung des Landratskandidaten im Mai mit Delegierten und Wahl-Konferenz dürfte somit reine Formsache sein.

"Unser Landratskandidat heißt Holger Grießhammer - wir haben den Besten ausgewählt", betonte Nürnberger. Weißenstadts zweiter Bürgermeister sei ein junger, dynamischer Macher - im oberfränkischen Bezirkstag habe er sogar den SPD-Fraktionsvorsitz übernommen. Zudem engagiere er sich als Kreisrat und Mitglied des Kreisausschusses.

Grießhammers positive Entwicklung zeige, wie konsequent er Ziele verfolge und umsetze. "Genau dieses Gestalten statt nur zu verwalten macht das Amt des Landrats aus."

Mit 18 Jahren sei der Weißenstädter in die SPD eingetreten. "Zwei Jahre später war er schon Ortsvorsitzender in Schönlind", sagte der Kreisvorsitzende. Zwischendurch konzentrierte sich Grießhammer stärker auf die Familie. "Diese Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist in der SPD gut möglich", sagte der Kreisvorsitzende. 2011 gründete Grießhammer seine eigene Firma, seit 2014 arbeite er zusätzlich als ehrenamtlicher Richter in Hof. Aktiv sei er auch in zahlreichen Organisationen und Vereinen, zum Beispiel in der Gewerkschaft, der DLRG, dem BRK und der AWO.

"Glücksgriff" nannte Inge Aures Holger Grießhammer - er sei genau der richtige Kandidat. "Du bist der nächste Landrat in Wunsiedel - der Klaus (Adelt, ebenfalls Landtagsabgeordneter der SPD,) und ich sind an deiner Seite", sagte Aures. Als sie Oberbürgermeisterin in Kulmbach geworden sei, sagte man ihr auch nach, zu wenig Ahnung von Verwaltung mitzubringen. "Ich war 38 Jahre alt - so alt wie du, Holger, wenn du Landrat wirst." Bei ihr erwies es sich jedoch als Vorteil, Impulse von außen zu setzen - bei Grießhammer werde das ebenfalls so laufen, prophezeite die Abgeordnete: Der Weißenstädter besitze viel Erfahrung im sozialen, wirtschaftlichen und politischen Bereich. "Er ist ein Mann mit Format - solide und bodenständig."

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