Wunsiedel - Die Luisenburg ist großes Theater. Jahr für Jahr erfreuen die Festspiele die Besucher mit gleichermaßen anspruchsvollen wie unterhaltsamen Stücken. Ein Theater ganz anderer Art liefern die Festspiele zuweilen auch hinter den Kulissen. So wie am Dienstag. In einer groß angelegten Aktion haben Beamte der Schwerpunktstaatsanwaltschaft Wirtschaftskriminalität Hof und des Zolls im Rathaus sämtliche Akten der Luisenburg beschlagnahmt. Wie Oberstaatsanwalt Dr. Andreas Cantzler der Frankenpost bestätigte, waren an der Aktion fünf Staatsanwälte und 30 Zollbeamte beteiligt. "Es gibt den Tatverdacht des Sozialversicherungsbetrugs. Deshalb hat die Staatsanwaltschaft Hof Durchsuchungsbeschlüsse für verschiedene Objekte erlassen." Außer im Rathaus waren die Zollbeamten und Staatsanwälte auch im Luisenburg-Betriebsgebäude. Den Ermittlungsbehörden geht es um Verträge mit vornehmlich technischem Luisenburg-Personal, insbesondere in der Beleuchtung und der Requisite. Die Männer und Frauen sind bis vor einem Jahr üblicherweise freiberuflich beschäftigt gewesen. Offenbar gibt es an der freiberuflichen Tätigkeit begründete Zweifel. Die Behörden prüfen nun, ob die Beschäftigten wie Angestellte gearbeitet haben. Ist dies der Fall, macht sich die Stadt Wunsiedel des Sozialversicherungsbetrugs strafbar. Beiträge für Renten, Pflege-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung sind jedenfalls für das Personal nicht abgeführt worden.