Fichtelgebirge Richtfest in echt sportlicher Zeit

Im BLSV-Sportcamp wird es 300 Betten geben. Bis zu 60 Menschen werden hier arbeiten. Foto: BLSV

Innerhalb von zwei Jahren steht das BLSV-Sportcamp in Bischofsgrün. Die Eröffnung ist für Juni oder Juli 2021 geplant.

Bischofsgrün - Im Frühjahr 2018 der erste Spatenstich, im Oktober 2020 das Richtfest: Das neue BLSV-Sportcamp in Bischofsgrün ist Stück für Stück gewachsen, von außen lässt sich erahnen, wie das vierstöckige Gebäude fertig aussehen wird, der Innenausbau läuft gerade. Rund 32 Millionen Euro kostet das Projekt, das eigentlich bis Weihnachten 2020 fertig sein sollte. Wegen Corona hatte sich auch auf der Großbaustelle in Bischofsgrün einiges länger hingezogen. Das Richtfest hätte schon im April dieses Jahres stattfinden sollen. Der neue Termin für die Einweihung: Juni oder Juli 2021.

Schon im Mai 2014 hatte der Bayerische Landes-Sportverband (BLSV) beschlossen, das neue Haus in Bischofsgrün zu bauen. Der Kurort konnte sich damals gegen verschiedene andere Bewerber, unter anderem Fichtelberg und Selb, durchsetzen. Das ehemalige Sportcamp in Neubau bei Fichtelberg (93 Betten, fünf Angestellte) zu schließen, war schon seit 2013 im Gespräch. Das Camp, das dort seit 1958 bestand, sei aus verschiedenen Gründen nicht mehr rentabel gewesen, sagte der jetzige BLSV-Präsident Jörg Ammon damals. Ende 2017 wurde das Fichtelberger BLSV-Sportcamp schließlich geschlossen. Nachdem Bischofsgrün als neuer Standort ausgewählt worden war, passierte erst einmal nichts. Denn der Freistaat hatte einen 75- bis 80-prozentigen Zuschuss für den Neubau versprochen, den die EU genehmigen musste. Das Verfahren dauerte eineinhalb Jahre. Am Ende konnte der BLSV seine Pläne ohne Abstriche in Angriff nehmen. Richtig Fahrt aufnehmen sollte der Bau des neuen Sportcamps dann im Jahr 2018. Doch der BLSV musste die Ausschreibung für den Rohbau wieder aufheben, da die Angebote höher ausfielen als kalkuliert. Im zweiten Anlauf klappte dann die Vergabe, doch ein Baubeginn für 2018, über die Erdarbeiten hinaus, war damit in weite Ferne gerückt. Seit dem Frühjahr 2019 laufen die Arbeiten jetzt.

Etwa 300 Betten wird es im Camp geben, 40 bis 60 Menschen werden dort arbeiten. "Die 300 Betten machen ein Drittel der Kapazitäten in Bischofsgrün aus, für uns ist das ein Leuchtturmprojekt", sagte Bischofsgrüner Bürgermeister, Michael Schreier (SPD). Außerdem würden auch die Bischofsgrüner Sportvereine vom Camp profitieren. Denn zu der Anlage gehören eine Dreifach-Sporthalle, ein Kunstrasenplatz, drei Tennisplätze, ein Beachvolleyball-Feld und eine Kletterwand. Der Bayerische Innen- und Sportminister Joachim Herrmann (CSU), war schon zum Spatenstich des Projekts in Bischofsgrün, es sei erfreulich, was sich seitdem getan habe. "Das ist ein außergewöhnliches Projekt und eine strukturpolitische Entscheidung für die Region", sagte Herrmann beim Richtfest am Freitag. Mit 26 Millionen Euro werde der Freistaat das vierte Sportcamp des BLSV in Bayern fördern, das seien rund 90 Prozent der Kosten. "Ich bin zufrieden und glücklich, dass alles so gut gelaufen ist", sagte der ehemalige Bürgermeister Stephan Unglaub, der das Projekt in seiner Amtszeit mit ins Rollen brachte. Es sei wichtig für den Sport und ein wichtiger Faktor, um den Nachwuchs fördern zu können.

Davon ist auch der BLSV-Präsident Jörg Ammon überzeugt. Er ging auf die Entstehungsgeschichte des Camps ein und versicherte: "Das Sportcamp wird der gesamten Region neue wirtschaftliche, aber auch sportliche und touristische Impulse geben." Ganz frisch, gerade mal seit einer Woche, steht auch fest, wer das Sportcamp leiten wird: Der zukünftige Manager ist Kai Melerski, der aktuell Manager eines Nürnberger Hotels ist. Das bestätigte Melerski auf Anfrage. Und was wird aus dem ehemaligen BLSV-Heim in Fichtelberg, das seit Ende 2017 leer steht? "Der BLSV ist momentan in Verkaufsverhandlungen", sagt Ammon. "Es gibt drei Interessenten und wir hoffen, das Ganze zeitnah abwickeln zu können."

 
 

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