Fichtelgebirge Startschuss für den Bike-Park

Wolfgang Neidhardt
Die Landräte Karl Döhler, Wunsiedel (links), und Oliver Bär, Hof (Zweiter von rechts), die Bürgermeister der anliegenden Gemeinden und Städte und weitere Beteiligte präsentierten am Kornberg die Förderbescheide und die Entwürfe für die Gestaltung des Kornberghauses. Foto: Florian Miedl

Noch in diesem Monat sollen die Arbeiten auf dem Kornberg beginnen. Die Landräte präsentieren vor Ort die ersten Förderbescheide in Höhe von 770 000 Euro.

Schönwald/Selb - Noch in diesem Monat werden die Bauarbeiten für den Bike-Park auf dem Kornberg beginnen. Das verkündete der Hofer Landrat Oliver Bär gestern vor Ort. Gemeinsam mit seinem Wunsiedler Kollegen Karl Döhler und den Bürgermeistern der anliegenden Gemeinden und Städte präsentierte er vier Förderbescheide in Höhe von insgesamt 770 000 Euro sowie die Entwürfe für die Gestaltung des Kornberghauses. "Dieses Gebäude soll noch in diesem Jahr fertig werden", versprach Architektin Susann Schäfer vom Planungsbüro Kuchenreuther. Es wird Sportzentrum und Gaststätte zugleich.

Erste Arbeiten für das Haus dürften in den kommenden Wochen beginnen - ebenso wie für Wasserversorgung und Kanalanschluss. Die Trasse dafür entlang der Straße, die von Spielberg zum Kornberg führt, ist bereits ausgesteckt. Im Frühjahr folgt laut Bär der Bau des Unterstellgebäudes für diverse Geräte sowie des "Förderbandes" und im Sommer der für den "pädagogischen Bewegungspark". Da die Planung für den eigentlichen Bike-Park durch und die Baugenehmigung in Arbeit seien, könnte auch das Herzstück des Projekts bereits in diesem Jahr zu einem großen Teil fertig gestellt werden.

"Wir hoffen, die gesamte Anlage im Frühjahr nächsten Jahres einweihen zu können", sagte Dr. Oliver Bär. Für den Bike-Park erwarten die Beteiligten eine weitere Förderung in ähnlicher Höhe wie die gestern präsentierten Beträge. Der Freistaat Bayern unterstützt das Projekt also mit gut 1,5 Millionen Euro. Gefördert werden 80 Prozent der Kosten.

Der Wunsiedler Landrat Karl Döhler freute sich, dass für die Planungen "alle Grundlagen geschaffen sind". Die letzte werde eine Umweltverträglichkeitsprüfung sein, die "im Prinzip fertig ist". Dass diese Prüfung in Auftrag gegeben worden ist, hält Ulrich Scharfenberg, Mitglied des Zweckverbandes Kornberg, für eine "weise Entscheidung, um auf der sicheren Seite zu sein". Wie mehrfach berichtet, haben etliche Bürger gegen den Ausbau den Kornberges protestiert.

Auch ihnen versprach Michael Grosch, der Leiter der Forstbetriebe Selb, beim gestrigen Termin: "Wir werden hier aufpassen!" Schließlich sei seine Behörde auch dem Naturschutz verpflichtet. Deren Mitarbeiter "müssen schauen, dass der Kornberg der Kornberg bleibt".

Grosch bestätigte, dass es nur eine Zufahrt zum Park geben wird, nämlich die sanierte Straße von Spielberg aus. "Events rund um den Turm" auf dem Gipfel schloss er aus und versicherte, dass vor allem die Wanderer auch weiterhin die Natur auf dem Hausberg von sechs Städten und Gemeinden in Ruhe genießen können werden. Der Vorteil am Kornberg: "Hier ist schon vieles da", etwa die Piste und der Lift. Nun werde "ein bisschen erweitert". Das Projekt sei von großer Bedeutung für die Region.

Dass es bereits erste Ergebnisse zeitige, berichtete Hans-Peter Baumann, der Bürgermeister von Schwarzenbach an der Saale: Vereine hätten bereits Radsportabteilungen gegründet, und einige Hausbesitzer planten, Ferienwohnungen einzurichten. So sieht er eine "positive Erwartung der Bevölkerung". Im Park am Kornberg wolle man "die Biker lenken", betonte Baumanns Amtskollege Klaus Jaschke aus Schönwald. Er sieht hier "eine Chance, die Menschen im Mountainbike-Bereich zu sensibilisieren, und eine gute Sache für uns alle".

Auf die Verbindung mit bestehenden oder geplanten Radwegen verwiesen die Bürgermeister Michael Abraham aus Rehau und Florian Leupold aus Marktleuthen. "Angesichts dieses Winters gehen wir hier die richtigen Schritte an", ergänzte Abraham. Im diesem, dem 50. Jahr des Bestehens von Anlagen auf dem Kornberg, sei der Skilift an keinem einzigen Tag gelaufen.

Am Fuße des Berges, am Ortsrand von Spielberg, ist bereits etwas geschehen. "Wir haben in den vergangenen Wochen mit einer eigens gewährten Förderung eine Brandruine abreißen lassen", berichtete der Selber Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch. Auf diesem Grundstück, das die Stadt erworben hat, werde ein Parkplatz sowie die "Erstankunft und -info" für die Besucher des Bike-Parks entstehen. Sie sollen hier in Spielberg dann auf das Rad umsteigen. Den Parkplatz bedienen künftig die Radbusse der Landkreise. Die Stadt Selb will das Geschaffene später an den Zweckverband übergeben. Sie hat somit einen Beitrag geleistet im Sinne aller, wie Landrat Bär betonte: "Es sind hier viele beteiligt, und alle treiben den Bike-Park gemeinsam voran." Läuft alles nach Plan, so steht er im Herbst zu einem großen Teil.

 

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