„Fifty-Fifty-Taxi“ in Hof Sicher von der Disko nach Hause

Lisbeth Kaupenjohann

Am Freitag beginnt die Testphase für das „Fifty-Fifty-Taxi“. Die Stadt Hof zahlt Jugendlichen am Wochenende die Hälfte der nächtlichen Taxifahrt. Es geht um die Sicherheit.

Gute Fahrt wünscht Oberbürgermeisterin Eva Döhla (Mitte) den fünf Hofer Taxiunternehmen, die sich an dem Projekt „Fifty-Fifty-Taxi“ beteiligen. Foto:  

Junge Hoferinnen und Hofer, die es genießen, endlich mal wieder am Wochenende auszugehen, dürfen sich freuen: Ab Freitag können sie nachts für die Hälfte des Fahrpreises mit dem Taxi nach Hause fahren. Da fällt auch den Eltern ein Stein vom Herzen, die immer, wenn ihr Sohn oder ihre Tochter nachts unterwegs sind, um deren Sicherheit bangen oder selbst zu später Stunde „Taxi“ spielen müssen. Im Dezember 2019 hatte der Hofer Stadtrat – wie berichtet - einen Grundsatzbeschluss gefasst für das „Fifty-Fifty-Taxi“. Die Idee kam von der SPD-Fraktion. Ziel ist es, die Zahl der Unfälle mit jungen Fahrerinnen und Fahrern zu reduzieren und die Innenstadt zu beleben.

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Dass es nun so lange gedauert hat, bis die Sache anläuft, daran ist nach Worten von Oberbürgermeisterin Eva Döhla Corona schuld. Diskos und Bars hatten während der Pandemie geschlossen. Zwar sind die Inzidenzen derzeit hoch, doch die Lokale haben geöffnet. „Der Stadt ist es ernst mit der Sicherheit junger Leute“, betont Döhla und hofft, dass viele das Angebot nutzen. „Mich freut, dass es jetzt diese Möglichkeit gibt – und meine Mutter wäre beruhigt“, sagt Nadine Taig, die zusammen mit anderen jungen Leuten auf den Hofer Maxplatz gekommen ist, wo die Oberbürgermeisterin gemeinsam mit den Taxibetreibern die halbjährige Testphase offiziell startet.

Das Ganze läuft so: Junge Leute zwischen 16 und 27 Jahren können am Freitag und Samstag sowie vor Feiertagen ab 21 Uhr innerhalb der Stadt Hof mit dem Taxi nach Hause fahren – für die Hälfte des Fahrpreises, bis zu einem Gesamtpreis von 20 Euro. Die zweite Hälfte übernimmt die Stadt Hof. „Wir wollen vermeiden, dass junge Leute sich nachts - möglicherweise alkoholisiert – hinters Lenkrad setzen, per Anhalter oder mit irgendwelchen Bekannten fahren oder auf dunklen Straßen heimlaufen müssen“, sagt Eva Döhla.

Die Stadt Hof hat mit den fünf Hofer Taxiunternehmen Herrmann, Frisch, Tipljas und Taxi 8088 einen Vertrag geschlossen, der alles Weitere regelt. Am Donnerstag wurden hierfür die Unterlagen an die Taxiunternehmen verteilt, denn diese müssen solche Fifty-Fifty-Fahrten speziell abrechnen. Doch was, wenn die Fahrgäste unterschiedlich alt sind? Wenn einer von ihnen außerhalb der Stadtgrenzen wohnt? Wenn er das Prozedere nicht richtig versteht?

„Wichtig ist, dass mindestens einer der Fahrgäste das richtige Alter hat und dies auch mit seinem Ausweis belegen kann“, sagt Klaus Herrmann. „Leider beteiligt sich der Landkreis Hof nicht an dem Projekt“, bedauert Jürgen Stader von der Stadt Hof. Deshalb gelte die „Fifty-Fifty-Fahrt“ nur bis zu dem Moment, an dem der letzte Hofer aussteigt. Danach müsse der Taxifahrer die Uhr neu starten, wenn er Kunden über die Stadtgrenze hinausfährt. Außerhalb werden maximal acht Euro erstattet. Wie das in der Praxis funktioniert, wird man sehen.

Andere Landkreise, etwa Wunsiedel und Kulmbach, haben mit dem „Fifty-Fifty-Taxi“ bereits im Sommer 2019 begonnen und gute Erfahrungen gemacht – bis Corona das Nachtleben stoppte. Bis zu 30 Euro erstattet der Landreis Wunsiedel für eine Fahrt – der Landkreis ist groß. Wie sich die hohen Benzinpreise auf das Projekt auswirken werden, bleibt abzuwarten.