Filmtage-Bilanz Filmtage: 55 Jahre und kein bisschen leise

red

Die Macher der Hofer Filmtage sind zufrieden mit der diesjährigen Ausgabe des Festivals. Sie berichten von vielen emotionalen Momenten und viel mehr Fachbesuchern als zuletzt.

Filmtage-Besucher bei der Abreise. Foto: Patrick Findeiß/Hofer Filmtage

Hof - Am Sonntag sind die 55. Internationalen Hofer Filmtage nach einer intensiven Kinowoche zu Ende gegangen. Nun ziehen die Macher in einer Pressemitteilung Bilanz. „Mit mehr als 650 Fachbesuchern wurde Hof zum Treffpunkt der Branche in diesem Jubiläumsjahr und setzte ein Zeichen, wie wichtig Kommunikation und Austausch unter den Filmschaffenden ist“, lautet das Resümee.

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Viele Programmpunkte hätten „wichtige Signale für den Austausch untereinander“ gesetzt: Dazu gehörten der Speed Pitch, die Late-Night-Talkshow „GASTHoF“, das neue Format „Frühstücks Club - Der Breakfast Talk“ und die Club-Gespräche genauso wie die Master Classes von Medienkünstler Asteris Kutulas und dem international erfolgreichen Regisseur Abel Ferrara. Aktuelle Themen standen im Vordergrund der Branchen-Diskussionen wie bei dem per Live-Stream übertragenen „Tacheles Talk - Mehr Schauspielerinnen ab 50 in Kinofilmen, Streaming und Fernsehen“ mit den Schauspielerinnen, Regisseurinnen und Autorinnen Adriana Altaras, Anke Sevenich, Anna Brüggemann und Simone Wagner, dem Panel „Genre im Kino“ mit Moritz Hemminger, den Regisseuren und Regisseurinnen Alisa Kolosava und Manuel Weiß sowie der Runde zum Thema „Wie persönlich darf ein Film sein? Generationen im Kino“ mit Julia von Heinz, Rosa von Praunheim und Lukas Röder.

Die Weltpremiere von Asteris Kutulas sogenanntem Liquid-Staging-Projekt „Electra ’21“ mit der Musik von Mikis Theodorakis, einer Installation, in der sich die Zuschauer bewegen können, aber auch sitzen oder stehen, sowie Matthias Dietscherleins Kino-Bus mit Vorführungen von Kurzfilmen in Hofs Altstadt öffneten Einblicke in die Filmwelt außerhalb des Kinosaales.

Einzigartige Momente habe es mit dem Gast des Retro-Gesprächs, Joachim Król, gegeben, der auch Fußballspiel der Filmschaffenden gegen die Hofer Mannschaft ankickte. Emotionale Höhepunkte auch bei den Preisverleihungen: Das waren die Verleihung des Hans-Vogt-Filmpreises der Stadt Rehau an Asteris Kutulas, des Förderpreises Neues Deutsches Kino an Peter Meister für „Das schwarze Quadrat“ als auch des Filmpreises der Stadt Hof an Julia von Heinz. Der Hofer Dokumentarfilmpreis „Granit“ ging an „Luchadoras“ von Paola Calvo und Patrick Jasmin mit einer lobenden Erwähnung für Jens Meurers „Seaside Special“, der Bild-Kunst-Förderpreis für das beste Kostümbild an Hannah Ebenau und Sabrine Krämer und für das beste Szenenbild an Yvonne Leuze, beide für „Trümmermädchen“.

Der Hofer Goldpreis wurde zu gleichen Teilen an Alisa Kolosova für „Charly“ sowie Lukas Röder für „Gehirntattoo“ verliehen. Erstmalig vergeben wurde der Hofer Jury-Kurzfilmpreis für „Erwachsen oder sowas“ der Regisseurin Marlena Molitor sowie der Hofer Kritikerpreis für die beste Regie an „The Saint of the Impossible“ von Marc Wilkin und „Das schwarze Quadrat“ für die Produktionsfirma Frisbeefilms.

Künstlerischer Leiter Thorsten Schaumann kommentiert: „55 Jahre und kein bisschen leise. Das große Treffen der Filmfamilie war mehr als intensiv. So viele Gespräche zwischen Kino, Bratwurst und Fußball von Person zu Person wurden sicherlich schon lange nicht mehr geführt und waren eine echte Inspiration. Wir freuen uns über den enormen Anstieg der Fachbesucher. Und mit zirka 10 000 Kinozuschauern in fünf Tagen kann die Auslastung unter den Hygienemaßnahmen, also 3G+ und 50 Prozent Kinoplätze, als großer Erfolg verbucht werden.“

Im Internet gehen die Filmtage noch bis Sonntag, 7. November, weiter. Unter www.hofer-filmtag.com ist das Login für das Streaming-Festival „HoF on Demand“ zu finden. So lassen sich die Filme daheim genießen.