Trotz Überzahl und großer Überlegenheit musste der nun seit 38 Spielen nicht mehr bezwungene Europameister bis in die Verlängerung warten, ehe Ferran Torres das erlösende Tor schoss (106. Minute) und den zweiten WM-Triumph nach 2010 ermöglichte. "Ich denke, dass wir durch dieses Tor endlich erlöst wurden. Wir alle haben es versucht", sagte der Profi des FC Barcelona: "Gegen Messi bist du immer nervös, aber wir haben immer an uns geglaubt."
Es gibt eine zweite Weltmeister-Generation
Torres' goldener Schuss war der 20. Versuch für die Spanier - Argentinien hatte zu diesem Zeitpunkt nicht ein einziges Mal aufs Tor von Unai Simón geschossen. Der Schlussmann von Athletic Bilbao hatte im Verlauf des XXL-Turniers in den USA, Mexiko und Kanada einen Rekord aufgestellt und war 649 Minuten ohne Gegentor geblieben.
Spanien kassierte in acht Spielen nur einen Gegentreffer, beim 2:1 im Viertelfinale gegen Belgien. "Diese Spielweise, dieses Niveau und diese Konzentration über acht Spiele hinweg aufrechtzuerhalten - das hat uns den Titel gebracht", sagte Simón.
In Südafrika 2010 war Spanien mit zwei Gegentoren Weltmeister geworden. Die Mannschaft um Andrés Iniesta, der beim 1:0 im Finale gegen die Niederlande auch in der Verlängerung traf, Sergio Ramos und Iker Casillas ist nun nicht mehr die einzige goldene Generation in der spanischen Fußball-Historie. "Ein Spiel, das die Geschichte eines Landes und einer Generation für immer verändern wird. Spanien muss das Jahr 2010 nun nicht mehr als einmalige Erinnerung betrachten", schrieb "Mundo Deportivo".
Auszeichnung als bester Nachwuchsspieler nicht für Yamal
Wie die Legenden damals ließ auch die neue Generation um Rodri, der verdient zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde, Yamal oder Cucurella auf den EM-Titel den WM-Sieg folgen.
"Wir mussten 16 Jahre auf diesen Moment warten. Ich hoffe, dass wir diesmal nur vier Jahre auf den nächsten Stern warten müssen", sagte Simón. Er wurde als bester Torwart des Turniers geehrt, Verteidiger Pau Cubarsi bekam die Auszeichnung für den besten Nachwuchsspieler - und nicht etwa der ebenfalls 19 Jahre alte Yamal.
Der größte Star in Spaniens Team spielte eine unauffällige WM und erzielte nur ein Tor. Ein Sonderlob von Trainer Luis de la Fuente gab es dennoch, weil sich der Profi des FC Barcelona in den Dienst der Mannschaft stellte. "Ich bin ihm ernsthaft dankbar, er hat sich für das Kollektiv geopfert", sagte der 65-Jährige, der nun der älteste Weltmeister-Trainer der Geschichte ist.
Trainer-Tattoo für Cucurella
De la Fuente wird einem anderen Spieler nun sogar unter die Haut gehen: Cucurella muss sich nun ein Tattoo mit dem Gesicht des Trainers stechen lassen. "Ich werde darüber nachdenken und es dann hinter mich bringen", sagte der Neuzugang des FC Barcelona über seine Ankündigung von vor dem Turnier.