„Das System ist so nicht mehr tragfähig.“ Der Satz, den Kreiskämmerer Rainer Dippold so nüchtern ausspricht, hat es in sich. Der Finanzexperte des Kreises, geschätzt für seinen souveränen Umgang mit Zahlen, spricht von den Kommunalfinanzen. Im Kreistag am vergangenen Donnerstag hat er so manchem Kommunalpolitiker zu denken gegeben. Und Dippold hat zudem erstmals Zahlen genannt, als er auf den vermutlich nötigen Neubau der Realschule in Kulmbach zu sprechen kam. Mindestens 42 Millionen Euro wird dieser Bau kosten, der das derzeit genutzte Betongebäude in der Alten Forstlahmer Straße ersetzen soll, dessen nötige Sanierung wirtschaftlich keinen Sinn mach, auch wenn man das dem Bau von außen wie auch von innen gar nicht ansieht. Wie kann ein Landkreis das finanzieren, wenn er immer mehr Ausgaben hat und gleichzeitig die Einnahmen sinken? Da verweist der Kreiskämmerer auf den glücklichen Umstand, dass im Kulmbacher Land in den vergangenen Jahren mit eisernem Willen und auch unter Verzicht Schulden abgebaut worden sind. Nur noch 2,19 Millionen Euro werden es Ende dieses Jahres sein. Das, hat Dippold dem Kreistag gesagt, ermögliche nun aus seiner Sicht diesen notwendigen Neubau. Und auch wenn dafür neue Schulden gemacht werden müssen, stelle das dank der soliden wirtschaftlichen Basis des Landkreises kein unlösbares Problem dar.
Finanzen werden knapper Kassensturz vor der Kommunalwahl
Melitta Burger 16.12.2025 - 17:30 Uhr