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Finanzielle Freiheit Illusion oder eine realististische Option?

 Foto: pixabay.com / © Csaba Nagy

Seit der Finanzkrise 2008 gab es ein Umdenken. Menschen aus wohlhabenden Industrienationen haben erstmals gemerkt, wie schnell sich die eigene finanzielle und materielle Situation ins Negative verkehren kann. In den USA hat sich infolge dessen eine besondere Bewegung entwickelt, die auch in Deutschland Anklang gefunden hat. In Deutschland ist diese Bewegung weitgehend unter dem Begriff Frugalismus bekannt, während es in den USA als die FIRE-Bewegung Bekanntheit erlangt hat (Financial Independence, Retire Early). "Financial Independence" steht für finanzielle Unabhängigkeit und "Retire Early" für den frühzeitigen Ruhestand.

Doch wie realistisch ist es, in den frühzeitigen Ruhestand zu gehen? Ist es nur Menschen vorbehalten, die auf ein solides Einkommen zurückgreifen oder gibt es auch Wege für Menschen, deren Einkommen im unteren oder mittleren Bereich ist? Auf diese und viele weitere Fragen folgen Antworten im nachfolgenden Text, um Auskunft zu den Möglichkeiten der finanziellen Freiheit zu geben.

Finanzelle Unabhängigkeit: Bedeutung und Merkmale
Die finanzielle Unabhängigkeit ist ein dehnbarer Begriff, sodass jeder Mensch im Grunde es auf seine Weise interpretieren kann. Im Allgemeinen kann man zusammenfassen, dass es sich bei der finanziellen Unabhängigkeit, so wie es zum Beispiel die Frugalisten ansehen, um die Freiheit handelt, das Leben so zu gestalten wie man es möchte. Dies wird durch ein passives Einkommen erzielt, welches beispielsweise durch das Investieren in Aktien generiert wird.

Letztlich stehen dabei, wie es im ersten Moment scheint, nicht finanzielle Aspekte eine ausschlaggebende Rolle. Es ist viel mehr ein Lebensstil und eine Lebenseinstellung. Somit geht es nicht um Reichtum und Erfolg, wenn auch Frugalisten enorme Summen ansparen, um sich die Freiheit leisten zu können. In erster Instanz geht es darum, mit weniger zufrieden zu sein. Frugalisten sind im Bestreben, auch kleine Momente des Lebens wertzuschätzen. Folglich üben Frugalisten einen Verzicht und lernen mit weniger auszukommen. Die Zeit, die man dann mit der eigenen Familie verbringen kann oder das Ausüben von Hobbys sind von elementarer Bedeutung.

Sicherlich hat der Verzicht auch pragmatische Gründe, denn es geht darum, sich ein Vermögen aufzubauen, um später von den Zinserträgen leben zu können. Frugalisten beschränken ihre finanziellen Ausgaben auf ein Minimum, um einen Großteil ihres Gehaltes in Aktien zu investieren. Dies soll es ermöglichen, frühzeitig in den Ruhestand zu gehen. In der Regel sind Anhänger dieser Bewegung im Bestreben, im Alter von 30 oder 40 frühzeitig in Rente zu gehen. Dennoch ist der Grundgedanke der Bewegung, zu lernen mit weniger glücklich zu sein. Denn die Wurzeln der Bewegung liegen in der Finanzkrise 2008.

Mittel und Wege, um sich ein passives Einkommen aufzubauen
Schließlich ist die entscheidende Frage, wie man sich letztlich ein passives Einkommen aufbauen kann. Die Börse schafft diesbezüglich ideale Bedingungen, um das eigene Kapital gewinnbringend anzulegen. Während Sparbücher bei den Banken keine Zinsen mehr bieten, lassen sich an der Börse noch beachtliche Gewinne erzielen. Dabei stehen häufig risikoarme Anlagen im Fokus, weil ein Verlust an der Börse, die eigenen Vorhaben gefährden kann, wenn es um den frühzeitigen Ruhestand geht.

Risikoarme Anlagen, wie zum Beispiel ETF's, bilden häufig das Fundament für ein passives Einkommen. Der MSCI World-ETF hat seit dem Jahre 1970 eine durchschnittliche Rendite von 7,1 % erzielt. Mit einer Sparrate investiert man in wirtschaftliche starke Unternehmen, die weltweit agieren. Selbstverständlich hängt der Erfolg in Abhängigkeit zur Summe, die man investieren kann. Personengruppen, die auf ein solides Einkommen zurückgreifen, können schneller an ihr Ziel gelangen als Menschen, die weniger verdienen.

Dennoch können auch Menschen mit einer geringeren Sparrate, sich problemlos ein passives Einkommen aufbauen. Albert Einstein bezeichnete den Zinseszinseffekt als das achte Weltwunder. Wer somit eine Strategie langfristig verfolgt und regelmäßig investiert, kann sich bereits mit kleineren Summen mit der Zeit ein Vermögen aufbauen. Somit ist es nicht nur Menschen vorbehalten, die auf ein gutes Einkommen zurückgreifen. Im Grunde hat jeder die Möglichkeit, die Börse für sich zu nutzen. Es ist wichtig, die Zeit für sich arbeiten zu lassen.

Fazit
Finanzielle Unabhängigkeit ist letztlich weit mehr als das Streben nach Reichtum. Hinter der Idee steckt ein Lebensstil und eine Idee, nämlich die Fähigkeit, dass zu schätzen, was man hat. Deshalb verzichten Frugalisten auf viele Annehmlichkeiten des Alltags, weil sie lernen, die kleinen Dinge des Lebens zu schätzen.

 

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