Firmenansiedlungen Interesse am Fichtelgebirge wächst

Es gibt offenbar noch Platz für Gewerbegebiete in der Region. So wie hier zwischen Marktredwitz und Waldershof. Foto: M.Bäu

Betriebe aus ganz Deutschland werden auf die Vorteile der Region aufmerksam. Vor allem mit einem Thema punktet der Landkreis.

Nicht nur mehrere Unternehmen im Landkreis Wunsiedel sind sogenannte hidden Champions, also wenig bekannte Weltmarktführer. Auch der Landkreis selbst ist zumindest ein klein wenig einer. So ist zum Beispiel die Wasserstoffregion Fichtelgebirge deutschlandweit noch nicht überall bekannt. „Wenn ich aber von der demnächst ihren Betrieb aufnehmenden Produktionsstätte für grünen Wasserstoff berichte, dann werden viele hellhörig“, berichtet der Landkreis-Wirtschaftsförderer Alexander Popp im Gespräch mit der Frankenpost. Genau dies habe er am Stand des Fichtelgebirges im Mai bei der Hannover Real-Estate erlebt. Weit bekannter sei hingegen der Wunsiedler Weg. „Ja, von diesem Begriff haben offenbar viele Unternehmer bereits gehört.“ Laut Popp ist die Verfügbarkeit erneuerbarer Energie im großen Stil ein riesiger Standortvorteil. So habe er in Hannover acht Gespräche mit ernsthaft an einer Investition im Fichtelgebirge interessierten Unternehmern geführt. So fragte zum Beispiel ein Hotelier, ob im Landkreis Wunsiedel genügend erneuerbare Energie für einen Hotelbetrieb zur Verfügung stehe. Auch aus den Branchen Einzelhandel, Pflege und Wohnungsbau habe es Interessenten an der Region gegeben.

Ein weiterer Trumpf ist nach Ansicht Popps die Geschlossenheit, mit der die Region auftritt. „Ehrlich gesagt, habe ich so einen Zusammenhalt noch nirgends erlebt. Auch auswärtige Investoren sind davon beeindruckt“, sagte Popp jüngst im Kreistag.

Mittlerweile scheint es so, als ob ländliche Gegenden für Unternehmen immer interessanter werden. „In München zum Beispiel gibt es so gut wie keine Flächen mehr, im Fichtelgebirge hingegen sind sie noch vorhanden.

Nach mehr als zwei Jahren Corona wollen die Wirtschaftsförderer des Landratsamtes wieder mit Firmenbesuchen beginnen. „Wir haben uns in den vergangenen Monaten nicht aufgedrängt, sondern alles online erledigt.“ Apropos Corona: An den Folgen der Pandemie haben laut Popp vor allem die Gaststätten extrem gelitten. So haben diese einen Gutteil ihres Personal verloren.

Eine der drängendsten Aufgaben der Wirtschaftsregion ist es nach Ansicht Popps, das Arbeitskräftepotenzial zu nutzen. Hier gehe es unter anderem um die Qualifizierung oder die Registrierung der ukrainischen Flüchtlinge.

Ein Kuriosum am Rande: Wie der Wirtschaftsförderer den Kreisräten sagte, hatten die Verantwortlichen der Agentur „Invest in Bavaria“ das Megathema im Landkreis, grünen Wasserstoff, bis vor Kurzem nicht auf dem Schirm. Das hat sich mittlerweile geändert. Prompt habe es bereits mehrere Kundenanfragen zum Wunsiedler Wasserstoff gegeben.

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