Flüchtlings-Unterkunft Turnhalle in Münchberg wird geräumt

Die Ankerzentren – wie hier die Einrichtung für Oberfranken in Bamberg – platzen derzeit wieder aus allen Nähten. Foto: picture alliance/dpa/Daniel Karmann

Der Landkreis Hof erwartet Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan. Unterkommen werden sie in Münchberg. Und was passiert in der Stadt Hof?

Die deutschen Ankerzentren verzeichnen derzeit einen verstärkten Zustrom: Schutzsuchende, vor allem aus Syrien und Afghanistan, bitten in Deutschland um Asyl. Für Oberfranken ist das Ankerzentrum in Bamberg die Anlaufstelle – und das stößt an seine Kapazitätsgrenzen. Deshalb müssen nun mehrere oberfränkische Landkreise und kreisfreie Städte kurzfristige Flüchtlinge aufnehmen. Mit dabei: der Landkreis Hof. Vorerst nicht dabei: die Stadt Hof.

Das Landratsamt hat als vorübergehenden Unterbringungsort für Asylbewerber die Turnhalle der Berufsschule in Münchberg ausgewählt. Wie die Leiterin der Pressestelle, Stefanie Schulze, mitteilt, steht deshalb die Halle nicht mehr für andere Zwecke zur Verfügung. Der Landkreis habe die betroffenen Nutzer der Halle informiert.

In den kommenden Tagen und Wochen wird es im Wesentlichen darum gehen, die Turnhalle zur Flüchtlings-Unterkunft umzufunktionieren. So wie man es in den vergangenen Jahren bei größeren Flüchtlingswellen erlebt hat, zuletzt bei der Aufnahme von Menschen aus der Ukraine. So wird beispielsweise provisorisch ein Fußboden verlegt, es werden Betten aufgestellt, Handtücher bereitgestellt. Wann konkret der Bus mit den Flüchtlingen in Münchberg eintreffen wird, war am Donnerstag noch nicht bekannt. Wie es hieß, laufen die ersten Umbauarbeiten in der Turnhalle.

Die kreisfreie Stadt Hof muss hingegen – noch – keine Turnhalle räumen. Das bestätigt Oberbürgermeisterin Eva Döhla (SPD) auf Anfrage. Die momentan fünf Menschen pro Wochen, die das Ankerzentrum für Hof zuweise, könnten in Gemeinschaftsunterkünften leben. „Wir kommen mit den vorhandenen Kapazitäten zurecht.“ Sollte es jedoch verstärkt Zuweisungen für Hof geben, schließt die Rathauschefin nicht aus, dass doch Turnhallen infrage kommen. Der Stadt Hof kommt in diesem Zusammenhang offenbar zugute, dass sie bei der Aufnahme von Ukrainern überdurchschnittlich gefordert war und ist.

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