Flughafen Hof-Plauen Schwere Flugzeuge bringen Umsatz

red

Der Flughafen geht optimistisch ins Jahr 2023. Zwar sind die Kosten gestiegen, doch das Defizit sinkt weiter – auch dank steigender Flugzahlen. Eine gute Nachricht für Stadt und Landkreis Hof.

Auch parkende Flugzeuge bringen dem Flughafen Einnahmen. Foto: Flughafen

Der Flughafenbeirat des Flughafens Hof-Plauen hat den Wirtschaftsplan 2023 verabschiedet. Geschäftsführer Ralf Kaußler kann trotz der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Gesamtlage und gestiegener Betriebskosten recht optimistisch planen, denn die Verkehrszahlen und der Umsatz sind im zu Ende gehenden Jahr weiter gestiegen – der Umsatz sogar sehr deutlich.

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Verkehrszahlen und Umsatz legen zu Einig waren sich Beirat und Geschäftsführung, „dass die Richtung im operativen Bereich stimmt“. Dies zeige sich auch an den Verkehrs- und Umsatzzahlen des aktuellen Jahres. Stand November konnte der Verkehr im ablaufenden Jahr um fünf Prozent gesteigert, der Umsatz indes sogar fast verdoppelt werden. Die Gründe dafür sind einer Mitteilung zufolge recht einfach. Geschäftsführer Kaußler: „Fleetair International wie auch andere Business-Airlines fliegen uns mit schwereren Flugzeugen öfter an und landen bei uns.“ Dies mache sich umgehend am Umsatz bemerkbar. Auch der aktive Werkverkehr eines Unternehmens mit bis zu acht Flügen in der Woche zu Zielen in ganz Europa trage zum Umsatz bei. „Hierbei wird oft in Hof auch vollgetankt, damit man am Zielort einen Zeitvorteil hat und nicht dort erst noch tanken muss.“

Dass vor allem der kürzlich abgeschlossene Vertrag mit Fleetair International (die Frankenpost berichtete) mehr Verkehr zur Folge haben wird, zeigt sich schon jetzt: Die Airline parkt über Weihnachten und Neujahr voraussichtlich acht ihrer insgesamt zehn Flugzeuge in Hof.

Der Flughafenbereit mit Vorsitzender Eva Döhla gratulierte zu den jüngsten erfolgreichen Verhandlungsergebnissen. „Wir sehen, dass unser Flughafen sich weiter positiv entwickelt.“

Einnahmen Die Einnahmen im Jahr 2023 werden mit 1,12 Millionen Euro veranschlagt. Diese kommen vor allem aus dem Kraftstoffverkauf und den Vermietungen von Anlagen und Hallen unter anderem an BMW und Fleetair International Airlines. Alleine durch diese beiden Kunden wird der Flughafen im kommenden Jahr rund 500 000 Euro einnehmen.

Auch Kostenerstattungen des Bundesamtes für Flugsicherung in Höhe von rund 200 000 Euro tragen zu einer soliden Einnahmenseite bei und entlasten das Budget für die Flugsicherung. Der Flughafen vereinnahmt zudem in Auftrag des Flugsicherungsanbieters Austrocontrol Germany GmbH Gebühren für anfliegende Flugzeuge. Der Flughafen kann 2023 auch hier mit zusätzlichen Einnahmen rechnen.

Ausgaben Auf der Ausgabenseite schließt der Wirtschaftsplan mit einem Gesamtansatz von 1,6 Millionen Euro. Neueinstellungen wegen bevorstehender Renteneintritte und anstehende Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst lassen den Ansatz für Personalkosten auf 637 000 Euro steigen; diese stellen erneut den größten Aufwandsposten dar. Ebenfalls steigende Kosten hat der Fuhrpark zu verzeichnen. Hier sind die Beschaffungskosten für Betriebsstoffe und Ersatzteile enorm gestiegen. Ein zusätzlicher Unimog wurde in den Dienst gestellt, um im Winterdienst effektiv arbeiten zu können: „Die Landebahn ist unser Kapital – auch im Winter“, sagt Kaußler.

Daneben steigen auch die Unterhaltskosten der Gebäude und Anlagen. 2023 muss der Flughafen in Dachsanierungen von Hangars und in Reparaturen an der Befeuerungsanlage der Landebahninvestieren. Immerhin: „Die Einnahmen aus den ansteigenden Flugverkehrszahlen“, erklärt Kaußler, „können derzeit die gestiegenen Energiekosten auffangen.“

Investitionen Investieren muss der Flughafen in vielen Bereichen. Im kommenden Jahr soll der Bau der dringend benötigten Fahrzeug-Unterstellhalle endlich beginnen. Planungs- und Genehmigungsphase haben hier rund 1,5 Jahre in Anspruch genommen. Neben den Fördermitteln ist mit Eigenmitteln in Höhe von rund 400 000 Euro zu rechnen. Auch die notwendige Sanierung von Hangardächern schlägt mit 280 000 Euro zu Buche.

Die Dächer sollen für eine Fotovoltaikanlage fit gemacht werden, „die uns dann mit Strom versorgen kann“, kündigt der Flughafen-Geschäftsführer an.

Daneben werden Umrüstungen von technischen Anlagen im Tower und eine Studie zur Anbindung an ein sogenanntes Remote Tower Center geprüft. „Das Remote-Tower-Konzept ist zukunftsweisend. Es könnte uns in vielerlei Hinsicht Kosteneffizienz bringen und den Mitarbeitereinsatz vereinfachen“, erklärt Kaußler.

Defizit Durch die gute Einnahmesituation können die Kostensteigerungen weitestgehend aufgefangen werden. Deshalb sinkt das geplante Defizit erneut, und zwar deutlich um 76 300 Euro auf 480 500 Euro. Die notwendigen Eigenkapitalverstärkungen zur Deckung des Defizites tragen Stadt und Landkreis Hof entsprechend ihrer Gesellschaftsanteile an der Flughafen GmbH. „Wir freuen uns, trotz konservativer Planung das geplante Defizit erneut verringern zu können – und das trotz der gestiegenen Kostenseite“, freut sich Geschäftsführer Kaußler. „Wir arbeiten stets darauf hin, dass in naher Zukunft keine Eigenkapitalverstärkungen mehr notwendig sind.“

Das wäre eine positive Nachricht für Stadt und Landkreis Hof, die die Gelder bereitstellen müssen. Aufgrund der Haushaltslage der Kommunen „haben wir alle Posten nochmals auf den Prüfstand gestellt und entsprechend den Plan abgestimmt“, erkärt Kaußler. „Die Kämmerer freuen sich, dass erneut weniger Geld zur Verfügung gestellt werden muss.“

Bemühen um neue Kunden Helfen, dass das Ziel „Schwarze Null“ erreicht wird, soll auch eine gute Außendarstellung als Flughafen für die allgemeine Luftfahrt und den Business-Bereich. „Wir werden im kommenden Jahr versuchen, auf speziellen Luftfahrt-Messen neue Kunden zu gewinnen und uns als Verkehrslandeplatz für den Business-Bereich weiter ins Gespräch zu bringen“, erklärt Kaußler.