Außenpolitik und Trump-Dilemma
Auch die immer wieder heiß diskutierte außenpolitische Ausrichtung der AfD ist offiziell kein Thema auf der Klausur, obwohl die Außenpolitik mit der wackeligen Waffenruhe im Iran und Russlands Krieg gegen die Ukraine weiterhin alles dominiert.
Der außenpolitische Kurs von US-Präsident Donald Trump hat die AfD, die seine Wahl gefeiert hatte und an engen Kontakten nach Washington arbeitet, in ein Dilemma gestürzt. Nach der US-Militäraktion in Venezuela, dem Konflikt um Grönland und besonders den Angriffen gegen den Iran äußerte sich die Parteispitze zunehmend kritisch gegenüber Trump, dessen Maga-Bewegung ("Make America Great Again") sie inhaltlich sonst sehr nahesteht.
Schwanken zwischen Jubel und Kritik
Das Schwanken zwischen Jubel und Kritik für Trump wurde kürzlich auch sichtbar bei Äußerungen Weidels und Chrupallas auf der Plattform X. Chrupalla kommentierte harsche Drohungen des US-Präsidenten Richtung Iran mit einem Kopfschütteln und schrieb "Irre.", während seine Co-Parteichefin Weidel am selben Tag Trumps Vize JD Vance für dessen Wahlkampfunterstützung des ungarischen Regierungschefs Viktor Orban mit "Großartig!" feierte.
Zu Orban nach Ungarn werden sich die Blicke der AfD-Abgeordneten bei ihrer Klausur in Cottbus am Sonntag richten, auch wenn Außenpolitik nicht auf ihrer Tagesordnung steht. Verliert er und muss für eine dann wohl EU-freundlichere und deutlich weniger Russland-freundliche Regierung Platz machen, wäre das für die rechten Parteien in Europa einschließlich der AfD ein Rückschlag. Bei einem Sieg dürften Weidel und Chrupalla jubeln.