Frankenpost-Firmenlauf Weißenstädter See wird zur Mega-Sportkulisse

,

Der Frankenpost-Firmenlauf feiert am Weißenstädter See seine zehnte Auflage. Ob in bunten Trikots oder verrückten Kostümen: 3500 Hobbysportler sind motiviert, mit ihren Arbeitskollegen die fünfeinhalb Kilometer zurückzulegen.

Das Wasser des Weißenstädter Sees glitzert im Sonnenlicht. Unter die Spaziergänger mischen sich nach und nach Sportler in farbenfrohen Firmen-Trikots. Sie alle pilgern bei Kaiserwetter zur Halbinsel, wo sich unter anderem die DLRG-Rettungsstation befindet. Gerettet werden muss an dem schönen Freitagnachmittag allerdings niemand, ihr Ziel ist der dort stattfindende Frankenpost-Firmenlauf. 

Nach der Werbung weiterlesen

Auf der Halbinsel kommen knapp 3500 Menschen zusammen, die für ihre Firma und sich selbst den fünfeinhalb Kilometer langen Lauf auf sich nehmen wollen. Seit jeher dient der Firmenlauf nicht nur als sportliches Event, viele Firmen nutzen die Veranstaltung auch als Teambuilding-Maßnahme für ihre Mitarbeiter oder auch als Marketing-Aktion. In diesem Jahr nehmen 159 Firmen aus dem Raum Hochfranken teil.

Auf dem Gelände stehen zahlreiche Biertischgarnituren und Essensstände – darunter mehrere Grillstationen und ein Waffel-Wagen. Jede Firma hat eine bestimmte Anzahl an Tischen und Bänken, bei denen sich die Mitarbeiter vor Beginn des Laufs treffen. Kollegen umarmen sich zur Begrüßung, schütteln Hände oder rufen schon von Weitem den Namen eines Mitarbeiters. Einige irren noch verwirrt auf der Halbinsel umher und suchen ihre Tische. Andere teilen bereits die Verpflegungsgutscheine untereinander auf. 

Währenddessen dröhnt aus den Lautsprechern Partymusik, die immer wieder von Ansagen unterbrochen wird: „Um 17 Uhr startet das Warm-up.“ Arbeitskollegen, Familienmitglieder, Freunde und sogar der Hund sind bester Stimmung und fiebern eifrig dem Start des Events entgegen. Am Grillstand steht eine kleine Schlange an. Anscheinend brauchen die Läufer noch einmal eine kleine Stärkung, bevor es losgeht mit dem Lauf - einmal um den Weißenstädter See. Einige Frauen sonnen sich noch auf den Liegebänken. 

Die Mitarbeiterinnen des Kinderhorts „Vier Elemente“ aus Weißenstadt, die sich als sieben Zwerge und Schneewittchen verkleidet haben, üben vor Beginn motiviert ihren Schlachtruf: „Hey Zwerge, hey Zwerge, hey Zwerge ho. Hey Zwerge, hey Zwerge, go go go. Im Hort zu sein, das ist ein Glück, jetzt geht’s los – wir lassen keinen hier zurück…“ Dabei wackeln sie eifrig mit ihren Zwergenmützen. Beim Firmenlauf ist es Tradition, dass das kreativste Lauf-Dress einen Preis erhält.

Groß ist die Gaudi an der Fotowand. Dort halten die Teams den Tag und ihre zum Teil schon sehr verrückten Kostüme fest. Sie ziehen wilde Grimassen und setzten sich extravagant in Pose. Ob die Männer in Hawaiiröcken auch gleich ein Foto machen?

Zwei Frauen der Sattlerei Lena Tschanett aus Oberkotzau proben gerade den perfekten Galopp. Statt zu laufen, reiten sie nämlich beim Firmenlauf mit – aber natürlich nicht mit echten Pferden. Sie tragen um die Hüfte aufblasbare Pferdekostüme. Luft brauchen auch die Mitarbeiter des Siebenquell Gesund Zeit Resorts und des Sana Klinikums Hof. Sie treffen die letzten Vorbereitungen, indem sie Luftballons aufpusten. Damit wollen die Mitarbeiter beim Laufen hervorstechen. 

Eine weitere Ansage aus den Lautsprechern kündigt den baldigen Beginn des Warm-ups an, woraufhin sich die Truppe langsam zum Startpunkt nahe des Kinderstrands bewegt. Auf einer kleinen Bühne stehen bereits drei Mitarbeiter des Siebenquell Gesund Zeit Resorts, um Aufwärm-Übungen vorzumachen. Der Platz rund um die Bühne füllt sich, es bildet sich eine große Menschenmenge. Dann geht es mit Dehnübungen los. Die Leute strecken sich, indem sie die Arme nach oben halten und sich auf Zehenspitzen stellen. Das Aufwärm-Team macht Kniebeugen vor, die „Bande“ macht sie nach. Die letzte Übung beinhaltet, mit den Händen über dem Kopf zu klatschen. 

Endlich ist es soweit: Die erste von fünf Gruppen darf sich an der Startlinie aufstellen. Noch versperrt ein Flatterband den Läufern den Weg. Lediglich ein Fahrradfahrer steht vor dem Startbereich, um den Läufern die Strecke um den See anzuzeigen. Auf Ansage zählen alle gemeinsam von zehn runter. Dann fällt der Startschuss. Ganz vorne rennen Teams so schnell sie können los, allerdings werden einige von Kindern überholt, die ebenfalls am Lauf teilnehmen. Andere joggen etwas gemächlicher – so wie ein Mann der Firma Rehau, der während des Laufens seine Smartwatch checkt, um die Zeit zu messen. Eine Frau der Schleifscheibenfabrik Alfons Schmeier aus Helmbrechts joggt sogar mit Kinderwagen ziemlich weit vorne mit. Es gibt aber auch Mitarbeiter der Firmen, die anstatt zu joggen lieber spazieren gehen. Zum Beispiel halten sich einige Kollegen der Firma Vishay aus Selb recht weit hinten auf, um sich in Schritttempo miteinander unterhalten zu können. Von ganz hinten versucht ein Netzsch-Mitarbeiter aus Selb die anderen Läufer einzuholen. 

Ist der erste Block außer Sichtweite, darf der zweite Starten. Hier verhalten sich die Läufer ähnlich. Aus der Menge stechen die Läufer des Helmbrechtser Unternehmens Raumedic hervor, denn viele von ihnen haben  Nordic-Walking-Stöcke dabei. Einige Mitarbeiter der VR-Bank Bayreuth-Hof tragen beim Laufen Regenschirme, die selbstgebastelte Geldscheine zieren. In der Menge sieht man auch immer wieder Luftballons schweben. Ein Mann, der bei der Stadt Hof arbeitet, zieht beim Laufen einen Bollerwagen hinterher, indem sich sein Sohn entspannt. 

Der Moderator ruft aus den Lautsprechern „Gute Reise“, woraufhin der dritte Block startet. Eine Rehau-Mitarbeiterin trägt dabei einen Schirmchen-Hut auf dem Kopf. Eine Gruppe in hellblauen T-Shirts halten Cheerleader-Pompoms in den Händen. Mitarbeiter des AS Bau Hof ziehen einen Bollerwagen hinter sich her, indem kleine Kinder mit Bauarbeiterhelmen sitzen. Reihenweise laufen auch Hunde mit, die ihre Herrchen hinter sich herziehen. 

„Drei, zwei, eins und los“, ruft der Moderator. Die vierte Gruppe beginnt den Lauf. Einige Mitarbeiter der Firma Geis haben das Los gezogen, den Lauf in einem gelben Würfel-Kostüm zu bestreiten. Das Unternehmen Hofer Land trägt beim Firmenlauf Smiley-Luftballons mit sich. In einer der letzten Reihen trinken ein paar Frauen zu Beginn erstmal einen Schluck Wasser.

Das lange Warten hat um 17.30 Uhr auch für die letzte Gruppe ein Ende. Der Moderator ruft „Viel Spaß“ und auch alle übrigen Läufer düsen los. Die Mitarbeiter des Evangelisches Jugend- und Fürsorgewerk (EJF) sind als Hippies verkleidet und passen ihr Tempo der Musik an, die aus einer Box dröhnt. Die Mitarbeiter des Hofer Logistikunternehmens A+H tragen verrückte Verkleidungen, denn einige von ihnen laufen als Superhelden mit um den See. 

Kaum ist der letzte Block gestartet, kommen die ersten wieder im Ziel an. Den Anfang macht Marcus Jedrzejewski vom Brettspielverein Bindlach mit einer Zeit von 21:35 Minuten . Er verrät den Grund für seine Schnelligkeit: „Ich bin ambitionierter Läufer und hab auch schon an einem Marathon teilgenommen.“ Von der Ziellinie her ertönt Jubeln. Eine weitere Gruppe ist angekommen. Manche, die ins Ziel einlaufen, winken, andere klatschen, wieder andere halten kurz vor der Ziellinie an, um ein Selfie zu machen. Ein Team feuert sogar eine Konfetti-Kanone ab. Nach einem kurzen Stopp an der Trinkstation geht es für die meisten weiter zu den Tischen und Bänken bei der Bühne. Dort werden die Gewinner des Kreativwettbewerbs verkündet. Den ersten Platz belegen die Mitarbeiter des EJF in ihren Hippie-Kostümen. Zweite ist das Team des Landratsamtes Wunsiedel in seinen grünen Trikos – zum Teil mit Strohhüten. Als dritten Platz kürt Andreas Heinkel, Geschäftsführer der Frankenpost, kein kreatives Team, sondern eine Gruppe „die wir hoffentlich nie brauchen, aber trotzdem froh sind, dass es sie gibt“ – die Bundeswehr.

  Und damit geht die Veranstaltung in den entspannten Teil des Abends über. DJ FabX legt auf der Bühne seine Musik auf und die Teilnehmer des Firmenlaufs feiern voller Freude bis in die Nacht  den Zusammenhalt  und die Gemeinschaft.