Endlich ist es soweit: Die erste von fünf Gruppen darf sich an der Startlinie aufstellen. Noch versperrt ein Flatterband den Läufern den Weg. Lediglich ein Fahrradfahrer steht vor dem Startbereich, um den Läufern die Strecke um den See anzuzeigen. Auf Ansage zählen alle gemeinsam von zehn runter. Dann fällt der Startschuss. Ganz vorne rennen Teams so schnell sie können los, allerdings werden einige von Kindern überholt, die ebenfalls am Lauf teilnehmen. Andere joggen etwas gemächlicher – so wie ein Mann der Firma Rehau, der während des Laufens seine Smartwatch checkt, um die Zeit zu messen. Eine Frau der Schleifscheibenfabrik Alfons Schmeier aus Helmbrechts joggt sogar mit Kinderwagen ziemlich weit vorne mit. Es gibt aber auch Mitarbeiter der Firmen, die anstatt zu joggen lieber spazieren gehen. Zum Beispiel halten sich einige Kollegen der Firma Vishay aus Selb recht weit hinten auf, um sich in Schritttempo miteinander unterhalten zu können. Von ganz hinten versucht ein Netzsch-Mitarbeiter aus Selb die anderen Läufer einzuholen.
Ist der erste Block außer Sichtweite, darf der zweite Starten. Hier verhalten sich die Läufer ähnlich. Aus der Menge stechen die Läufer des Helmbrechtser Unternehmens Raumedic hervor, denn viele von ihnen haben Nordic-Walking-Stöcke dabei. Einige Mitarbeiter der VR-Bank Bayreuth-Hof tragen beim Laufen Regenschirme, die selbstgebastelte Geldscheine zieren. In der Menge sieht man auch immer wieder Luftballons schweben. Ein Mann, der bei der Stadt Hof arbeitet, zieht beim Laufen einen Bollerwagen hinterher, indem sich sein Sohn entspannt.
Der Moderator ruft aus den Lautsprechern „Gute Reise“, woraufhin der dritte Block startet. Eine Rehau-Mitarbeiterin trägt dabei einen Schirmchen-Hut auf dem Kopf. Eine Gruppe in hellblauen T-Shirts halten Cheerleader-Pompoms in den Händen. Mitarbeiter des AS Bau Hof ziehen einen Bollerwagen hinter sich her, indem kleine Kinder mit Bauarbeiterhelmen sitzen. Reihenweise laufen auch Hunde mit, die ihre Herrchen hinter sich herziehen.
„Drei, zwei, eins und los“, ruft der Moderator. Die vierte Gruppe beginnt den Lauf. Einige Mitarbeiter der Firma Geis haben das Los gezogen, den Lauf in einem gelben Würfel-Kostüm zu bestreiten. Das Unternehmen Hofer Land trägt beim Firmenlauf Smiley-Luftballons mit sich. In einer der letzten Reihen trinken ein paar Frauen zu Beginn erstmal einen Schluck Wasser.
Das lange Warten hat um 17.30 Uhr auch für die letzte Gruppe ein Ende. Der Moderator ruft „Viel Spaß“ und auch alle übrigen Läufer düsen los. Die Mitarbeiter des Evangelisches Jugend- und Fürsorgewerk (EJF) sind als Hippies verkleidet und passen ihr Tempo der Musik an, die aus einer Box dröhnt. Die Mitarbeiter des Hofer Logistikunternehmens A+H tragen verrückte Verkleidungen, denn einige von ihnen laufen als Superhelden mit um den See.
Kaum ist der letzte Block gestartet, kommen die ersten wieder im Ziel an. Den Anfang macht Marcus Jedrzejewski vom Brettspielverein Bindlach mit einer Zeit von 21:35 Minuten . Er verrät den Grund für seine Schnelligkeit: „Ich bin ambitionierter Läufer und hab auch schon an einem Marathon teilgenommen.“ Von der Ziellinie her ertönt Jubeln. Eine weitere Gruppe ist angekommen. Manche, die ins Ziel einlaufen, winken, andere klatschen, wieder andere halten kurz vor der Ziellinie an, um ein Selfie zu machen. Ein Team feuert sogar eine Konfetti-Kanone ab. Nach einem kurzen Stopp an der Trinkstation geht es für die meisten weiter zu den Tischen und Bänken bei der Bühne. Dort werden die Gewinner des Kreativwettbewerbs verkündet. Den ersten Platz belegen die Mitarbeiter des EJF in ihren Hippie-Kostümen. Zweite ist das Team des Landratsamtes Wunsiedel in seinen grünen Trikos – zum Teil mit Strohhüten. Als dritten Platz kürt Andreas Heinkel, Geschäftsführer der Frankenpost, kein kreatives Team, sondern eine Gruppe „die wir hoffentlich nie brauchen, aber trotzdem froh sind, dass es sie gibt“ – die Bundeswehr.
Und damit geht die Veranstaltung in den entspannten Teil des Abends über. DJ FabX legt auf der Bühne seine Musik auf und die Teilnehmer des Firmenlaufs feiern voller Freude bis in die Nacht den Zusammenhalt und die Gemeinschaft.