Die in Brandenburg regierenden Parteien SPD und BSW konterten zusammen mit der CDU mit einem eigenen, inhaltlich recht ähnlichen Antrag. Die Landesregierung wird aufgefordert, sich für eine Ausweitung der Tempo-60-Regel einzusetzen - worüber wohl auf EU-Ebene entschieden werden muss. Politisch geht darum, der AfD nicht das Thema zu überlassen.
Es ärgere sie, "wenn die Simson von westdeutschen Populisten und Extremisten vereinnahmt wird, die dann damit plakativ unterwegs sind, sich aber sonst für die besonderen Erfahrungen der Ostdeutschen überhaupt nicht interessieren", sagt die Ostbeauftragte Kaiser. "Für mich steht die Simson nicht für Ostalgie, sondern dafür, dass ostdeutsche Ingenieurskunst immer noch das gesamte Land bereichert, inzwischen sogar als E-Schwalbe mit Elektromotor."
Westdeutsche haben die Simson "gerettet"
Von der AfD oder irgendwelchen politischen Zielen grenzt sich auch Stefan Drönner von den Simson-Freunden Kassel ab, einer Gruppe von derzeit sieben passionierten Schraubern. "Uns geht es um die Mopeds", sagt der 57-jährige Westdeutsche.
Seine erste Simson kaufte er kurz nach dem Mauerfall, weil ihm die Ersatzteile für seine Vespa zu teuer wurden. Es war eine Zeit, in der viele im Osten ihre Simson loswerden wollten. Von 1989 bis in die 2000er Jahre seien "die Dinger für eine Kiste Bier am Anfang und dann vielleicht mal für 150 Euro verschenkt worden", sagt Drönner.
Und er ist überzeugt: "Wenn wir Westdeutschen nicht gewesen wären, würden nicht mehr so viele Simsons auf der Straße sein. Wir haben es eigentlich gerettet. Das sage ich auch jedem Ostdeutschen. Da bin ich auch stolz drauf."