Fußball-Bayernliga Nord Neues Spiel, neues Glück

Elegant am Ball: Der Hofer Mittelfeldspieler Tom Feulner. Foto: Mario Wiedel

In der Fußball-Bayernliga geht es Schlag auf Schlag: An diesem Dienstag, 19 Uhr, ist die SpVgg Bayern Hof beim FC Eintracht Bamberg zu Gast.

Hof - Tom Feulner hat die Partie seiner SpVgg Bayern Hof vom vergangenen Samstag gegen den Liga-Neuling ASV Neumarkt (1:1) schon abgehakt. „Klar“, sagt er, „wir haben sicher nicht unser bestes Spiel gemacht. Aber am Ende haben wir einen Punkt mitgenommen. Und das zählt.“ Trotz seiner erst 23 Jahre ist der aus Grafengehaig stammende Feulner einer der älteren und erfahreneren Spieler in der Mannschaft. Als solcher weiß er gut, die Leistung des Teams einzuschätzen. Und dass man am Ende auch mal nur um einen Zähler froh sein kann und muss. Denn: „Jeder Punkt ist wichtig, wollen wir unser Ziel erreichen: den Klassenerhalt.“

Zweites Spiel in der Englischen Woche

An diesem Dienstagabend, 19 Uhr, müssen die Schützlinge von Trainer Roman Pribyl schon wieder ran, in Bamberg, beim FC Eintracht. Eine Mannschaft, die Feulner stärker einschätzt als zuletzt den Aufsteiger aus der Oberpfalz: „Wir werden wohl alle 110 Prozent geben müssen, wenn wir dort einen Punkt entführen wollen.“

Die Hoffnung darauf zieht er gerade auch aus dem Spielverlauf gegen Neumarkt. Für den „vielleicht etwas zu verhaltenen Spielbeginn“ wirbt er um Verständnis: „Wir haben gerade auch in der Verteidigung junge Spieler, da wollten wir nicht gleich zu viel ins Risiko gehen.“ Aber die Reaktion, die das Team nach dem Rückstand gezeigt habe, mache ihm Mut. „In der zweiten Halbzeit waren wir deutlich besser im Spiel. Und wir sind zurückgekommen, haben den Rückstand weggesteckt.“

Feulner zurück im Mittelfeld

Feulner, ein feiner, beidfüßiger Techniker, ist in dieser Saison ins Mittelfeld zurückgekehrt. Seine angestammte Position. Denn als er im Juli 2017 von Carl Zeiss Jena – hier lief er jeweils für die U 17 und U 19 in der Bundesliga Nord/Nordost auf – nach Hof wechselte, kam er als Mann für das zentrale Mittelfeld. In der abgebrochnen Corona-Saison und auch schon davor war der 1,85 Meter große Spieler aber dann meist in der Innenverteidigung gesetzt. Feulner stellte sich in den Dienst der Mannschaft. Nun aber, da junge Spieler aus dem Nachwuchs für die Abwehr bereit stünden, könne er wieder dort spielen, „wo ich mich am wohlsten fühle und der Mannschaft noch ein bisschen mehr helfen kann“, sagt Feulner. Er sieht sich als Box-to-Box-Spieler, also als einen, der den gesamten Raum zwischen den Strafräumen beackert. Tatsächlich kann er hier im Zentrum neben seinem guten und auch mal überraschenden Passspiel seine läuferische Stärke am besten einbringen.

So wie er sich selbst die Interpretation seiner Rolle im offensiven Mittelfeld wünscht, hat es gegen Neumarkt nicht geklappt. Das räumt er selbstkritisch ein. Der Gegner hatte ihn durch eine enge Bewachung praktisch aus dem Spiel genommen. Er hofft darauf, dass das schon heute in Bamberg ganz anders sein wird.

In Bamberg „kann man auch mal baden gehen“

„Das wird ein ganz anderes Spiel“, prophezeit Fulvio Bifano. Während es gegen den ASV Neumarkt einen „Abnutzungskampf im Mittelfeld“ gab, spiele Eintracht Bamberg sehr viel offener und offensiver nach vorne. „Dort kann man auch schon mal baden gehen“, warnt der sportliche Leiter der SpVgg Bayern Hof.

Nicht im Kader steht an diesem Dienstagabend Matej Kyndl. Wie lange er aufgrund seiner Roten Karte vom Samstag gesperrt wird, steht noch nicht fest. Sein Fehlen ist ein herber Verlust. Sein Einsatz hat gezeigt, welche Stütze er der jungen Mannschaft sein kann. „Er war hinterher selbst ganz geknickt, dass er sich in dieser Szene nicht unter Kontrolle hatte“, sagt Bifano. Auch sein Sohn Elia wird wohl passen müssen. Der Verdacht auf Nasenbeinbruch hat sich zwar nicht bestätigt, aber angesichts der starken Prellung im Gesicht, müsste Elia Bifano mit einer Maske auflaufen. Auch Yannick Frey war nach dem Spiel angeschlagen.

Warnung vor Negativlauf

Dessen ungeachtet müsse es das Ziel sein, etwas Zählbares aus Bamberg mitzunehmen. Auch wenn jeder im Hofer Team um die Schwere der Aufgabe weiß: Die Domstädter sind mit einem 2:0 beim FC Sand in die Saison gestartet. Beim erfolgreichen Debüt ihres neuen Trainers Julian Kolbeck habe der FC Eintracht die Partie souverän im Griff gehabt, schreiben die Bamberger Zeitungen.

Noch steht Hof nicht unter Zugzwang, aber angesichts des folgenden Programms mit dem Heimspiel gegen Don Bosco Bamberg und den beiden Auswärtspartien in Sand und Feucht soll eines vermieden werden: „Wir wollen nicht in einen Negativlauf kommen“, sagt Tom Feulner.

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