Fußball-Bayernliga Nord „Wir denken von Spiel zu Spiel“

Roman Pribyl hofft auf den ersten Sieg. Foto: Bernd Nürnberger/Bernd Nürnberger

Zum Saisonauftakt der Fußball-Bayernliga Nord gastiert an diesem Samstag, 15 Uhr, der Aufsteiger ASV Neumarkt auf der Grünen Au. Trainer Roman Pribyl wünscht sich zu seiner Heimpremiere einen Sieg.

Hof - Die Mannschaftsaufstellung hatte Roman Pribyl für den Punktspielauftakt schon am Donnerstag im Kopf. Verraten aber wollte er sie nicht. „Die sag ich meinen Jungs am Samstag vor dem Spiel“, sagte der Trainer der SpVgg Bayern Hof. An diesem Samstag, 15 Uhr, gibt es wieder Bayernligafußball auf der Grünen Au in Hof – mit Zuschauern. Bis zu 1500 sind erlaubt, die Zahl der Stehplätze ist aufgrund der Corona-Auflagen auf 200 beschränkt.

Zum Start in die Saison 2021/22 gastiert mit dem ASV Neumarkt ein Aufsteiger, und dennoch kein ganz unbeschriebenes Blatt. In der Saison 2018/19 war Neumarkt aus der Liga abgestiegen, nun sind die Oberpfälzer also schon wieder zurück – und gelten unter dem neuen 39-jährigen Trainer Jürgen Schmid, ein ehemaliger Profi, als durchaus ambitioniert. Der Hofer Coach sieht das ähnlich: „Das ist eine sehr gute Mannschaft.“ Immerhin hatte sich der ASV in der Landesliga Mitte souverän durchgesetzt und im Sommer nun noch einmal verstärkt. Aber nach der langen Corona-Zwangspause sei der Leistungsstand eines Teams halt doch schwer einzuschätzen, sagt Pribyl auch.

Gute Vorbereitung

Letzteres gelte im Übrigen auch für seine Mannschaft. Was aber keinesfalls bedeute, dass er mit der Vorbereitung nicht zufrieden gewesen sei. „Das hat alles gepasst. Die Jungs haben gut mitgezogen. Die Stimmung ist sehr gut.“ Doch nun wird es ernst. Für seine Mannschaft – und für ihn. Das Spiel gegen Neumarkt ist nämlich auch für den Coach eine besondere Begegnung: Es ist seine Bayernliga-Heimpremiere als Trainer der SpVgg Bayern Hof. Seit er im Herbst 2019 verpflichtet wurde, stand er nur einmal in einem Bayernligaspiel an der Linie – das war am 16. Oktober 2019 bei der 2:3-Niederlage in Eltersdorf. Danach stoppte die Corona-Pandemie erst einmal alle weiteren Punktspielaktivitäten. Schließlich wurde die Saison 2019/21 abgebrochen.

Zwei Englische Wochen zum Start

Nun also auf ein Neues. Und es kommt gleich knüppeldick für die Bayernligisten. Die Saison startet mit zwei Englischen Wochen. Pribyl kann über diese Spielplangestaltung nur den Kopf schütteln: „Nach der langen Pause gleich eine solche Belastung. Das sind doch Amateure. Ehrlich, ich verstehe das nicht.“ Seine Hoffnung, die nächsten beiden Wochen ohne Verletzungen durchzukommen.

Aktuell machen ihm im Kader nur zwei Sorgen: Danny Wild und Tomas Petracek. Ersterer laboriert seit Wochen an einer Fußverletzung. „Er braucht noch etwas Zeit“, sagt Pribyl über seinen Stürmer. Das gilt auch für den erst jüngst verpflichteten 27-jährigen Tschechen. „Ein Stoßstürmer, wie er heute selten zu finden ist“, wie der sportliche Leiter Fulvio Bifano über Petracek sagt. „Einer, der immer weiß, wo das Tor steht.“ Und das hat er ja schon zur Genüge bewiesen in jener Saison 2017/18, in der er für die Gelb-Schwarzen schon einmal die Schuhe schnürte. Nur hat der Torjäger eben noch einen Trainingsrückstand aufzuholen. „Das ist nicht einfach für ihn“, sagt der Hofer Coach und bittet um etwas Geduld.

Verein setzt auf den Nachwuchs

Pribyl selbst bringt als Lehrer für Sport an einer Schule in Asch schon von Berufs wegen viel Geduld mit. Und die braucht er auch für die Aufgabe, die sich die SpVgg Bayern Hof auf die Fahnen geschrieben hat: Der Verein will konsequent auf den eigenen Nachwuchs setzen.

Der Zeitpunkt der Bekanntgabe, neun junge Talente aus der eigenen Nachwuchsschmiede an den Klub zu binden, kommt deshalb wohl einen Tag vor dem Bayernliga-Start nicht ganz von ungefähr: Die Defensivspieler Marian Schubert, Simon Kasper, und Torhüter Tiziano Nawroth (alle erst 18 Jahre) gehören bereits fest zum Bayernliga-Kader. Mit Tizian Mittereder (18 Jahre), Lucas Primus (18), Hendrik Geiler (17) und Jonah Wanderer (17) haben zudem vier weitere Juniorenspieler, die noch in der U 19 spielberechtigt sind, längerfristige Verträge unterzeichnet, ebenso die beiden 18-jährigen Almin Zahirovic und Mushin Bilgin.

Roman Pribyl jedenfalls strahlt auch schon von seinem Naturell her jene Ruhe und Gelassenheit aus, die nötig sind, um diesen jungen Spielern die Zeit zu geben, die sie brauchen, um sich weiterzuentwickeln.

Punkte sammeln für den Klassenerhalt

Doch das alles ist noch Zukunftsmusik. In der Gegenwart gilt es, gut aus den Startlöchern zu kommen. Das Auftaktprogramm hat es schließlich in sich: Nach Neumarkt geht es gegen die beiden Bamberger Vereine, dann nach Sand und zum zweiten Aufsteiger nach Feucht. Wie viele der 15 möglichen Zähler aus diesen fünf Partien wird Hof auf der Habenseite verbuchen können?

Vielleicht ja gleich mal drei gegen Neumarkt als kleines Geschenk der Mannschaft zur Bayernliga-Heimpremiere des Trainers? „Ein Sieg wäre wichtig und schön, aber nicht wegen meiner Heimpremiere, sondern weil ein guter Start wichtig ist“, sagt Pribyl. Schließlich soll der Klassenerhalt so schnell wie möglich fix gemacht werden. Sein Credo dafür: „Wir denken von Spiel zu Spiel.“

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