Fußball-Bayernliga SpVgg Bayern Hof erlebt Debakel

Und wieder schlägt es ein hinter dem Hofer Torwart David Guyon: Seine Vorderleute Yannick Frey (liegend) und Christian Schraps kommen zu spät gegen den dreifachen Bamberger Torschützen Franz Helmer. Foto: /Sportpress

Der Fußball-Bayernligist präsentiert sich bei der 1:7-Niederlage in Bamberg in erschreckender Verfassung. Der Gastgeber macht schon bis zur Halbzeit das halbe Dutzend voll.

Bamberg/Hof - An diese drei Minuten, dem Anfang vom Ende, werden sich die Hofer Bayern wohl noch länger erinnern, ob sie möchten oder nicht: Zunächst fuhr ein Verteidiger den Arm aus (10.), dann setzte ein Kollege eine Grätsche zu spät an (13.). Das Fatale: Weil beide Szenen sich im Strafraum abspielten, zeigte Schiedsrichter Andre Denzlein schnurstracks auf den Punkt, ohne jedweden Einspruch eines Gästespielers. Die auf dem Silbertablett dargebotenen Chancen ließ sich der Bamberger Schmittschmitt nicht nehmen und schickte den Torhüter jeweils in die andere Ecke. Was noch keiner ahnte: Es sollte nur der Auftakt für ein nicht zu erwartendes Schützenfest des FC Eintracht Bamberg gewesen sein.

Hof völlig harmlos

Der in Bestbesetzung und diesmal mit zwei Spitzen (Jakob Tranziska, Franz Helmer) aufgelaufene Gastgeber hatte von der ersten Minute an die Kontrolle über das Spiel, kombinierte zielsicher und wirkte mental wie physisch frischer. Den Hofern gelang es in den ersten 20 Minuten kein einziges Mal, einen vernünftigen Angriff aufzubauen, während der FCE konsequent den Weg in die Spitze suchte, am liebsten über die linke Seite. Zwar stellte Hof auf eine Dreierkette um und löste sich etwas aus der Umklammerung, eine große Prüfung sollte der erste Schuss durch Yannick Frey für Torwart Fabian Dellermann aber nicht sein (30.). Sein Gegenüber David Guyon musste dagegen wenig später wieder hinter sich greifen: Nach einer Kombination über links schob Helmer in seinem Startelf-Debüt den Ball am Keeper vorbei und feierte den ersten Bayernliga-Treffer seiner noch jungen Karriere – 3:0 (32.).

Munteres Scheibenschießen

Das muntere Scheibenschießen wollte aber nicht aufhören: Tranziska wackelte an der Strafraumgrenze einige Zuschauer, pardon, Verteidiger aus – und traf zum 4:0 ins lange Eck (35.). Hof schaute nur zu, wie auch beim 5:0, erneut über die linke Seite vorbereitet und wieder mit Helmer am Ende der Verwertungskette (42.).

Genug für 45 Minuten? Nicht mit Helmer, der noch sein drittes Tor erzielte (45.). Von einem einseitigen Spiel zu sprechen, wäre nach dieser Halbzeit maßlos untertrieben, es wirkte, als hätte sich Hof schon vor dem Anpfiff ergeben. Die Schützlinge von Roman Pribyl, der das Geschehen ziemlich fassungslos von der Bank aus verfolgte, ließen in dieser ersten Halbzeit jegliche Bayernliga-Tauglichkeit und Gegenwehr vermissen.

Die Gäste rissen sich nach der Pause zwar etwas am Riemen und erkannten nun, dass man sich wehren darf und Zweikämpfe im Fußball grundsätzlich nicht verboten sind. An der Hoheit über das Spiel änderte das freilich nichts, auch wenn FCE-Coach Julian Kolbeck nach der Pause munter wechselte und beispielsweise Abwehrchef Christopher Kettler nach 57 Minuten vom Feld nahm.

Ein Lebenszeichen

Offensiv sendete Hof in der 68. Minute ein Lebenszeichen durch einen Petracek-Kopfball (68.), wenig später segelte ein Schlenzer knapp vorbei (70.). Wie das mit dem Toreschießen geht, bewies dagegen wieder der FCE: Fünf Minuten vor Schluss schweißte Marco Schmitt den Ball mit links in den Winkel (86.). Und schließlich erzielte Hof noch seinen Ehrentreffer: Nico Schmidt traf in der 90. Minute zum 1:7. Freuen konnte sich bei den Gästen darüber aber niemand.

Die Statistik

FC Eintracht Bamberg: Dellermann – Linz, Kettler (57. Valdez), Popp, Ljevsic (57. Hofmann), Kaube, Reischmann, Schmittschmitt, Hack (66. Elshani), Helmer (59. Schmitt), Tranziska (46. Reck).

SpVgg Bayern Hof: Guyon – Kasper, Schmidt, Schraps, Frey (46. Ismail), Knoll (69. Renk), Seifert, Krantz, Feulner, Petracek, Schubert (46. Durkan).

Schiedsrichter: Denzlein (Höchstadt). – Zuschauer: 435. – Tore: 10 und 13. Min. Schmittschmitt 1:0 und 2:0 (beides Foulelfmeter), 30. Min. Helmer 3:0, 35. Min. Tranziska 4:0, 42. und 45. Min. Helmer 5:0 und 6:0, 86. Min. Schmitt 7:0, 90. Min. Schmidt 7:1. T.S./red

Autor

 

Bilder