Fußball-Bezirksliga Lorenzreuther Fehlerparade

Der Lorenzreuther Nico Greger (rechts) gewann zwar dieses Kopfballduell gegen Dennis Nendza, die drei Punkte wanderten aber auf das Konto der SpVgg Selb 13, die sich verdient mit 5:2 durchsetzte. Foto: /Thomas Schrems

Die SpVgg Selb 13 setzt sich im Nachbarduell der Fußball-Bezirksliga verdient mit 5:2 durch und bleibt an der Tabellenspitze. Sedlacek trifft gleich drei Mal. Dem Gastgeber geht nach der Halbzeit die Puste aus.

Die SpVgg Selb 13 schlägt weiter eine scharfe Klinge in der Fußball-Bezirksliga. Nach dem überraschend deutlichen 3:0-Auftaktsieg gegen Poppenreuth setzte sich der Neuling am Mittwochabend auch beim personell gebeutelten FC Lorenzreuth mit 5:2 (1:2) durch und behauptete sich an der Tabellenspitze – was nach zwei Spieltagen freilich nur nebensächlich ist. „Mund abputzen und den Fokus auf das Spiel am Sonntag gegen Kasendorf richten“, lautete denn auch die Devise von SV-Trainer Mo Tamo. Er wird bis dahin sicher auch noch den ein oder anderen Fehler aus der ersten Halbzeit ansprechen. Dicke Patzer unterliefen freilich auch den gastgebenden „Loris“ – allerdings in Halbzeit eins und zwei.

Frühe Tore – auf beiden Seiten

Los ging es mit der Fehlerparade schon nach fünf Minuten. Der sonst so zuverlässige Nikolai Nothhaft (FCL) spielte den Ball unbedrängt genau vor die Füße von Eko Keles, der bediente Daniel Sedlacek – und der pfeilschnelle SV-Stürmer ließ Torwart Stefan Seikert keine Abwehrchance. Die Hausherren hatten aber ebenso schnell eine Antwort parat. Sie glichen nur 120 Sekunden später aus und gingen nach 18 Minuten sogar in Führung. Beide Male profitierte Marcel Walek von Selber Fehlern. „Da haben wir die nötige Konsequenz vermissen lassen“, ärgerte sich Tamo. „Aber wir wussten auch, dass das hier ein heißer Tanz wird.“

Mit zunehmender Spieldauer verlagerte sich das Geschehen in der sehr körperbetont geführten Partie aber mehr und mehr vor den Strafraum der Lorenzreuther. Die Dreizehner bauten geduldig Druck auf und schnürten den Gastgeber phasenweise an deren eigenem Strafraum ein. Zu oft kam aber der letzte und entscheidende Pass noch zu ungenau. Der FC Lorenzreuth versuchte es überwiegend mit langen Bällen auf Walek und Felix Fux, richtig Gefahr kam für den überraschend wieder im SV-Tor stehenden Tomas Smrha aber kaum mehr auf. Erst recht nicht in Halbzeit zwei. Da brach der stark ersatzgeschwächte Gastgeber komplett ein und kam offensiv überhaupt nicht mehr zur Geltung. „Wir haben keinen Zugriff im Mittelfeld mehr bekommen“, erklärte nach Spielende FCL-Trainer Roland Fux. „Dass wir mithalten können, haben wir in der ersten Halbzeit bewiesen. Dann aber sind uns zu viele Fehler passiert.“

In der 56. Minute nutzte Sedlacek ein zu zögerliches Eingreifen von FCL-Keeper Seikert zum Selber Ausgleich, drei Minuten später stocherte Maximilian Fischer nach einem Eckball erfolgreich nach – und weitere fünf Minuten später war es erneut Sedlacek, der von einem Patzer des Lorenzreuther Torwarts profitierte. Damit war das Spiel vorentschieden und Tamo konnte es sich leisten, mit Sedlacek, Fischer und Lukas Rimböck bereits nach knapp 70 Minuten seine komplette, brandgefährliche Offensivabteilung auszuwechseln. Ein zu frühes Risiko, befürchtete der ein oder andere Selber Anhänger. Nein, meinte Tamo. „Ich weiß, was meine Jungs können. Und in der englischen Woche müssen wir die Kräfte richtig einteilen.“

Ein paar Tränen fließen

Diese Kräfte waren dem FC Lorenzreuth schon lange ausgegangen. Konsterniert saßen die Fux-Schützlinge nach den 90 Minuten auf oder neben ihrem Ersatzbankhäuschen, beim an diesem Abend so unglücklich agierenden Torwart Stefan Seikert flossen sogar die Tränen. Trost kam sofort von seinen Mitspielern, die wussten, dass es nicht alleine an ihrem Keeper lag, dass die verspätete Saisonpremiere derart in die Hose ging. Zumindest auf den ersten 45 Minuten lässt sich aufbauen.

FC Lorenzreuth: Seikert – Schneider, Ni. Nothhaft, Greger, Hoheisel (83. Vornberger), Selhorst, Küspert, Walek (77. Walberer), Alfalah (72. Beblik), Fux, Ayoubi (61. Aksel).

SpVgg Selb 13: Smrha – Buchta (46. Thumser), Künzel, Schneider, Yilmaz, Kröniger, Nendza, Keles (76. Gehlert), Rimböck (68. Karatas), Fischer (68. Söllner), Sedlacek (68. Blaumann).

Schiedsrichter: Marcel Pröhl (Bayreuth). – Zuschauer: 200. – Tore: 0:1 Sedlacek (5.), 1:1 und 2:1 Walek (7. und 18.), 2:2 Sedlacek (56.), 2:3 Fischer (59.), 2:4 Sedlacek (64.), 2:5 Karatas (85.).

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