Fußball-Kreisliga 2 Wahrt Ködnitz seine Chance?

Gerhard Leinfelder
Marco Dreßel und sein TSV Ködnitz stehen im Abstiegskampf unter Druck. Foto: Katharina Hübner/Katharina Hübner

Die Chancen des TSV Ködnitz, den Klassenerhalt in der Kreisliga 2 zu sichern, werden immer geringer. Zum Endspiel reist ausgerechnet ein Team an, das noch mal ganz oben angreifen will.

 
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Am Sonntag um 15 Uhr kommt es in der Kreisliga 2 zum Landkreisderby zwischen dem TSV Ködnitz und dem FC Neuenmarkt. Das Spiel verspricht bereits im Vorfeld große Brisanz, schließlich steht für beide Mannschaften viel auf dem Spiel. Für die Gäste gilt es den Anschluss an die beiden führenden Mannschaften, den TSV Kirchenlaibach-Speichersdorf und den Sportring Bayreuth zu halten. Jeder Punktverlust im Saisonendspurt würde für diese Zielsetzung vermutlich das Aus bedeuten. Der Liganeuling aus Ködnitz dagegen klammert sich schon an den sprichwörtlichen Strohhalm, um noch den Sprung auf den Relegationsplatz zu schaffen. Aktuell liegt man acht Zähler hinter dem FSV Schnabelwaid, dazu kommt ein um ganze 39 Treffer schlechteres Torverhältnis. Dazu musste die Mannschaft von Trainer Marco Dreßel bereits am Donnerstag einen herben Rückschlag hinnehmen, als sie dem ebenfalls abstiegsbedrohten TSV Neudrossenfeld II zu Hause mit 0:1 unterlag.

Für den Spielleiter des TSV Ködnitz, Matthias Kern war das Spiel seiner Mannschaft beim eventuell vorentscheidenden Spiel am Donnerstag eine Blaupause von vielen Spielen in der Serie. „Ich kann unserer Mannschaft das Bemühen auf keinen Fall absprechen, aber die mangelnden Chancenverwertung kann am Ende die Liga kosten.“ Kern spielt dabei auf die drei Chancen der Ködnitzer vor und nach dem Wechsel an. „Vor der Pause reagiert der Gästekeeper bei einem Freistoß herausragend gut, und klärt auch noch den Nachschuss. Nach dem Wechsel geht Torjäger Carsten Ulrich alleine auf den Torwart zu, schiebt den Ball aber am Tor vorbei. Das waren spielentscheidende Szenen.“

Dennoch sieht er bei seiner Mannschaft keinerlei Auflösungserscheinungen. „Die Moral unserer Mannschaft ist total intakt. Wir werden gegen Neuenmarkt erneut alles versuchen, um mit einem Dreier die Chance auf den Klassenerhalt am Leben zu erhalten. Natürlich ist unser Gegner individuell stark besetzt, aber bei der 1:2-Niederlage in der Vorrunde haben wir ihnen lange Zeit Paroli geboten.“

Auf der Gegenseite ist Eisenbahner-Coach Andre Haack auf einen schweren Gang eingestellt. „Auf dem kleinen Platz wird natürlich mehr Kampf als Spiel angesagt sein. Für unseren Gegner ist dieses Spiel im Prinzip seine letzte Chance, wenn sie die weitere Klassenzugehörigkeit noch erreichen wollen. Deswegen spielen die Tabellenplätze keine Rolle. Meine Mannschaft muss trotz aller Intensität versuchen, Freistöße und Standards im torgefährlichen Raum nach Möglichkeit zu vermeiden, denn da kommt Ködnitz mit großer körperlicher Wucht.“ Haack gibt ebenfalls unumwunden zu, dass es auch für seine Mannschaft ein Spiel ist, das für den restlichen Saisonverlauf wegweisend ist. „Wenn wir weiter Tuchfühlung zu den beiden führenden Mannschaften halten wollen, ist ein Sieg alternativlos. Unser Motto muss sein, dass wir dranbleiben und auf die Chance warten, wenn die Vorderen patzen sollten.“

Die nötige Sicherheit im Torabschluss haben sich die Spieler des FC Neuenmarkt am vergangenen Spieltag geholt: Beim 8:1 gegen den ASV Oberpreuschwitz veranstalteten sie gegen einen dezimierten Gegner ein regelrechtes Scheibenschießen. „So einfach wird es in Ködnitz auf alle Fälle nicht werden“, so Haack. „Aber bis auf Alexander Wesner und Vincent Gödde habe ich den ganzen Kader zur Verfügung, und gehe daher auch zuversichtlich an die Aufgabe.“

Die Formkurve spricht, wie auch der Tabellenplatz, klar für die Gäste. In den letzten fünf Spielen sammelte die Haack-Elf vier Siege. Die einzige Niederlage gab es gegen den SV Motschenbach, der ebenfalls tief unten in der Tabelle steht und noch auf den Abstiegsrelegationsplatz abrutschen könnte. Der FC Neuenmarkt ist also durchaus schlagbar für die Mannschaften im Keller. Allerdings werden sie angesichts der Restchancen auf den Bezirksligaaufstieg ebenfalls besonders motiviert in das Landkreisduell gehen. Der TSV Ködnitz gewann zuletzt nur eines seiner letzten acht Spiele. Darüber hinaus blieb die Dreßel-Elf in den letzten drei Partien ohne eigenen Treffer und stellt mit 23 Toren die zweitschwächste Offensive der Liga. Noch im letzten Jahr hatte Niklas Riedinger noch im Alleingang 26 Buden erzielt. Die Chancenverwertung muss am Sonntag definitiv wieder besser werden.

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