Fußball-Kreisliga Nord Ein Selbstläufer?

Beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Kreisligisten – Mitte Oktober 2020 – kassierte Tauperlitz eine 1:5-Heimschlappe. Auf unserem Archivfoto von dieser Partie versucht Andreas Schmidt (Martinsreuth, links), am Tauperlitzer Jannik Pößnecker vorbeizuziehen. Foto: Michael Ott

In der Fußball-Kreisliga gastiert an diesem Freitag, 18.30 Uhr, der BSC Tauperlitz beim FC Martinsreuth. Die Rollen scheinen klar verteilt – hier der Außenseiter, dort der Favorit.

Martinsreuth - Daniel Micklisch hadert noch etwas mit der Saisonauftaktniederlage. Diese sei „ärgerlich, sehr ärgerlich“ gewesen, rekapituliert der Spielertrainer des BSC Tauperlitz die Heimpleite gegen den FSV Viktoria Hof. Ärgerlich seien die verlorenen Punkte aus mehreren Gründen: Als in den Schlussminuten der Treffer zum 1:2 fiel, war das nicht nur ein halbes Eigentor, auch stand der BSC zu diesem Zeitpunkt mit einem Mann mehr auf dem Platz. Micklisch: „Das darf einfach nicht passieren. Vor allem nicht, wenn es gegen einen direkten Konkurrenten geht, der am Ende wohl wie wir, nur um den Klassenerhalt spielen wird.“

Nun geht es für Micklisch und seine Mannschaft gegen zwei Teams, die für den 47-jährigen Spielertrainer zum engeren Kreis der Titelfavoriten zählen. An diesem Freitag, 18.30 Uhr, gastiert Tauperlitz beim FC Martinsreuth. Am Sonntag, 15.30 Uhr, empfängt der BSC den FC Frankenwald. Nicht ausgeschlossen, dass danach immer noch kein Zähler auf dem Konto verbucht werden kann. Micklisch sieht das nüchtern: „Dann müssen wir damit umgehen.“

Zuallererst aber gibt er sich kämpferisch und weist auf den psychologischen Vorteil seines Teams hin: „Wir haben doch nichts zu verlieren. Favoriten sind die anderen. Wir in beiden Spielen nur die Außenseiter. Aber wir werden die Partien nicht herschenken.“ Zumindest Leidenschaft und Kampf, zwei Tugenden, die Micklisch in der Partie gegen die Viktoria seitens seiner Elf noch vermisst hat, sollen wieder die prägenden Elemente des BSC-Spiels werden.

Der Martinsreuther Coach Andreas Döhnel erwartet auch nichts anderes: „Tauperlitz kommt über die Emotionalität. Da gilt es von Beginn an gegenzuhalten.“ Dessen ungeachtet nimmt der 33-jährige FCM-Trainer die Favoritenrolle an. „Wir haben ein Heimspiel, das wollen wir siegreich gestalten.“ Schließlich soll am Ende der Spielzeit wieder ein Tabellenplatz unter den ersten sechs herausspringen. Da kann es nicht schaden, in den Heimspielen am besten nichts anbrennen zu lassen.

Zum Saisonauftakt musste sich Martinsreuth mit einem Punkt begnügen. Beim Aufsteiger FC Wiesla Hof hieß es am Ende 2:2. „Der besondere Platz, auswärts, das erste Spiel nach der langen Pause – da muss man am Ende dann zufrieden sein“, resümiert Döhnel nüchtern.

Glücklicherweise blieb sein Team von größeren Verletzungen verschont. Der Kader sei mit 15 Spielern etwas dünn, räumt er ein. Besonders wirkt sich das eben in der Urlaubszeit aus. An diesem Freitag und am Sonntag muss er deshalb auch einige Spieler aus der zweiten Mannschaft aufbieten.

Döhnel ficht das aber nicht an. Als Ausrede, sollten wider Erwarten erneut Zähler liegengelassen werden, wird der 33-Jährige das nicht geltend machen. Er ist selbstbewusst genug und hat zudem das Vertrauen in seine Mannschaft, an einmal festgemachten Zielvorgaben festzuhalten. „Vor der Saison habe ich gesagt, wir sollten nach dem dritten Spieltag sieben Punkte haben.“ Wer so rechnet, kalkuliert nicht nur mit einem Heimsieg gegen Tauperlitz, sondern hofft auch auf einen Dreier am Sonntag, 15 Uhr, bei der SG Enchenreuth/Presseck.

Aktuell beschäftigt Döhnel aber nur das Heimspiel gegen die Micklisch-Elf. Er hätte nichts dagegen, würde das Spiel enden wie das letzte Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften Mitte Oktober 2020. Martinsreuth siegte damals auf dem Hartplatz in Tauperlitz deutlich mit 5:1. Vierfacher Torschütze dabei: Philip Mölter. „Ich hoffe, dass er wieder so einen guten Tag hat.“

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