Fußball-Kreisliga Nord FC Frankenwald erklärt Trainer-Entlassung

Nicht mehr Trainer, nicht mehr Spieler: Fabian Rauh tritt beim FC Frankenwald, nicht ganz freiwillig, ab. Foto: /Michael Ott

Mit Fabian Rauh verliert der Fußball-Nord-Kreisligist FC Frankenwald nicht nur seinen Trainer, sondern auch einen wichtigen ­Spieler. Nun begründet der ­Verein, weshalb die Reißleine­ gezogen wurde.

Grafengehaig - Die Entscheidung, dass Fabian Rauh nicht länger Trainer des Fußball-Kreisligisten FC Frankenwald ist, kam plötzlich – und überraschte dann doch: Am Freitag hatte der Vereinsvorstand den früheren Spieler der SpVgg Bayern Hof über die Entscheidung informiert, dass er nicht länger Spielertrainer des Nord-Kreisligist ist. Unmittelbar vor dem Spiel und gleich nach der Rückkehr Rauhs aus dem Familienurlaub, während dem sein Team zwei Niederlagen kassiert hatte. Nachdem die Vereinsführung des FC am Wochenende noch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen war, meldeten sich die Verantwortlichen am Montag zu Wort: Der Trainer-Entlassung seien „viele interne Gespräche“ vorausgegangen, schreiben Vereinsvorstand Stefan Rothert und der sportliche Leiter Christoph Wirth.

„Unser Trainer hat nun seit gut fünf Jahren ausgezeichnete Arbeit geleistet, fachlich und sachlich“, heißt es weiter in der schriftlichen Erklärung. „Der Erfolg gab ihm in den letzten Jahren mehr als recht.“ Allerdings habe man der Mannschaft – so die Einschätzung der Vereinsführung – „einen gewissen Verschleiß“ angemerkt. Das lässt sich auch schon anhand der Zahlen ablesen: Nach guten Platzierungen im vorderen Mittelfeld war schon die später abgebrochene Corona-Saison holprig. „Die beiden Lockdowns spielten unserem Coach dabei sicher nicht in die Karten“, stellt die Frankenwald-Vereinsführung fest. Die pandemie-bedingte Pause hatte Folgen: „Wir alle haben diese Auszeiten sicherlich unterschätzt. Immer die gleichen Abläufe wirkten sich auch letztendlich auf die gezeigten Leistungen aus.“ Und der Trend der letzten Wochen zeigte eher nach unten.

Deshalb entschied der Verein, Rauh freizustellen. Denn: „Die Vorstandschaft ist der Meinung, dass der Mannschaft neue Impulse gegeben werden müssen. Das hat auch weniger mit den Ergebnissen zu tun, sondern mit einem schleichenden Prozess, der sich jetzt über Monate hin abzeichnete.“

Den Vorwurf, Rauh mit dem Entschluss zu einem unpassenden Zeitpunkt überrumpelt zu haben, kontern Rothert und Wirth: „Es gibt für so eine Entscheidung nie einen richtigen Zeitpunkt. Den Verantwortlichen ist dieser Entschluss nicht leicht gefallen, weil ‚Alu’ für viele ein guter Kumpel und Freund war und immer noch ist.“ So habe die Entscheidung auch rein gar nichts mit persönlichen oder menschlichen Aspekten zu tun, sondern fuße auf rein sportlichen Gründe. „Wir mussten zum Wohle des Vereins entscheiden und handeln“, schreibt der „Effzeh“. „Der Tag ist nun einfach gekommen, an dem wir nach vorne schauen müssen und einen Neuaufbau wagen müssen.“

Gleichzeitig kündigte der Fusionsverein an, der aus den beiden Vereinen SV Grafengehaig und SG Gösmes/Walberngrün hervorgegangen ist, dass sie ihren nun ehemaligen Coach, gebührend „in großem Kreis“ verabschieden wollen. „Das hat sich ‚Alu’ definitiv verdient“, heißt es weiter.

Noch unklar ist bislang, wer Rauh auf der Trainerbank folgen wird. Am Wochenende bei der 1:3-Niederlage gegen den VfB Helmbrechts leitete bereits Sebastian Wirth als Spielertrainer das Team an. Wie sein Bruder Christoph Wirth nun bestätigte, soll er dies auch beim Auswärtsspiel in Schauenstein tun. Ausnahmsweise, wie Christoph Wirth betont. „Danach soll ein Nachfolger – wenn möglich – präsentiert werden“, kündigte der sportliche Leiter des FC Frankenwald an.

In der Kreisliga Nord ist Rauhs Aus der zweite Trainer-Wechsel in der laufenden Saison. Zuvor hatte der SV 05 Froschbachtal nach einer sportliche Talfahrt das Rücktrittsangebot von Ralf Bröcker akzeptiert. Eine Parallele dabei: Auch Bröcker hatte die Coronavirus-Pandemie als eine Ursache für den sportlichen Misserfolg genannt. Immerhin ging es danach für die Frösche wieder aufwärts – mit drei Siegen und einer Niederlage beim FC Waldstein. msc

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