Fußball-Landesliga Nordost Röslau weiter auf Wolke sieben

Der FC Vorwärts bleibt nach dem 1:0 in Selb in der Landesliga Nordost auf Höhenflug. Die Kickers schlittern immer mehr in die Krise – und beklagen zudem weitere Ausfälle.

Selb - Beim letzten Duell im Thomas-Lang-Stadion hatte der FC Vorwärts Röslau noch fünf Stück kassiert. Doch am Freitag, 20.22 Uhr, brandete lautstarker Jubel in der Ecke der Blau-Weißen auf: Die Röslauer haben das Derby in Selb nicht unverdient mit 1:0 gewonnen, sind weiter ungeschlagen und zumindest über Nacht sogar Tabellenführer in der Fußball-Landesliga Nordost. Ganz anders die Situation bei den Kickers: Die warten immer noch auf den ersten Saisonsieg und liegen auf dem vorletzten Rang. Eine Krise schon früh in der Saison. „Da kommen wir nur gemeinsam heraus“,betonte der Selber Coach Martin Damrot.

Selb passt einmal nicht auf

Und wie es so ist, wenn man hintendrin steht, kam beim Gastgeber eine große Mischung aus Spielpech, Verletzungen und auch etwas Frust über den Schiedsrichter zusammen, der gleich zwei Selber des Feldes verwies. Dabei stemmten sich die Kickers mit viel Leidenschaft dem derzeit stärkeren Nachbarrivalen entgegen. Doch einmal passte die Selber Abwehr nicht auf – und die Röslauer nutzten das eiskalt aus. Nach gut einer Stunde spielten Krassa und Lima auf der linken Seiten einen tollen Doppelpass – und Krassa zog eiskalt ab zur Röslauer Führung. Das Tor des Tages war letztendlich auch die schönste Szene im Spiel, das mehr von Laufbereitschaft und Einsatz geprägt war als von spielerischen Momenten. „Bis zum 0:1 waren wir die bessere Mannschaft. Dann sind wir oft hinterher gelaufen. Und nach der Gelb-Roten-Karte ging nach vorne nicht mehr viel“, analysierte Damrot messerscharf.

Siegtor kein Zufall

Ganz anders die Stimmungslage bei Gästetrainer Andreas Lang, der auch schon mit Mitterteich in Selb gewonnen hatte. „Das war ein verdienter Sieg, wir haben keine Selber Chance zugelassen. Meine Mannschaft war defensiv und taktisch sehr gut gestanden.“ Auch die Situation zum Siegtreffer sei kein Zufall gewesen. „Genau darauf waren wir vorbereitet“, betonte Lang. Einzig allein die mangelnde Chancenverwertung in der Schlussphase – Knoblauch per Kopf, der unermüdliche Antreiber Gezer mit einem Solo und Kubinec mit Schuss übers Tor – wurmte Lang etwas. „Da hätten wir einfach den Deckel draufmachen müssen.“

Zwei Platzverweise

Hektisch wurde es nicht nur nach der Gelb-Roten Karten für Seidel (59.). In den Schlussminuten warfen die Selber, die in der ersten Halbzeit Bösel und Araci nur drei Minuten nach seiner Einwechslung nach harten Zweikämpfen verletzt verloren, noch einmal alles nach vorne. Doch die Röslauer brachten die Führung mit etwas Glück und ganz viel Routine nach Hause. In der umkämpften und etwas undurchsichtigen Nachspielzeit mit einigen Rangeleien musste auch noch Hamann mit Rot vom Feld (95.).

Auch diese letzte Szene des Spiels passte ins Bild dieses Derbys: Die Kickers hatten trotz leidenschaftlichen Kampfes das Nachsehen, was den Spielern auch deutlich anzusehen war. Und die Röslauer? Die schwebten auf Wolke sieben.

Statistik

Kickers Selb: Lang – Rehak, Bösel (42. Peschek), Özkan, Rupprecht, Vondrasek, Tonka, Seidel, Root (83. Zitterbart), Hamann, Christl (66. Araci/69. Siniawa).

FC Vorwärts Röslau: Blechschmidt – Krassa, Knoblauch, Benker, Lima (79. Onarici), Hofweller (69. Kubinec), Hermann (28. Röthlingshofer), Deniz, Brunner, Ponader, Gezer.

Schiedsrichter: Roloff (Nürnberg). – Zuschauer: 430. – Tor: 33. Min. Krassa 0:1. – Rot: 95. Min. Hamann. – Gelb-Rot: 59. Min. Seidel (beide Selb).

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