Fußball-Landesliga Röslau fehlen am Ende die nötigen Körner

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Der Röslauer Julius Brunner (vorne) behauptet hier den Ball vor Daniel Gareis. Foto: /Peter Perzl

Der TSV Neudrossenfeld setzt seine beeindruckende Serie auch beim FC Vorwärts fort. Ein frühes Tor von Mikel Seiter reicht den Gästen zum 1:0-Sieg.

Röslau - Es war zwar kein hochklassiges, aber doch ein rassiges und bis zur letzten Minute hochspannendes Duell, das die knapp 200 Zuschauer zum Abschluss der Gruppenphase in der Landesliga Nordost auf der altehrwürdigen „Hut“ erlebten. Und am Ende siegte, wie fast immer in den vergangenen Jahren, der TSV Neudrossenfeld. Auch diesmal absolut verdient, wenn man die Chancen beider Teams gegeneinander aufrechnet. Dass die Vorwärts-Elf bis zum Schlusspfiff auf einen Punkt hoffen durfte, lag einerseits am Chancenwucher, den die Gäste betrieben, anderseits am überragenden Röslauer Torhüter Sebastian Blechschmidt, der seine Mannen im Spiel hielt.

Gäste-Trainer Markus Taschner war nach dem Abpfiff sichtlich erleichtert, auch die letzte Hürde vor der Winterpause genommen zu haben. „Ich denke schon, dass es aufgrund unseres Chancenplus‘ ein verdienter Sieg war“, lobte er seine Mannschaft, die die Gegebenheiten auf dem gut bespielbaren Nebenplatz hervorragend angenommen habe. „Wir wussten natürlich, dass wir hier ein ganz anderes Spiel machen müssen, mehr mit weiten Bällen agieren. Und das ist uns auch gut gelungen“, stellte Taschner fest, der auch den Röslauern ein großes Kompliment für die „überdurchschnittlich gute Hinrunde“ machte. Beide Mannschaften hätten völlig verdient die Aufstiegsrunde erreicht.

Die Anfangsphase dieser umkämpften Partie gehörte den Gästen, die gleich mächtig Druck machten und auf eine frühe Führung drängten. Und die gelang Mikel Seiter bereits in der elften Minute. Sein strammer Schuss aus zwölf Metern halblinker Position prallte vom Innenpfosten ins Tor. Allerdings hatte der Neudrossenfelder Stürmer Glück, dass der Röslauer Berkan Kurdoglu zuvor weggerutscht war und sich damit eine freie Schussbahn eröffnete.

Mit zunehmender Spieldauer konnte die Vorwärts-Elf die Partie deutlich offener gestalten. Ein Schuss von Tobias Benker verfehlte nur knapp sein Ziel. Als Tim Tröger in der 40. Minute abzog, hatten die Röslauer Fans schon den Torschrei auf den Lippen, doch Torhüter Tobias Grüner musste sich gewaltig strecken, um den Ausgleich zu verhindern. Fast im Gegenzug lief Mikel Seiter alleine auf Torhüter Blechschmidt zu. Dieser verhinderte mit einer unglaublichen Parade das 0:2.

Das war nicht die letzte Großchance von Seiter. Zwei Minuten nach Wiederanpfiff stand er wieder völlig frei vor Torhüter Blechschmidt. Diesmal prallte der Ball vom Innenpfosten wieder ins Feld zurück. Und in der 55. Minute brachte David Langlois das Kunststück fertig, aus wenigen Metern am Röslauer Tor vorbeizuschießen. Aus Neudrossenfelder Sicht war es zum Haareraufen!

„So etwas muss sich doch rächen“, hofften die Röslauer Fans nun auf den Ausgleich. Die Vorwärts-Elf bemühte sich redlich, richtig strukturierte Angriffe hatten jedoch Seltenheitswert. Zwar gab es im Neudrossenfelder Strafraum einige turbulente Szenen, doch die langen Kerle des TSV samt Torhüter Grüner blieben stets Herr der Lage, retteten den knappen Vorsprung über die Zeit.

Den Platzherren fehlte an diesem Tag der Vollstrecker in der Box. Mit Anthony Hofweller, Emre Mal und Dominik Kubinec waren gleich alle drei potenziellen Mittelstürmer ausgefallen, sodass Trainer Andreas Lang vor allem in der Offensive improvisieren musste. So war er am Ende mit der Leistung seiner Mannschaft – kurzfristig waren auch noch Sebastian Hermann und Patrick Lima ausgefallen – trotz der knappen Niederlage nicht unzufrieden. Lang hatte ein sehr intensiv geführtes Spiel mit vielen Zweikämpfen gesehen. „Schade, dass uns in der letzten halben Stunde, in der wir optisch überlegen waren und auch mehr Ballbesitz hatten, der Ausgleich nicht gelungen ist.“ Am Ende erkannte auch der Röslauer Coach den Gäste-Sieg als verdient an. „Uns haben zum Schluss einfach die nötigen Körner gefehlt“, begründete Lang die dritte Niederlage am Stück.

Fakt ist: Röslau zieht mit zehn Punkten in die Aufstiegsrunde ein, Neudrossenfeld, das eine fulminante Rückrunde mit sieben Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage hingelegt hat, mit 13. Blendet man das 0:3 der Gäste in Erlangen-Bruck einmal aus, hat die Mannschaft von Markus Taschner in acht Spielen nur ein Gegentor kassiert. „Eine unglaubliche Serie“, wie ein sichtlich stolzer TSV-Trainer feststellte.

FC Vorwärts Röslau: Blechschmidt, Krassa, Röthlingshofer, Kurdoglu (77. B. Gezer), Grießhammer, Benker, Brunner, Tröger (46. Onarici), Dadder, Ponader, K. Gezer

TSV Neudrossenfeld: Grüner, Gareis, Hahn, Möckel, Majczyna, Dengler, Pauli (80. Löhrlein), Zagel (58. Peeters), Seiter (76. Schelenz), Langlois, Kolb (45. Böhmer)

Schiedsrichter: Götz (SC Ettmannsdorf). – Zuschauer: 185. – Tor: 11. Min. Seiter 0:1.    B.N.

 

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