Fußball-Landesliga Selb verliert das Sechs-Punkte-Spiel

Stefan Specht

Im Abstiegsduell der Landesliga gegen den BSC Saas Bayreuth gibt Selb eine Führung aus der Hand. Für große Diskussionen sorgt die Rote Karte für Seidel.

Lange Gesichter in Selb, große Freude in Bayreuth. Beim im Abstiegskampf der Fußball-Landesliga Nordost eminent wichtigen Duell zwischen dem noch sieglosen gastgebenden Schlusslicht und dem ebenfalls im Tabellenkeller befindlichen Aufsteiger hatten die Gäste jedenfalls in puncto Einstellung deutliche Vorteile und siegten letztendlich verdient. „Das war eines unserer wichtigsten Spiele und da müssen wir einfach punkten, sonst kommen wir da unten nicht raus“, wirkte Kickers-Coach Mohammad Tamo hinterher sichtlich angefressen. Dabei begann die Partie für sein Team durchaus verheißungsvoll. Nach einer fünfminütigen unruhigen Abtastphase spritzte Maximilian Christl in einen Rückpass auf Torhüter Tobias Obwandner, umspielte diesen und legte zurück auf Kerim Araci, der nur noch ins leere Tor einschieben musste. Kurz darauf hatte Christl eine gute Gelegenheit, nachzulegen – seinen Kopfball entschärfte jedoch Obwandner. Damit war es jedoch vorbei mit der Selber Herrlichkeit. Die Gäste rissen das Spielgeschehen an sich und waren häufig in der gegnerischen Hälfte präsent. Sie wirkten entschlossener und zweikampfstärker, zweite Bälle landeten meist bei ihnen. Lediglich auf spielerischer Seite war noch Luft nach oben, sodass nach zwei von Michael Sauerstein vergebenen Chancen wie beim 1:0 ein schlampiges Abspiel herhalten musste, um zum Erfolg zu kommen. Eduard Root verlor als letzter Mann den Zweikampf gegen Markus Walther, der alleine aufs Tor zulief und zum Ausgleich vollendete.

Gegentreffer wird Wirkungstreffer

Das erwies sich als spürbarer Wirkungstreffer für die ohnehin schon verunsicherten Kickers. „Meine Truppe war wie ausgewechselt. Sie wirkte nach diesem Gegentor wie gelähmt, das muss aus den Köpfen raus“, sieht Tamo dringenden Handlungsbedarf. Und es dauerte nicht lange, bis es für den Tabellenletzten noch schlimmer kam. Er bekam den Ball hinten nicht raus, Walther zog aus seitlicher Position aus der Luft ab und sein Schuss landete im langen Eck. Bis zur Pause zeigten die Platzherren zwar einige gute Ansätze, mehr als drei harmlose Distanzschüsse sprangen dabei jedoch nicht heraus.

Der zweite Durchgang begann dann mit einer Bayreuther Großchance: Walther scheiterte aus kurzer Distanz am für den verletzten Andreas Schall eingesprungenen Torhüter Sascha Prell und den Nachschuss setzte Julius Küfner über das Tor. In der Offensive der Heimelf lief hingegen weiterhin wenig zusammen, lediglich Ertac Tonka scheiterte aus spitzem Winkel an Obwandner. Was auch daran lag, dass die Gäste im Mittelfeld geschickt die Räume eng machten und die Kickers das Flügelspiel vernachlässigten.

Jede Menge Arbeit vor dem Derby

Für große Aufregung sorgte der ohnehin nicht überzeugend auftretende Schiedsrichter Felix Hahn in der 73. Minute. Alexander Seidel rutschte als letzter Mann auf dem regennassen Boden aus, dabei sprang ihm der Ball an den Unterarm und er wurde vom Platz gestellt. Bei dieser Regelauslegung scheiden sich die Geister: Auf der einen Seite war das Handspiel völlig unabsichtlich, allerdings wurde dadurch eine klare Torchance verhindert. In Überzahl brachten die Gäste ihren Vorsprung problemlos über die Zeit und vergaben dabei auch noch einige Möglichkeiten. „Das war von uns viel zu wenig, wir müssen die Köpfe wieder freikriegen“, weiß Tamo, dass ihm vor dem Derby gegen den SV Mitterteich jede Menge Arbeit bevorsteht.

Kickers Selb: Prell – Araci (60. Vonzin), Deniz, A. Seidel, Watzlawik (55. Kaschel), Rietsch, Bösel, Root, Christl (76. Caliskan), Schneider, Tonka.

Schiedsrichter: Hahn (TSV Theuern). – Zuschauer: 120. – Tore: 1:0 Araci (6.), 1:1/1:2 Walther (25./31.). – Rote Karte: A. Seidel (73., Handspiel als letzter Mann). – Zehn-Minuten-Zeitstrafe: Schneider (93., grobes Foulspiel).

 

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