Im Sommer 2026 könnte zusammenfinden, was bislang nicht zusammenfand. Klopp hatte den Posten in der Vergangenheit mehrmals als "Ehre" bezeichnet und nicht "völlig ausgeschlossen, dass ich irgendwann mal Bundestrainer werde. Aber es muss passen."
Jetzt könnte es passen. Der Red Bull-Vertrag scheint kein Hindernis. Und zwei Jahre nach seinem Abschied vom FC Liverpool scheint Klopp auch wieder die Energie und Lust zu verspüren, als Trainer zu arbeiten. Wobei Verbandstrainer auch für ihn - wie bei Nagelsmann - etwas anderes darstellt als Vereinscoach.
Klopp ist freilich menschlich reifer, sportlich erfahrener und auch erfolgreicher als Nagelsmann. Mit Borussia Dortmund wurde er zweimal deutscher Meister. Mit dem FC Liverpool gewann er die Premier League und 2019 die Champions League. Er gilt als Menschenfänger, er steht für einen intensiven Power-Fußball, für Leidenschaft an der Linie - und Erfolg.
Klopp am 24. September erstmals auf der Bank?
Sein Länderspiel-Debüt könnte Klopp am 24. September zum Start in die Nations League auswärts gegen den Erzrivalen Holland bestreiten, der bei der WM auch früh scheiterte. Auch die Niederlande werden dann einen Neuanfang mit einem neuen Bondscoach nach Ronald Koeman erleben.
Zunächst müssen sich die DFB-Bosse aber mit ihm über die sportliche Ausrichtung und einen Vertrag (Laufzeit, Gehalt) handelseinig werden. Aus dem Verband ist zu vernehmen, dass es erst mal Gespräche seien und noch keine konkreten Verhandlungen.
Wie sieht Klopp die sportliche Perspektive, den Kader? Wen würde er mitbringen? Wer müsste noch gehen? Könnte Völler auch weiterhin Teil der sportlichen Leitung sein? Klopp weiß, dass eine Rückkehr Deutschlands in die Weltspitze kein Selbstläufer ist. "Wir waren Fußball-Deutschland. Um wieder Fußball-Deutschland zu werden, müssen wir jetzt ran an die Nummer, und zwar richtig", hatte er im Boston Stadium nach dem Paraguay-Spiel erklärt.
Der DFB und Neuendorf haben immerhin mit dem ersten personellen Schnitt bewiesen, dass man aus den vorangegangenen WM-Desastern gelernt hat. Nach dem Vorrunden-Aus 2018 in Russland hatte Joachim Löw ebenso weitermachen dürfen wie Hansi Flick nach dem frühen Aus 2022 in Katar.