Auch der Dortmunder Schlotterbeck ist überzeugt, dass mit Neuer im Tor die Erfolgschancen beim XXL-Turnier in Amerika steigen. "Natürlich hat Manu einen extrem guten, extrem großen Namen. Er hat extrem performt. Er ist wahrscheinlich 'all time' der beste Keeper der Welt."
Das Problem ist: Neuer befindet sich nach einer Wadenverhärtung, die schon seinen Einsatz im Bayern-Tor beim DFB-Pokalerfolg gegen den VfB Stuttgart verhindert hatte, auch in Franken noch im individuellen Aufbautraining. Bloß kein Risiko lautet mit Blick auf das erste WM-Gruppenspiel am 14. Juni in Houston gegen die Inselkicker von Curaçao die Devise des Bundestrainers.
"Wir sind sehr froh, dass Manu uns hilft und noch mal für Deutschland spielt", sagt Nagelsmann. Aber es mache "keinen Sinn, ihn jetzt unnötig das Spiel gegen Finnland machen zu lassen". Nagelsmanns WM-Wunschelf wird in der ausverkauften Mainzer Arena noch nicht auflaufen, zumal auch Stürmer Kai Havertz fehlen wird. Er will am Samstagabend in Budapest mit dem FC Arsenal Titelverteidiger Paris Saint-Germain im Finale als Champions-League-Sieger entthronen. "Ich hoffe, dass Kai den Titel mitbringt", sagt Kimmich.
Mit Musiala und auch Karl gegen Finnland?
Titelträume hegt auch Kimmich, der mit dem FC Bayern im Halbfinale an Paris gescheitert war, bei der WM. Aber nach zwei vermurksten Turnieren 2018 in Russland und 2022 in Katar plant er nur noch in Etappen. "Wir sollten nicht über das Finale und den Titel nachdenken. Irgendwo ist das ein Traum, ein Ziel, den jeder im Kopf hat. Aber das bringt uns am Anfang des Turniers nicht vorwärts."
Nach sieben Siegen in Serie soll in den abschließenden Tests gegen Finnland und am 6. Juni in Chicago gegen die US-Auswahl weiteres Selbstvertrauen aufgebaut werden. Beim Länderspiel-Comeback von Jamal Musiala nach fast 15 Monaten und dem möglichen Startelf-Debüt von Bayern-Youngster Lennart Karl in Mainz soll größtenteils "eine Mannschaft zu sehen sein, die unter Umständen auch so im Turnier beginnen kann", wie Nagelsmann ankündigt.