Fußballturnier Frankenpost-Firmencup 2024 – der Titel bleibt in Hof

Zum ersten Mal zeigen die Firmen der Region, welche guten Fußballer sie in ihren Reihen haben. Mit dem Turniersieger Mävo ragt ein Team heraus – mit prominenter Besetzung.

Normalerweise ist Niklas Stadelmann die Stadien der Bayernliga gewohnt. Mit der SpVgg Bayern Hof spielt er in Würzburg, Regensburg oder eben daheim auf der gut besuchten Grünen Au. Wenige Kilometer Luftlinie von der Heimstätte der Hofer Bayern entfernt stand Stadelmann am Samstag auf dem Platz. Doch statt harten Zweikämpfen und laufintensiven Spielen ging es beim ersten Firmencup der Frankenpost etwas ruhiger zu. Es ging im Stadion an der Ossecker Straße zwar nicht um Punkte in der Liga oder eine Torjägerkrone – aber dennoch um den Titel. Und das brachte genug Prestige mit, damit auch einer wie der Bayernliga-Spieler mitspielte. Stadelmann war der Führungsspieler des späteren Turniersiegers Mävo aus Hof – und erzielte im Finale gegen Kyocera aus Selb beim 4:2-Erfolg nach Verlängerung gleich zwei Tore, darunter das entscheidende 3:2.

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Fraglos: Einer wie Stadelmann ragt bei einem Turnier von Hobbymannschaften heraus. Aber auch ansonsten war es ein durchaus sportlich gutklassiges Turnier – vor allem in Anbetracht dessen, dass ein Großteil der Spieler aus den 17 teilnehmen Teams eher nicht regelmäßig in der fünften Liga spielt. Oft nicht mehr regelmäßig überhaupt in einem Team. Und so unterschied sich das Leistungsniveau zum Teil deutlich, auch wenn selbst die Hobbyfußballer den großen Favoriten das ein oder andere Mal ein paar Sorgen bereiteten.

17 Teams waren am Samstag bei sommerlichen Temperaturen auf zwei Kleinfeldern angetreten und spielten in vier Gruppen die jeweiligen Viertelfinale-Teilnehmer aus, die sich aus den Tabellenersten und -zweiten zusammensetzten. In den meisten Gruppen positioniert sich schnell ein Team als das klar beste der Gruppe – und so zogen die DC Kickers, der FC Mävo International, die Selltastics und Purus Plastics United als Gruppensieger beinahe ungefährdet in die Finalrunde ein. Nur in Gruppe D folgten die Kyocera Kickers II recht klar dem Gruppensieger von Purus, in allen anderen Gruppe war es eng bis zum Schluss: Sommer und Frenz Elite sowie die Stadtwerke Hof setzten sich am Ende durch.

In den Finalspielen zeigten vor allem die Kyocera Kickers II ihre Stärke vom Neunmeterpunkt: Sowohl gegen die Selltastics (3:2) als auch gegen Frenz Elite (5:4) siegten sie im Entscheidungsschießen. Hingegen löste Mävo International seine Aufgaben souverän, aber knapp: 2:0 gegen Sommer, 1:0 gegen Purus Plastics.

Der Außenseiter führt mit 2:0

Und auch im Finale führte Kyocera schnell mit 2:0. Sollte eine Überraschung gelingen und der große Favorit verlieren? „Natürlich ist es bitter, wenn du 2:0 führst und dann das Spiel noch gedreht wird. Aber es war das erste Turnier, an dem wir teilgenommen haben“, berichtet Ricardo Rauh, der Kapitän von Kyocera II, „damit waren wir schon zufrieden. Wir haben einen geilen Fight abgeliefert – gegen höherklassige Gegner. Dafür haben wir uns gut geschlagen.“ Im Team der Selber standen auch einige aktive Fußballer – von der A-Klasse bis zur Kreisliga. Aber eben kein Bayernliga- oder Bezirksliga-Spieler der abgelaufenen Saison. Das machte sich am Ende bemerkbar. Dem Außenseiter ging die Luft aus. Diesmal rettete sie nicht die Uhr und das Neunmeterschießen, sondern der Gegner schlug in der fünfminütigen Verlängerung zu. „Das Turnier war einfach genial. Der Sinn der ganzen Sache ist es aber, dass wir Spaß haben und uns alle besser kennenlernen. Nächstes Jahr greifen wir wieder an.“

Dass die Teams aber bereits so wie die Großen feiern können, zeigten die Sektduschen bei der Siegerehrung. Auch Niklas Stadelmann bekam etwas ab. „Es hat Spaß gemacht – so etwas macht man nicht jeden Tag“, sagte er, der im Finale auch trotz des 0:2-Rückstands nicht nervös geworden war. „Wir hatten noch genug Zeit – und in der Verlängerung war ich mir ziemlich sicher, dass wir den Sieg holen.“ Für ihn war das Turnier ein bisschen Abwechslung vom Bayernliga-Fußball. „Ich hatte ursprünglich überlegt, ob ich überhaupt teilnehme, um mich nicht zu verletzen. Deshalb habe ich auch die Zweikämpfe gemieden. Aber es war ein faires Turnier“, sagte der Bayernliga-Spieler, der noch bis zum Wochenende frei hat. Dann beginnen die Hofer Bayern mit der Saisonvorbereitung.

Genauso laufen wohl auch die Vorbereitungen aufs nächste Firmenturnier. Die Premiere machte schon mal Geschmack auf mehr – bei Aktiven und den zahlreichen Zuschauern.