FW-Neujahrsempfang Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit

Herbert Scharf

Der Bayerische Umweltminister lobt die Idee des Wunsiedler Weges zur Energiegewinnung und sieht Fortschritte in der Entwicklung Nordostbayerns.

Gruppenbild mit dem Minister (von links): Kreisvorsitzender Rainer Müller, FW-Listenkandidat Alexander Dietrich, Landtagsabgeordneter Rainer Ludwig, Minister Thorsten Glauber, Landrat Klaus Peter Söllner, stellvertretender Landrat Roland Schöffel, Marco Krasser und Landrat Peter Berek. Foto: Herbert Scharf

Referenten beim Neujahrsempfang der Freien Wähler (FW) des Landkreises Wunsiedel im Kongresszentrum Helfrecht waren der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber, Freie-Wähler-Landtagsabgeordneter Rainer Ludwig und Marco Krasser, der Geschäftsführer der Stadtwerke Wunsiedel.

Nach der Werbung weiterlesen

Entgegen vieler Prognosen habe der Landkreis Wunsiedel die Umkehr der Abwanderung aus der Region geschafft, begann der Umweltminister seine Rede. Auch in anderen Bereichen hätten sich die Voraussetzungen verbessert. Als gutes Beispiel dafür nannte der Minister den „Wunsiedler Weg“ einer nachhaltigen Energiegewinnung mit Wind, Sonne und Holz, bei der die Wertschöpfung in der Region bleibe, vor allem aber auch Klimaschutz betrieben werde. „Wind und Sonne stellen keine Rechnung“, fuhr Glauber fort und erweiterte sein Lob auf ganz Bayern, das in Sachen Energiegewinnung ein gutes Beispiel für ganz Europa sei.

Regionale Kreisläufe

Der Minister sprach sich dafür aus, die regionalen Kreisläufe in der heimischen Landwirtschaft zu stärken. Immerhin seien die heimischen Landwirte auch Pfleger der Kulturlandschaft. Eine Aufgabe, die der Staat alleine gar nicht stemmen könnte.

Zu Beginn des Jahresempfangs hatte stellvertretender Landrat Roland Schöffel die Gäste willkommen geheißen. Sein besonderer Gruß galt neben Umweltminister Glauber auch dem Energiepolitischen Sprecher der Freien Wähler im bayerischen Landtag, Rainer Ludwig, sowie Landrat Peter Berek, dem Kulmbacher Landrat Klaus Peter Söllner, dem CSU-Landtagsabgeordneten Martin Schöffel und Mandatsträgern aus dem gesamten Wahlbezirk.

14 Landräte

Nach einem Grußwort des FW-Kreisvorsitzenden Rainer Müller berichtete Rainer Ludwig von seiner Arbeit im Landtag. Derzeit lägen die Freien Wähler bei aktuellen Umfragen bei über zehn Prozent in Bayern, begann er. Im Hinblick auf die Landtagswahlen in diesem Jahr sei das beruhigend und spreche dafür, dass sich die Koalition mit der CSU zu einem Erfolgsmodell entwickelt habe. Immerhin gebe es in Bayern auch 14 Landräte der Freien Wähler.

Die FW stünden für eine flächendeckende ärztliche Versorgung, sagte Ludwig und ging damit auf die derzeitige Diskussion um die Umgestaltung des Krankenhausnetzes in Deutschland ein. Dazu habe man sich den Personennahverkehr und eine nachhaltige Energiegewinnung aufs Panier geschrieben. Das stehe besonders nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine und dem Wegfall des russischen Gases im Vordergrund. Der damit verbundene Anstieg der Energiepreise machten sowohl der Wirtschaft als auch dem privaten Verbraucher erheblich zu schaffen. Deshalb setze man jetzt verstärkt auf nachhaltige Energiegewinnung mit einheimischen Rohstoffen wie Holz, aber auch Wind und Sonne.

Energieträger der Zukunft

Auch wenn man sich ausdrücklich zum Ausstieg aus der Atomenergie bekenne, so forderten die Freien Wähler dennoch eine Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke in Bayern. Gleichzeitig müssten erneuerbare Energien massiv ausgebaut werden. Als Energieträger der Zukunft nannte der Abgeordnete den Wasserstoff.

Über den „Wunsiedler Weg“ informierte anschließend kurz SWW-Geschäftsführer Marco Krasser. Vor 20 Jahren habe man bei den Stadtwerken Wunsiedel begonnen, neue Wege der Energiegewinnung zu suchen und zu beschreiten. Inzwischen habe man in Wunsiedel eine dezentrale Energieversorgung aufgebaut, die Beachtung über Bayern hinaus finde.

Begonnen habe man mit erneuerbaren Energien. Sonne, Wind und einheimisches Holz sowie Hackschnitzel lieferten Stoff für eine dezentrale Energieversorgung. Schon heute werde hier mehr Strom erzeugt, als in Wunsiedel verbraucht werde. 200 Millionen Euro seien in den vergangenen 20 Jahren in den Wunsiedler Weg investiert worden. Inzwischen habe man eine Energieeffizienz von 98 Prozent erreicht.

Wunsiedler Weg

Dass ausgerechnet das neue Strompreisbremsgesetz der Bundesregierung, das ja das Ansteigen des Preises verhindern soll, die Arbeit in Wunsiedel massiv behindere, sei mehr als unglücklich. Denn ausgerechnet der niedrige Strompreis aus erneuerbaren Energien werde hier dem Wunsiedler Weg zum Verhängnis und führe dazu, dass die Herstellung nicht nur unrentabel, sondern sogar zu teuer werde.