Gattendorf Bürger müssen mit Baustellen leben

Helmut Steinhäußer

Gesperrte Straßen, Umleitungen auf Schotterwegen – die Bürger des Ortes müssen aktuell einiges aushalten. Der Gemeinderat muss sich auch mit Rasern und fehlenden Leuchten auseinander setzen.

In Gattendorf leiden Bürger unter den Bauarbeiten. Foto: Steinhäußer

In der Gemeinde Gattendorf sind Bauarbeiter, Bagger und Rüttelplatten fast schon ortsbildbestimmend. Zwar bedeuten Baustellen meist, dass etwas vorangeht, aber für die Bürger ist es manchmal belastend. So sagte auch Bürgermeister Stefan Müller (CSU) bei der jüngsten Gemeinderatssitzung: „Wir haben nur Baustellen.“ Er bedauere, dass es wegen der zahlreichen Baustellen zu vielen Beeinträchtigungen auf den Straßen und Gehsteigen komme. Ein Beispiel: Am Sonnenbühl habe die Firma Knoll im Auftrag des Stromversorgers aufgegraben, und kurz danach habe eine andere Baufirma wieder aufgerissen.

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Ortsverbindung Besonders belastend sind aktuell die Arbeiten an der Ortsverbindungsstraße von Kirchgattendorf nach Neugattendorf. Sie ist seit vielen Wochen eine Baustelle und der Ort ist nur über Feldwege zu erreichen. Die offizielle Umleitung führt über den Schotterweg am ehemaligen Steinbruch vorbei zur Straße, die von Gassenreuth nach Neugattendorf führt. „Da davon auszugehen ist, dass erst im nächsten Jahr mit der Fertigstellung der Straße zu rechnen ist, müssen wir für die Sicherheit im Winter den Weg mit einer Asphaltschicht befestigen“, erklärte Stefan Müller. Im Jahr 2006 sei der Weg mit einem Zuschuss des Amtes für ländliche Entwicklung ohne Asphaltierung als Teil des Radweges von Mödlareuth zum „Bundesgolddorf“ Kirchgattendorf hergerichtet worden. Die Bindefrist sei aber inzwischen abgelaufen. Die Asphaltierung auf einer Länge von rund 750 Metern soll 151 000 Euro kosten.

Gemeinderätin Karin Wolfrum fragte, wie breit der Weg gebaut werden solle. „In der jetzigen Breite des Feldweges“, antwortete der Bürgermeister. Ohne die Deckschicht würde der Schneepflug Probleme bei der Schneeräumung bekommen. Auf die Frage von Gemeinderat Thomas Weiher nach der Dauer dieser Arbeiten antwortete Müller, dass für die Asphaltierung der Weg nur an zwei Tagen gesperrt werden müsse. Gemeinderat Benedikt Müller hatte Bedenken, dass der mit einer dünnen Asphaltschicht hergerichtete Weg schwere Traktoren nicht aushalten könnte. Wolfgang Popp befürchtet Mehrarbeit für die Gemeindearbeiter. Müller betonte, dass kein Provisorium, sondern eine Befestigung des Weges mit einer Tragdeckschicht und Asphaltierung vorgesehen sei. Die Frage von Pia Markstein, ob es eine Förderung gebe, musste der Bürgermeister verneinen. „Im Haushalt ist der Wegebau sowieso mit mehr als 100 000 Euro enthalten“ sagte Gemeinderat Erhard Steinhäußer.

Bergstraße „Die Bergstraße ist marode ohne Ende“, sagte Bürgermeister Stefan Müller im weiteren Verlauf der Satzung. Die Sanierung sei notwendig. Für deren Planung schlug er ebenfalls das Ingenieurbüro Reinhard Schnabel vor. Das Gremium stimmte der Auftragsvergabe. zu.

Tempo innerorts Bürger aus Gumpertsreuth hatten einen Antrag gestellt, den Fahrzeugverkehr mit einem Geschwindigkeitsmessgerät zu überwachen. Die Bürger begründeten ihr Anliegen damit, dass seit dem Ausbau des nahen Gewerbegebiets „Zuliefererpark“ und der Inbetriebnahme des Versandlagers von Amazon in der Ortsdurchfahrt von Gumpertsreuth Schwerverkehr und Pendler die innerörtliche Geschwindigkeitsbeschränkung missachten würden. Weil Bürgersteige fehlten und bei der Gaststätte „Altes Haus“ viel Fußgängerverkehr herrsche und zudem ein Radweg quert, sei die Ortsdurchfahrt von Gumpertsreuth sehr gefährlich geworden. Jede Möglichkeit zur Senkung der Geschwindigkeit müsse genutzt werden, zum Beispiel eine Geschwindigkeitsmesstafel. Bürgermeister Müller zufolge habe der Gemeinderat schon in einer früheren Sitzung die Anschaffung einersolchen Tafel beschlossen. „Wer wertet die gespeicherten Daten über die gefahrenen Geschwindigkeiten aus“, fragte zweiter Bürgermeister Werner Völkl (CSU). Unsere Gemeindearbeiter“, antwortete Müller. Eine rechtliche Grundlage für die Auswertung habe man jedoch nicht. „Die Auswertung ist anonymisiert“, sagte Gemeinderat Wolfgang Popp, der selbst Polizist ist. „Wir können feststellen, wie viele Fahrzeuge sich an die Begrenzung von Tempo 30 halten“, ergänzte Völkl. „Aufgrund dieser Daten kann man mit der Polizei sprechen, dass Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden“, sagte Bürgermeister Müller. „Überwachung gibt es in Bayern nur an Unfallschwerpunkten“, entgegnete Wolfgang Popp. Schließlich beschloss der Gemeinderat, ein Geschwindigkeitsmessgerät für 2806 Euro anzuschaffen.

Energiesparen Gemeinderat Wolfgang Popp wollte im Verlauf der Sitzung wissen, ob man in der Gemeindeverwaltung schon über mögliche Energiesparmaßnahmen gesprochen habe. Darauf antwortete der Bürgermeister, dass die Gemeinde Gattendorf schon vor einigen Jahren die Ortsbeleuchtung auf sparsame LED-Leuchten umgestellt habe. Damit war Popp nicht zufrieden. „Oft sind es nur Kleinigkeiten, die Energie sparen“, sagte er. Müller betonte , dass man dazu in der Gemeindeverwaltung sich noch besprechen müsse.

Beleuchtung Gemeinderat Volker Hechtfischer aus Schloßgattendorf sprach eine nächtliche Gefahr für die Bewohner der Burgstraße an, weil die Beleuchtung fehle. Bei ungesicherten Löchern und Gräben und unbeleuchtet abgestellten Baumaschinen sei eine Beleuchtung dringend nötig. „Ich weiß das“, antwortete Bürgermeister Müller. Schon mehrfach sei er darauf angesprochen worden. Er sehe keine Möglichkeit, Abhilfe zu schaffen, weil die HEW für die Beleuchtung der Orte zuständig sei. „Die Sicherungspflicht liegt bei der Baufirma VSTR“, sagte zweiter Bürgermeister Werner Völkl, er spreche sich dagegen aus, dass sich die Gemeinde um die Beleuchtung bemüht.