Geflügel- und Kaninchenzuchtverein Selb-Plößberg Abschiedsvorstellung mit 84 Tieren

Zum letzten Mal stellten sich Sieger, Gäste und Verantwortliche des Geflügel- und Kaninchenzuchtvereins Selb-Plößberg bei einer Vereinsschau zum Gruppenfoto (von links): Ausstellungsleiter Jürgen Beck, zweiter Bürgermeister Carsten Hentschel, Werner Hollering, Stefan Heidenfelder, Klaus Liebert, stellvertretender Landrat Wolfgang Kreil, Andreas Wagner und Vorsitzender Guido Kiesl. Foto: /Andreas Godawa

Mit der Vereinsschau in der „Gmoi“ endet beim Geflügel- und Kaninchenzuchtverein Selb-Plößberg eine Ära. Dennoch gibt es bei der Eröffnung viel Lob und Anerkennung für den eingeschlagenen Weg.

Selb - Etwas Wehmut, aber auch Anerkennung für den eingeschlagenen Weg hat es für die Verantwortlichen des Geflügel- und Kaninchenzuchtvereins Selb-Plößberg gegeben. Denn am Samstag und Sonntag präsentierten die Züchter letztmals ihre Vereinsschau. Die Ausstellungshalle wird ab dem Jahreswechsel der Billard-Club Selb anmieten, die Zeit der Lokalschauen ist damit in dem Selber Ortsteil Geschichte – nach 109 Jahren.

84 Tiere von sieben Ausstellern gab es noch einmal in der „Gmoi“ zu bestaunen. Organisiert hatten die Schau Jürgen Beck und Stefan Heidenfelder, Preisrichter war Harald Kuhl aus Neudrossenfeld. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge begrüßte der Vorsitzende Guido Kiesl die Gäste am Samstagnachmittag. Grundsätzlich sei er froh, dass man diese letzte Vereinsschau vor dem Hintergrund der gestiegenen Corona-Zahlen noch zeigen dürfe. Dafür wurden auch alle Besucher am Eingang kontrolliert, immerhin galt in der Ausstellungshalle die 2G-Regel. Wie Kiesel weiter sagte, müssten die Aktiven in Zukunft weniger Arbeit schultern. Auch sei er froh, dass man mit dem Billard-Club einen verlässlichen Mieter gefunden habe, was auch regelmäßige Einnahmen sichere. „Das hilft uns, auch in Zukunft wirtschaften zu können.“ Kiesl wies darauf hin, dass der Verein natürlich weiterhin bestehe. Er sei auch Besitzer der Gaststätte, die für Geburtstage oder Familienfeiern gemietet werden könne.

Keine Schauen mehr

Mit dem „weinenden Auge“ bezog sich Kiesl darauf, dass die Züchter des Vereins nun keine Lokalschauen mehr veranstalten können. Nichtsdestotrotz hätten sie die Möglichkeit, ihre Zuchterfolge bei anderen Veranstaltungen zu zeigen. Froh sei er, dass dieser doch einschneidende Schritt von den Mitgliedern gemeinsam getragen werde. Er dankte den Züchtern, deren Tiere viermal die Note „Vorzüglich“ eingeheimst haben.

Der stellvertretende Landrat Wolfgang Kreil überbrachte Grüße und einen Pokal von Landrat Peter Berek. Natürlich gebe es ein bisschen Wehmut, „aber die Zeiten ändern sich“. Es wäre sicher nicht im Interesse des Vereins, die Ausstellungen mit aller Gewalt weiterzuführen. Außerdem bleibe der Geflügel- und Kaninchenzuchtverein Selb-Plößberg als gesellschaftliche Institution erhalten.

Angebot

Mut sprach den Züchtern auch Andreas Vogel, der oberfränkische Bezirksvorsitzende der Rassegeflügelzüchter, zu. Er könne die Entscheidung des Vereins sehr wohl verstehen, denn eine eigene Halle könne auch zur Last werden: „Es ist schade, aber es ist verständlich.“ Deswegen gehe der Verein aber nicht unter. Die aktiven Züchter könnten bei anderen Vereinen ausstellen, was er den Selb-Plößbergern als Vorsitzender in Schwarzenbach an der Saale auch anbot. Grundsätzlich gebe es immer weniger Züchter, weswegen überörtliche Kooperationen durchaus eine Alternative sein könnten.

Der zweite Selber Bürgermeister Carsten Hentschel, der den Schirmherrn Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch vertrat, lobte die Verantwortlichen für ihre Entscheidung, den Verein auf einem realistischen Weg in die Zukunft zu führen. Hentschel blieb es auch vorbehalten, die Ausstellung zu eröffnen. ago

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