Gegen Einsamkeit Plätzchentüten bereiten feuchte Augen

Sandra Hüttner
Unser Bild zeigt (von links) Simone Brandt, Kerstin Hüttner und Pfarrer Markus Hansen, bevor sie die letzten Plätzchentüten noch verteilten. Foto: /Hüttner

In Lichtenberg haben alle Senioren über 70 ein kleines Geschenk erhalten. Das soll die Einsamkeit in der Pandemie lindern.

Lichtenberg - In der Corona-Pandemie war und ist es nur eingeschränkt möglich, mit anderen zusammen zu sein. Viele Alleinstehende und ältere Menschen waren und sind vielleicht immer noch auf sich allein gestellt. Aufbauende Worte, das fröhliche Lachen des Enkelkinds oder einfach nur stilles Händehalten – der persönliche Kontakt zu Familie und Freunden ist immens wichtig, doch fehlt leider in Zeiten der Corona-Pandemie mit ihren geforderten Kontaktbeschränkungen oft. Da lässt schon eine kleine Aufmerksamkeit gemeinsam mit einem schriftlichen Gruß und netten Worten die Augen vor Rührung feucht werden. „Die Begleitung einsamer Gemeindeglieder liegt uns sehr am Herzen“, betont Dekan Andreas Maar. In der Kirchengemeinde Lichtenberg durften sich deshalb alle Senioren im Alter von über 70 Jahren über eine kleine, liebevoll gepackte Tüte mit hausgebackenen Plätzchen freuen.

Zum zweiten Mal in Folge haben Kerstin Hüttner und Simone Brandt in ihrer Freizeit über zwei Tage gemeinsam in der Küche des Gemeindehauses und zusätzlich in Heimarbeit die leckersten Plätzchen gebacken und liebevoll in Geschenktütchen verpackt. „Sechs Sorten haben wir kreiert, darunter Vanillekipferl, Spitzbuben, Stollenkonfekt und Rumkugeln“, listet Kerstin Hüttner, die Ideengeberin, auf. Für die 110 zu befüllenden Tüten haben die beiden Frauen insgesamt fast 1200 Plätzchen gebacken. „Einen Teil der Waren hat mein Arbeitgeber, die Firma Dennree in Töpen, spendiert. Das Übrige kommt aus eigener Tasche, wie auch die Tüten und Karten“, erzählt Kerstin Hüttner, die die Tüten auch verteilte, unterstützt von Pfarrer Markus Hansen und Gattin Andrea. „Auch unsere ehemaligen Lichtenberger Senioren, die nun in Bad Steben im Betreuen Wohnen oder Seniorenwohnpark zu Hause sind, erhielten Plätzchentüten“, erzählt Pfarrer Hansen, der die Aktion als „großartig und super“ lobt, den fleißigen Bäckerinnen dankt und von nur positivem Feedback berichtet. „Die Aktion unterstreicht, dass an jeden Einzelnen gedacht wird, egal ob sich wer zu Hause einigelt oder nicht – und gerade in dieser schwierigen Zeit ist die Zwischenmenschlichkeit wichtiger denn je“, betont der Geistliche. Er versichert, dass die Übergabe coronakonform mit Abstand an der Haustür vonstatten gegangen sei. „Alle, wirklich alle haben sich sehr gefreut“, betont Andrea Hansen und erzählt, dass viele freudig überrascht waren. „Schön, dass die Kirchengemeinde an uns denkt.“

Kerstin Hüttner war die Wiederholung der Plätzchenaktion vom Vorjahr wichtig, da sie um die Vereinsamung der älteren Leute und die weggebrochenen Kontakte weiß. „Es ist schade, dass viele Treffen nicht möglich sind, ob diese nun aus Vorsicht nicht stattfinden oder aufgrund der Corona-Regeln.“ Auch sie berichtet von positiven Reaktionen: „Es blickten uns erst überraschte, dann strahlende, manchmal auch feuchte Augen beim Verteilen entgegen“, erzählt Andrea Hansen.

 

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