Gemeinde Nagel Vorhang auf für die Seebühne

Nach den Vermessungen am See gab Planer Gerhard Plaß grünes Licht für den Bau am nordwestlichen Standort der Seebühne. Foto: /Christian Schilling

Dem Vorhaben der Gemeinde steht laut einem Gutachten des Planers Gerhard Plaß nichts mehr im Wege. Erste Arbeiten sollen noch heuer beginnen.

Positiv ist das Gutachten des Architekten und Planers Gerhard Plaß zu den Plänen ausgefallen, eine Seebühne mit Tribüne am Ufer des Nagler Sees zu bauen (wir berichteten). Bürgermeister Helmut Voit verlas bei der jüngsten Gemeinderatssitzung das entsprechende Gutachten.

Demnach hätten die beiden in der vergangenen Woche im zum Teil abgelassenen See angelegten Schürfen jeweils ähnliche Verhältnisse ergeben. Nach einer Schlammschicht sei man dabei auf Granitsand gestoßen, der mit zunehmender Tiefe fester wurde. Die Geländeverhältnisse und Tiefen seien nivelliert, die Schürfen anschließend wieder aufgefüllt worden.

Vier Fundamente

Laut Planer Plaß soll die Seebühne nun 30 bis 40 Quadratmeter groß werden. Dazu würden mindestens drei, besser vier Fundamente benötigt. Der Bau der Fundamente sei mittels ausbetonierter Brunnenringe möglich, mit deren Bau der Bauhof der Gemeinde noch heuer beginnen könne. Dafür sei aber ein Genehmigungsplan notwendig. „Die Einhaltung des geplanten Kostenrahmens erscheint nach derzeitigem Kenntnisstand möglich“, heißt es in dem Gutachten. Der Gemeinde stehen wie bereits mehrfach berichtet dafür 60 000 Euro zur Verfügung, die Nagel im Rahmen des Wettbewerbs „Gütesiegel Heimatdorf 2021“ des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat für ihren Vorschlag erhalten hat. „Der nächste Schritt ist also die Genehmigungsplanung, dann kann der Bauhof starten“, betonte Voit.

Eine weitere gute Nachricht hatte Bürgermeister Voit in Sachen Kinderhort zu vermelden. Auch wenn dies eine „Hängepartie bis zur letzten Minute“ gewesen sei. In der Gemeinderatsitzung im Mai sei über die Problematik der Betreuung der Grundschulkinder ausführlich beraten worden. Der dafür notwendige Hort sei inzwischen provisorisch im zweiten Stock des Schulgebäudes eingerichtet worden. Bis zuletzt habe man nicht gewusst, wer die Trägerschaft für den Hort übernehme.

Umfangreiche Auflagen

Mittlerweile habe das Bistum Regensburg der katholischen Kirchenstiftung Nagel mitgeteilt, dass der Hort bis 31. August 2023 unter der Trägerschaft der Kirchengemeinde vorübergehend eingerichtet werden dürfe. Seitens des Landratsamts Wunsiedel sei die Genehmigung auch erteilt worden. Sollte der Hort dauerhaft in der Schule bleiben, müssten allerdings umfangreiche Auflagen, wie beispielsweise der Einbau eines Aufzugs und von Toiletten im zweiten Stock, erfüllt werden.

Das nächste Problem sei unerwartet aufgetaucht, als eine Erzieherin gekündigt habe. „Damit war der Hort für dieses Schuljahr faktisch tot“, sagte das Gemeindeoberhaupt. Denn für die Hortbetreuung seien eine Erzieherin und zwei Helferinnen zwingend notwendig. „Gott sei Dank hat es geklappt, kurzfristig eine junge Nachfolgerin einzustellen“, erklärte Voit. Er hoffe, dass man nun wieder in ruhigeres Fahrwasser komme. Erste Überlegungen seitens des Gemeinderats, wie mit der Schülerbetreuung fortgefahren wird, gab es in der nachfolgenden nichtöffentlichen Sitzung. Erleichtert zeigte sich auch Gemeinderätin und Schulleiterin Maria Schindler. Sie freue sich, dass der Hort erhalten bleibe. So könnten die Schüler am Nachmittag in den Klassenzimmern bleiben.

Seit Jahren Thema

Ein weniger schönes Thema, das die Gemeinde laut Bürgermeister schon seit Jahren beschäftigt, ist die Verkehrssituation im gesamten Ortsbereich. Hierzu hatte Polizeihauptkommissar Michael Eckstein von der Polizeiinspektion Wunsiedel einige Messergebnisse mitgebracht. Daraus wurde ersichtlich, dass sich die Masse der Verkehrsteilnehmer an den Messpunkten zwischen Mühlbühl und Wurmloh an die vorgeschriebenen 60 Stundenkilometer hielt. Im eher kurvigen Bereich am Friedhof würden die erlaubten 50 Stundenkilometer eher unterschritten. Auch im Ortsteil Reissinger Höhe sei das Verhalten normal – bis auf einen Ausreißer, der die Messstelle mit 173 Stundenkilometern am späten Abend passiert hatte. Dies könne allerdings auch auf einem Messfehler basieren, erklärte der Verkehrsexperte. „Man wird nie erreichen, dass sich die Fahrer zu 100 Prozent an die Begrenzungen halten“, sagte Eckstein. Auch sei es vonseiten von Passanten meist ein subjektiver Eindruck, dass Autos rasen würden. In diesem Zusammenhang bestätigte Eckstein, dass das von der Gemeinde ausgesprochene Parkverbot für Wohnmobile am Parkplatz am See rechtens sei.

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