Gemeindehaus Döbra Tolles Gemeinschaftswerk in Döbra

Sandra Hüttner

Zahlreiche Helfer haben ehrenamtlich mit angepackt: Die einstige Wohnung im Gemeindehaus von Döbra ist nun umgebaut und öffentlich nutzbar.

Fleißige Helfer unter historischem Türrahmen: (von links) Robert Franz, Günter Schmidt, Hannes Kothmann und Erwin Wirth mit Dirk Rödel (Gesamtkirchenverwaltung Hof, Finanzen), Bürgermeister Reiner Feulner, Helmut Hüller (Vertrauensmann des Kirchenvorstands Döbra), Dekan Andreas Maar und Pfarrer Thomas Hohenberger. Foto: Sandra Hüttner

Es ist ein Schmuckstück, dass muss man neidlos anerkennen, vor allem wenn man den Urzustand kennt. Hell, freundlich, einladend und barrierefrei präsentiert sich nach umfangreichen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen das Erdgeschoss des Gemeindehauses in Döbra. Das ehemalige historische Kantoratsgebäude ist im Rahmen der Kirchweihandacht offiziell eingeweiht worden, nach dreijähriger Planungs- und Bauzeit.

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„Beim letzten Kirchweihfest haben wir noch eine Baustellenführung erhalten, heute nun können wir die neuen Räumlichkeiten in Betrieb nehmen“, freute sich Pfarrer Thomas Hohenberger und gab einen Einblick in die Geschichte der Renovierung und der langwierigen Genehmigungsverfahren. Nach dem Auszug des einstigen Mieterehepaars aus der Wohnung im Erdgeschoss hatte der Kirchenvorstand 2019 den Grundsatzbeschluss gefasst, die Wohnung nicht erneut zu vermieten, sondern in barrierefrei gestaltete Gemeinderäume umzuwandeln. Zusammen mit Kirche und Pfarrhaus gehört das Gemeindehaus zu einem denkmalgeschützten Ambiente, sodass Renovierungsarbeiten nicht ohne weiteres durchgeführt werden können. Gerade der historische Charakter des Gebäudes musste berücksichtigt werden. Das landeskirchliche Bauamt musste wurde überzeugt, dass die Renovierung zur Hälfte durch Eigenleistung durchzuführen wäre – „dies hat stundenlange Gespräche erfordert, bis endlich die Genehmigung ausgesprochen wurde“, berichtet der Pfarrer. Dann verzögerte die Corona-Pandemie den Baubeginn.

Start war endlich im Sommer 2021 mit einer kompletten Entkernung und Trockenlegung. Die bisherige Wohnung erhielt einen neuen Zuschnitt und präsentiert sich völlig neu als Gemeindesaal mit Küche, Garderobe und zwei Toiletten, eine davon behindertengerecht.

Hohenberger berichtet von mühevoller Kleinarbeit, den Rückbau haben die Mitglieder des Männergesangvereins und der Alten Ritter gestemmt. Auch die beiden Schreinereien Peter Schmitt und Alexander Kothmann leisteten zusammen mit Karl und Hannes Kothmann wertvolle Hilfe.

Günther Schmidt kümmerte sich um die Elektrik, Alexander Fehn agierte als akkurater Fliesenleger. Die Nachbarn Heinz Frisch und Günter Peetz räumten während der Bauzeit Wegerecht ein, ihre Grundstücke durften befahren und als Lagerplatz für Baumaterial genutzt werden. „Und wir hatten mit Stefan Franz einen gelernten Architekten als Bauleiter, den wir kein Honorar zahlen mussten.“ Ohne das große Engagement vieler Dorfbewohner wäre das ganze Projekt nicht möglich gewesen. Insgesamt wurden zirka 2000 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet. „Das ist eine großartige Gemeinschaftsleitung“, sagte Pfarrer Hohenberger und dankte auch für die zahlreichen Spenden. „Ein großer Anteil musste eigenfinanziert werden.“

Dekan Andreas Maar stellte die Räume und die Nutzer unter den Segen Gottes. „Das Dorf hat zusammengehalten. Nun die vielen strahlenden Augen zu sehen, das macht froh und glücklich.“

Das Gemeindehaus könne nun auch öffentlich genutzt werden, freute sich Bürgermeister Reiner Feulner. Den von der Stadt zugesagten Zuschuss in Höhe von 8000 Euro stockte er aus Verfügungsmitteln des Bürgermeisters um 2000 Euro auf. Applaus brandete auf, und auch Feulner betonte, dass hier Großartiges in gemeinschaftlicher Zusammenarbeit geleistet worden sei.