Gemeinderat beschließt Bebauungsplan Issigauer PV-Anlage rückt näher

Im nächsten Jahr soll die Anlage ans Netz gehen. Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Jens Büttner

Der Gemeinderat einigt sich auf den vorhabenenbezogenen Bebauungsplan. Münch-Energie und Investor von Reitzenstein betonen erneut: Es geht nicht kleiner.

Issigau - Der nächste Schritt beim Großprojekt „Solarpark Issigau Reitzenstein“ ist getan. Der Gemeinderat beschloss Dienstagabend den vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Nur Ramona Greim (CSU) dagegen. Ungewöhnlich war das Interesse an der Sitzung. Mehr als 30 Gäste besuchten sie, sie kamen nicht nur aus dem Ort, sondern auch aus Berg, Naila und Lichtenberg.

Das Thema PV-Anlage mit einer Größe von über 75 Hektar zwischen den Issigauer Ortsteilen Reitzenstein und Griesbach polarisiert. So hatte Hermann Feulner (SPD) Bedenken. Er kritisierte die Informationspolitik. „Erst ist alles Friede, Freude, Eierkuchen und jetzt gibt es starken Gegenwind“, sagte Feulner und sprach damit die Bürgerinitiative „Photovoltaik mit Augenmaß“ an. „Die Initiative möchte die Anlage kleiner, aber aus Sicht der Betreiber muss sie so groß bleiben, da läuft was schief“, meinte Feulner.

157000 Module

Der Projektleiter der Firma Münch, Stefan Lang, erläutert, dass ein Umspannwerk nötig sei, eines das den Sonnenstrom mit 110 Kilovolt ins Hochspannungsnetz schickt. „Das allein kostet zwischen drei und vier Millionen Euro und muss über die Anlage finanziert werden.“

Lang versichert, dass die Anlage so erstellt wird, dass der „Frankenwaldblick“ freibleibt. „Die Bepflanzung wird gleich zu Anfang 2,50 Meter hoch sein“, versichert Lang. Die Frage nach der Anzahl der Module lautete 157 000 Stück; er versicherte, dass die Versicherung, dass die Größe bleibt: Brutto 86,2 Hektar, mit Solarmodulen bebaut zirka 65 Hektar.

Gemeinde investiert eine Million

Bürgermeister Dieter Gemeinhardt ergriff das Wort. „Heute geht es ausschließlich um den Bebauungsplan“, betont er. Auf Nachfrage zur Beteiligung der Gemeinde erklärte er, dass sie sich mit einer knappen Million Euro beteiligen werde und mit 25 Prozent an der Anlage beteiligt sei. Gemeinhardt merkt an, dass man sich im Gremium einig war, die PV-Anlage nur zu bauen, wenn Gemeinde und Bürger beteiligt werden. „Bei der Gemeinde verbleibt ein Gewinn von 25 Prozent“, unterstrich er.

Neue Plattform

Projektleiter Lang betonte die Möglichkeit, dass die Issigauer „eigenen Strom“ von der PV-Anlage beziehen können. „Was an Abgaben und Steuern anläuft, können wir nicht beeinflussen, aber wir können den Arbeitspreis der angeschlossenen Industriebetriebe anbieten.“ Auf Nachfrage erfuhr Bürgermeister Gemeinhardt, dass man den Sonnenstrom über eine Plattform anbieten würde und die möglichen Nutzer dann den Stromanbieter wechseln müssten.

Investor Constantin von Reitzenstein bestätigte, dass es sich bei der Größe der Anlage um die Wirtschaftlichkeit dreht. „Diese Anlage kann durch die Gemeinde, Bürger und Landwirt im Ort auf die Beine gestellt werden und nicht durch einen Investor von außerhalb.“

Wie geht es weiter?

Verwaltungsleiter Uwe Jäger erläuterte, wie es nach dem Beschluss des Gemeinderates nun weiterlaufen könnte und wird. „Nach der Bekanntmachung des Vorentwurfs des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes liegt er vier Wochen in den Rathäusern Issigau und Lichtenberg aus und ist auf der Homepage der Verwaltungsgemeinschaft Lichtenberg einsehbar.“ In dieser Zeitspanne könne jeder Einwände und Ergänzungen einreichen, die abgewogen und eingearbeitet werden. Zudem habe die Gemeinde bereits Berichte mit Umweltbericht, FFH-Verträglichkeit und die artenschutzrechtliche Prüfung angestoßen. „Sollte die Initiative ein Bürgerbegehren auf den Weg bringen, dann braucht es eine Unterschriftenliste mit zehn Prozent der stimmberechtigten Bürger“, erklärte Jäger. Der Gemeinderat entscheide dann über Zulässigkeit des Bürgerbegehrens. Auch das Landratsamt prüfe es. Das angestrebte Bürgerbegehrens hat Jäger zufolge keinen Einfluss auf den Beschluss zum Bebauungsplane. „Sollte es zu einem Bürgerentscheid kommen, dann sind die Verfahren aufeinander abzustimmen.“

 

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