Gemeinderatssitzung Tröstau plant neues Gewerbegebiet

Gegenüber des Gewerbegebiets Tröstau-Ost (rechts) soll jenseits der Bundesstraße 303 ein neues Gewerbegebiet entstehen. Foto: /Christian Schilling

Das soll gegenüber des Gewerbegebiets „Tröstau-Ost“ entstehen, in dem auch ein Nahversorger angesiedelt wird. Nötig ist dies, weil der alte Edeka-Markt nicht mehr dem Standard entspricht.

Neue Gewerbegebiete versprechen für Städte und Gemeinden auch garantierte Steuereinnahmen – so auch in Tröstau. In der jüngsten Gemeinderatssitzung hat der Gemeinderat auch deshalb die Einleitung eines Verfahrens zur Aufstellung des „Gewerbegebiets Grötschenreuth-Ost“ beschlossen. Damit einher geht auch eine Änderung des Flächennutzungsplanes. Gleichzeitig befürwortete das Gremium einen vom Ingenieurbüro Bökenbrink erarbeiteten Entwurf des Bebauungsplanes.

Bereits seit längerer Zeit ist bekannt, dass der Betreiber des Edeka-Marktes im Gewerbegebiet Tröstau-Ost seinen Betrieb in absehbarer Zeit aufzugeben. Die Gemeinde und Bürgermeister Rainer Klein sind aber bestrebt, die Nahversorgung in Tröstau aufrecht zu erhalten und führt bereits seit längerem Gespräche mit verschiedenen Einzelhandelsketten. Diese lehnen allerdings eine Weiterführung des bisherigen Marktes aus betriebswirtschaftlichen und standortpolitischen Gründen ab. Ähnlich verfuhr Kaufland in Marktredwitz.

Ungeeignete Standorte

Im Rahmen städtebaulicher Vorgaben hat die Gemeinde mehrere innerörtliche Standort prüfen lassen, die sich aber aus mehreren Gründen als ungeeignet herausgestellt haben. Einzig ein Grundstück südlich der B  303 gegenüber der Aral-Tankstelle und dem bestehenden Markt hat sich als möglicher Standort angeboten. Und dafür hatte Stadtplaner Eckhard Bökenbrink vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Kalchenreuth einen Entwurf in die jüngste Sitzung mitgebracht.

„Es gibt erste Interessenten, aber noch keine konkreten Planungen“, sagte Bökenbrink. Das Gelände sei aber bereits durch einen Investor gekauft worden. Erste Abstimmungen mit den Trägern öffentlicher Belange seien bereits durchgeführt worden. Das Areal über das Wohngebiet Grötschenreuth verkehrstechnisch zu erschließen, bezeichnete der Städteplaner als „suboptimal“. Vielmehr soll das Areal über die B  303 erreichbar sein, da sich die geplanten Flächen „ins Gelände eingraben“. Heißt, das Gebiet soll auf das Niveau der vorbeiführenden Bundesstraße herabgesenkt werden.

Bäckerei mit Café

Die Vorplanung von Bökenbrink sieht ein Sondergebiet Einzelhandel vor. Ausschließlich zulässig sind darin ein Lebensmitteleinzelhandel mit einer Verkaufsfläche von bis zu 1200 Quadratmetern, ein Getränkemarkt mit einer Verkaufsfläche von bis zu 600 Quadratmetern, eine Bäckereifiliale mit Café mit bis zu 110 Quadratmetern, eine Apotheke sowie die erforderlichen Parkplätze und Nebenanlagen. Derzeit werde zu dem Vorhaben der Umweltbericht wiederum unter Einbeziehung der Träger öffentlicher Belange erstellt. „Noch sind die Planungen nicht in Stein gemeißelt“, ergänzte Bürgermeister Klein. Die Zukunft werde zeigen, was am Ende dabei herauskommt.

Passend zum Thema hat Alexander Popp, Wirtschaftsförderer beim Landratsamt Wunsiedel, das Tröstauer Gremium zum Thema „Interkommunales Flächenmanagement“ (wir berichteten bereits ausführlich) informiert und zum Beitritt der Gemeinde in einen entsprechenden Zweckverband geworben. Es drohe ein Ausverkauf von Ökoflächen, wenn diese von externen Agenturen für Ausgleichsmaßnahmen in Kommunen außerhalb des Landkreises übernommen würden. Der Landkreis brauche aber seine Flächen selbst, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Große Aufgabe

Die Wirtschaftsförderung im Landkreis wolle deshalb das Thema Ökoflächenmanagement in die eigene Hand nehmen und nicht externen Agenturen überlassen. Bislang kümmere sich jede Kommune selbst um die Qualität ihrer Ausgleichsflächen, eine große Aufgabe mit hohem Anspruch für kleine, kommunale Verwaltungen. Dies soll nun unter dem Dach der Wirtschaftsförderung des Landkreises geschehen. Wenn alle 17 Kommunen des Landkreises sich daran beteiligten, würden auch alle Städte und Gemeinden davon profitieren. Eine Finanzierung des Managements wäre über das Programm Smartes Fichtelgebirge möglich.

Der Gemeinderat Tröstau befürwortete schließlich einem Beitritt zum „Interkommunalen Flächenmanagement“.

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