Ist der Schritt in den Euroraum für Bulgarien tatsächlich so groß?
Bulgarien ist seit langem Teil der europäischen Währungsgeschichte. Seit 2007 ist das Land EU-Mitglied, seine Nationalwährung Lew ist aber schon seit 1999 an den Euro gekoppelt - im Verhältnis 1,95583 für einen Euro. Nach einer Finanz- und Währungskrise war der Lew seit 1997 bereits im Verhältnis 1:1 an die D-Mark gekoppelt. "Mit der Einführung des Euro macht Bulgarien nun den letzten Schritt in Richtung der Europäischen Währungsunion und nimmt seinen rechtmäßigen Platz im Herzen Europas ein", sagt EZB-Präsidentin Lagarde.
Kommt Bulgarien ohne reguläre Regierung in die Eurozone?
Bulgarien wird am 1. Januar den Euro ohne eine reguläre Regierung und ohne einen Staatsetat für 2026 einführen. Es soll vorerst der verlängerte Haushalt 2025 gelten. Die erst seit Mitte Januar 2025 amtierende Regierung nahm auf Druck von Protesten zwei Haushaltsentwürfe für 2026 zurück.
Sollte im neuen Jahr keine Partei in Sofia eine neue Regierung bilden wollen, wovon Politologen ausgehen, wird Staatspräsident Rumen Radew ein Übergangskabinett einsetzen müssen, das so lange im Amt bleibt, bis nach einer Neuwahl eine neue reguläre Regierung steht. Es wäre die achte Parlamentswahl binnen fünf Jahren.
Die Einführung des Euro galt als Hauptziel der im Dezember zurückgetretenen Regierung aus Konservativen, Sozialisten und Populisten. Diese politisch so unterschiedlichen Kräfte bildeten als Kompromisslösung eine ungewöhnliche Koalition, um nach sieben Parlamentswahlen eine Neuwahl zu vermeiden.