Gerhard Puchta geht, Lisa Hertel rückt nach Eine Prise Gelassenheit geht

Gerhard Puchta verlässt den Rehauer Stadtrat. Seine Wegbegleiter rühmen ihn besonders für seine Ruhe und Souveränität. Nachrückerin ist Lisa Hertel.

Gerhard Puchta (links) verlässt nach 13 Jahren den Rehauer Stadtrat. Lisa Hertel rückt nach und wurde von Bürgermeister Abraham vereidigt. Foto: /Gödde

Rehau - Die letzten vier Jahre haben bei Gerhard Puchta tiefe Spuren hinterlassen. Gleich zwei schwere Diagnosen teilten ihm Ärzte 2017 mit. Vier Jahre später gilt der 64-Jährige zwar als geheilt, aber er ist nicht mehr derselbe wie vorher. Geblieben sind aber seine Ruhe, seine gelassene Ausstrahlung, seine Offenheit. Und so wendet er sich am Mittwochabend zum letzten Mal an den Stadtrat, den er im Mai auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung verlassen hatte. „Die Kondition ist nicht mehr die gleiche wie vorher, weder die körperliche noch die psychische“, sagte Puchta, nachdem ihn Bürgermeister Michael Abraham verabschiedet hatte. Ohnehin seien die langen Sitzungen mit der Maske gerade für ihn schwierig gewesen. „Man wird mich jetzt nicht mehr beim Joggen im Forst treffen oder gazellenartig beim Hobby-Fußball“, sagte er mit einem leisen Lächeln. Vier Enkel und sein Garten werden ihn aber dennoch sicher auf Trab halten. „Es war eine schöne und interessante Zeit, die ich nicht missen möchte“, sagte Puchta über seine 13 Jahre im Rehauer Stadtrat. Seinen nun ehemaligen Kollegen gab er noch mit auf den Weg: „Alles für die Stadt Rehau tun!“

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Gerhard Puchta ist Ur-Rehauer, in der Stadt geboren und leistete auch die meisten seiner vielen Dienstjahre als Polizist in der „Perle der Region“ ab, zuletzt als Leiter der Polizeistation. Außerdem ist er in vielen Vereinen engagiert. Und so prasselte sehr viel Wertschätzung auf den scheidenden Stadtrat ein.

Bürgermeister Michael Abraham sagte: „Wir waren zwar nicht immer einer Meinung, aber die Zusammenarbeit war sehr oft einvernehmlich und von großer Wertschätzung getragen.“ Abraham erinnerte an Puchtas Kern-Thema: das Drängen auf die städtische Sparsamkeit. Und das wurde immer wieder offenbar, etwa dann, wenn die Stadt Grundstücke kaufen wollte oder auch das Schulprojekt 2020 angestoßen werden sollte. Zum Abschied überreichte Abraham Puchta ein Porzellanbild und eine Urkunde. Ehefrau Inge Puchta bekam für ihre Unterstützung einen Blumenstrauß.

Harald Ehm (CSU), wie Puchta Anwohner der Ziegelhütte, hofft auf viele Begegnungen, auch ohne das verbindende Element Stadtrat. „Ich habe immer Deine Ruhe und Deine Ausgeglichenheit bewundert“, sagte Ehm. Hagen Rothemund (SPD), mit Gerhard Puchta verwandt, sagte: „Gerhard, 13 Jahre Stadtrat und niemals ein Lautsprecher.“ Er sei immer ruhig, souverän und sachlich gewesen. Rothemund schenkte dem Scheidenden ein Kartenspiel, ausgerechnet von der CSU, zum gemeinsamen Üben in der Gartenhütte. Martin Wurdack, Gerhard Puchtas Nachfolger als Fraktionssprecher der FUWR, sah es mit einem lachenden und einem weinenden Auge, dass der langjährige Sprecher nun das Feld räumte. „Mit einem lachenden, weil Du nun Deinen Ruhestand genießen kannst, und mit einem weinenden, weil wir Deine Fachkompetenz vermissen werden.“

Nachfolgerin für Gerhard Puchta ist Lisa Hertel. Die Fohrenreutherin wurde am Mittwoch zu Beginn der Sitzung vom Bürgermeister vereidigt und nahm anschließen d den Platz ihres Vorgängers ein. „Ein guter Platz“, wie Puchta ihr lachend bescheinigte. nach einstimmigem Beschluss des Stadtrates wird Lisa Hertel nun Mitglied im Wirtschafts- und Kultursenat sowie stellvertretendes Mitglied im Verwaltungs- und Finanzsenat, im Bau- und Umweltsenat sowie zweite Stellvertreterin im Werksenat.