Kulmbach - Pünktlich um 9 Uhr wird Werner M. am Mittwochmorgen, begleitet von zwei Justizbeamten, in den Schwurgerichtssaal im Landgericht Bayreuth geführt. Man sieht ihm an, dass er schon einiges hinter sich hat in seinem Leben. M. geht am Arm seines Anwalts Wolfgang Schwemmer, hält sich einen Aktenordner ganz dicht vors Gesicht. Bei jedem Schritt scheppern die Ketten der Fußfesseln, die der 55-Jährige tragen muss. Wer genau hinschaut, sieht, dass dem 55-Jährigen ein Stück seines rechten kleinen Fingers fehlt. Das wird eine Rolle spielen im Prozess, denn es hat zu tun mit der furchtbaren Tat, wegen der Werner M. vor Gericht steht. Neun Tage lang soll verhandelt werden. Dabei wird die Schwurgerichtskammer unter Vorsitz von Andrea Deyerling sich wohl hauptsächlich auf die Aussagen von Zeugen und der Ergebnisse der Gutachter stützen müssen. Denn der Angeklagte hat dem Gericht unmissverständlich klargemacht, dass es mit Angaben des Angeklagten zu der Tat nicht rechnen kann: Zur Sache sagt er nichts.
Prozess Werner M. sprach am Tatort von Notwehr
Von Melitta Burger 20.08.2025 - 19:08 Uhr