Treffen 200 Traktoren rollen nach Geroldsgrün

Sandra Hüttner

Mehr als 210 Traktoren kommen nach Geroldsgrün – beim Einreihen wird’s eng. Einige Teilnehmer reisen sogar aus Österreich an.

Das Traktortreffen hat wieder zahlreiche alte und junge Oldtimer-Fans nach Geroldsgrün gelockt. Gut 210 Fahrzeuge waren zu bestaunen. Bei trockenem Wetter und ab mittags sogar blauem Himmel präsentierten die Traktorfreunde ihre knatternden Prachtstücke aus früherer Zeit. Fabrikate und Fahrzeugtypen wie Eicher, Dentz, Porsche, Massey Ferguson, Güldner und Magirus waren vertreten.

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Eine fünf Kilometer lange Rundfahrt führte die tuckernden Dieselrösser vom Festplatz über Neumühle, Großenreuth, Steinbach und Hirschberglein. Die Besucher, die sich an den kultigen Fahrzeugen erfreuten, kamen aus dem nordost-oberfränkischen Raum, aus Thüringen, Sachsen und Tschechien und sogar aus Österreich: Fünf Traktoristen waren aus dem tschechischen Skalna angereist (Traktorklub Luby-Sklana) und das Ehepaar Sonja und Reinhard Achorner aus Kössen in Österreich. Mehrere Tage auf Achse hatten Thomas Endrich und Christian Amend von den Halsbacher Dreschfreunden aus Lohr am Main hinter sich, die von einem Bührer Industrietraktor und einen Land D7531 ihre Wohnwagen ziehen ließen.

Seit Wochen hatten die Geroldsgrüner Traktorenfreunde unter dem Vorsitz von Thomas Schönwälder das Oldtimer-Spektakel vorbereitet. Es gehört zu den größten Veranstaltungen dieser Art in der Region. Ab dem Sonntagvormittag tuckerten die alten Maschinen durch Geroldsgrün zum Festplatz, um sich dort in Reih und Glied aufzustellen – und dabei ging es mitunter eng zu. Das Treffen bot den Traktoristen selbst Gelegenheit zum Fachsimpeln. So unterschiedlich in Größe, Bauart und Hersteller die Traktoren waren, so unterschiedlich war auch ihr Zustand. Einigen sah man an, dass sie über Jahrzehnte hinweg treu ihren Dienst als Schlepper getan haben oder sogar noch tun. Die meisten waren aber liebevoll gepflegt und zum Teil aufwendigst restauriert. Auch gab es wieder eine begleitende Sonderschau, organisiert von Ernst Wirth und Julian Lang. Diese drehte sich um die Getreideernte im Wandel der Zeit und präsentierte zahlreiche Exponate wie einen restaurierten Flügelmäher aus den 1920er-Jahren und einen Mähdrescher aus dem Jahr 1962.

Landrat Oliver Bär und Bürgermeister Stefan Münch nahmen gemeinsam mit Vorsitzendem Thomas Schönwälder die Ehrungen vor. Auf der Ladepritsche eines Fendt-Geräteträgers aus dem Jahr 1963 von Werner Engelhardt überreichten die Ehrengäste an Rudi Höhn aus Seßlach einen Erinnerungskrug für das älteste Fahrzeug, einen Lanz, Baujahr 1935. Die Oldtimerfans mit der weitesten Anreise waren das Ehepaar Sonja und Reinhard Achorner von den Oldtimerfreunden Kaiserwinkl aus dem österreichischen Kössen mit 386 Anfahrtskilometern. Sie hatten einen Steyr 180 und einen Steyr N 180 A dabei. Den stärksten Verein stellten die Traktorfreunde Reitzenstein, die mit 19 Dieselrössern gekommen waren.

Auch an die kleinen Festbesucher war gedacht: So gab es eine Buttonmaschine und eine Strohburg zum Toben, auch Korbflechten von kleinen Kunstwerken wurde angeboten. Dank ging an die große Helferschar rund ums Fest, die Feuerwehren für die Verkehrsabsicherung sowie die BRK-Bereitschaft Steinbach, die mit ihrem neuen KTW den Sanitätsdienst übernahm.