Gesangsausbildung Mädchen starten Musik-Karriere

Sophia Goldner
Ulrike Schelter-Baudach probt fleißig mit ihren Schützlingen. Foto: Sophia Goldner

Junge Wunsiedlerinnen zeigen großes Interesse an Musik und Gesang. Deswegen absolvieren sie derzeit die Ausbildung zu Jungmusikerinnen.

Wunsiedel - Fünf sehr musikalische und fleißige Sängerinnen des Kinder- und Jugendchores Wunsiedel haben vor Kurzem eine Prüfung im Chorsingen ab gelegt. Ihre Chorleiterin und Mentorin Ulrike Schelter-Baudach trainierte mit den Mädchen Musiktheorie, Vom-Blatt-Singen, Gehörbildung und Stimmbildung.

Seit April trafen sich Antonia Nagengast, Stephanie Leinweber, Sophia Daum, Valentine Riedel und Johanna Pfliegendörfer wöchentlich, zusätzlich zur Chorprobe, eine Stunde zur Prüfungsvorbereitung. Unsere Zeitung begleitete die jungen Mädchen dabei und erhielt einen genaueren Einblick in die musikalische Ausbildung der fünf Nachwuchssängerinnen: „Die sogenannte D-Ausbildung, deren Rahmenrichtlinie von der Deutschen Chorjugend Berlin in den vergangenen Jahren erstellt wurde, wird seit 2021 in einzelnen Pilotprojekten bundesweit praktisch erprobt. Eines davon ist unseres in Wunsiedel“, erklärt Ulrike Schelter-Baudach stolz.

Bronzene Stimmgabel

Die Idee, an der Prüfung für die bronzene Stimmgabel teilzunehmen, entstand im Lockdown. „Im Kinderchor haben wir Anfang Januar das Vom-Blatt-Singen geübt. Langeweile im Lockdown und großes Interesse an der Musik führten dann dazu, dass ein paar Kinder vorgeschlagen haben, an der Prüfung teilzunehmen“, führt Schelter-Baudach aus.

Warum Antonia, Stephanie, Sophia, Valentine und Johanna so motiviert sind, sagen sie selbst: „Ich singe gerne im Chor und mag es, etwas mit Musik zu machen“, erklärt Antonia. Stefanie ist die Musik-Theorie für ihre zukünftige Karriere wichtig. „Ich will die Chorleitungsprüfung absolvieren. Deswegen sehe ich die D-Ausbildung als gute Übung an“, sagt Sophia. Valentine singt gerne, weshalb ihr die zusätzliche Übung viel Spaß macht. Johanna sieht es ähnlich, allerdings interessiert sie sich auch sehr für die Theorie.

Ulrike Schelter-Baudach sieht darin außerdem eine Bereicherung für den ganzen Kinderchor. Denn durch die erfahrenen Sängerinnen lernt der Chor schneller Stücke. Trotzdem gilt bei der Prüfungsvorbereitung das altbekannte Sprichwort „ohne Fleiß kein Preis“. Besonders der theoretische Teil kommt nicht von ungefähr. So mussten die Mädchen in den vergangenen Monaten den Quintenzirkel, Intervalle, den Aufbau des Stimm-Apparats und vieles mehr lernen. Regelmäßig füllten die Mädchen dann Übungsbögen aus, um ihr Wissen abzufragen, erklärt ihre Ausbilderin Schelter-Baudach.

Gehörbildung und Singen

Der Zeitaufwand für das Erlernen der Theorie war bei den Mädchen ganz unterschiedlich. So erzählt die eine, sie habe eine halbe Stunde in der Woche dafür aufgewendet, ein anderes Mädchen sagt, dass sie jeden Tag eine Stunde gelernt habe. Gehörbildung und Vom-Blatt-Singen waren ebenfalls eine kleine Herausforderung.

Die fünf Kinder lernten unter anderem, das Tongeschlecht und Intervalle aus Stücken herauszuhören, aber auch, wie man ein Lied, das man noch nie gehört oder gesungen hat, vom Blatt singt.

Nun fand am letzten Oktoberwochenende die umfangreiche Prüfung statt. Diese bestand aus einem schriftlichen Teil, einem mündlichen Teil in der Gruppe und einem Sologesangsteil. Ursula Dollinger, Konrektorin an der Fichtelgebirgsrealschule Marktredwitz, nahm die Prüfung ab. Voller Stolz können alle Mädchen nun sagen, dass sie bestanden haben. Die Jungmusikerinnen dürfen sich zudem über ihre D 1-Urkunde und die bronzene Stimmgabel freuen.

 

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